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US-Notenbank erfüllt die Markterwartungen
15.12.16 12:10
Aberdeen Asset Management
London (www.anleihencheck.de) - Die amerikanische Notenbank hat die Erwartungen der Marktteilnehmer erfüllt: Ein ganzes Jahr nach der ersten Zinserhöhung in zehn Jahren galt ein Zinsschritt von 0,25% als so gut wie sicher, so Wolfgang Kuhn, Head of Pan European Fixed Income bei Aberdeen Asset Management.
Schon vor der amerikanischen Präsidentschaftswahl sei im Hinblick auf die stetig fallende Arbeitslosigkeit und die anhaltend guten Wachstumsaussichten ein solcher Schritt sehr wahrscheinlich geworden. Mit weit größerem Interesse hätten die Märkte daher auf die "Dot-Blot" genannte Punktegraphik geblickt, auf der die von den einzelnen Mitgliedern des Offenmarktausschusses (FOMC) erwarteten Zinsniveaus der nächsten drei Jahre abgetragen seien. Diese Graphik habe sich nun dergestalt verändert, dass der Median der FOMC-Mitglieder für 2017 drei Zinsschritte erwarte (bisher seien es zwei gewesen). Das komme einer weiteren Straffung der Geldpolitik gleich, die vor dem Hintergrund des vom zukünftigen US-Präsidenten Trump in Aussicht gestellten Stimulus-Feuerwerks nicht verwunderlich sei.
Zweifel an der Durschlagskraft der Trumpschen Ideen würden ja zurzeit nur ganz selten gehegt. Es könne allerdings nicht ausgeschlossen werden, dass die andauernde positive Entwicklung risikoreicherer Anlagen aufgrund der Erwartung eines nunmehr rascheren Anhebungstempos ein ähnlich unrühmliches Ende nehme wie im Januar dieses Jahres nach der letzten Zinserhöhung.
Welche Bedeutung hätten Zinsentscheidung und Ausblick für den europäischen Rentenmarkt? Zunächst dürfte die Europäische Zentralbank froh darüber sein, dass die auseinanderklaffende Zinsschere den Euro weiter unter Druck setze. Zwar würden sich auch Rentenmarktteilnehmer fragen, inwieweit der von Amerika ausgehende Anstieg der Inflationserwartungen auf Europa abstrahle. Dies würde eine Deckelung des Renditedifferentials zwischen USA und Euroland am langen Ende zur Folge haben. Die politischen Großereignisse, die das neue Jahr für den Euroraum bereithalte, könnten diese Deckelung aber bald schon wieder kassieren und für neue Tiefstände bei europäischen Anleiherenditen sorgen. Immer vorausgesetzt, dass die FED nicht aufgrund unvorhersehbarer globaler Entwicklungen ihre Entscheidung schon bald zurücknehmen müsse. (15.12.2016/alc/a/a)
Schon vor der amerikanischen Präsidentschaftswahl sei im Hinblick auf die stetig fallende Arbeitslosigkeit und die anhaltend guten Wachstumsaussichten ein solcher Schritt sehr wahrscheinlich geworden. Mit weit größerem Interesse hätten die Märkte daher auf die "Dot-Blot" genannte Punktegraphik geblickt, auf der die von den einzelnen Mitgliedern des Offenmarktausschusses (FOMC) erwarteten Zinsniveaus der nächsten drei Jahre abgetragen seien. Diese Graphik habe sich nun dergestalt verändert, dass der Median der FOMC-Mitglieder für 2017 drei Zinsschritte erwarte (bisher seien es zwei gewesen). Das komme einer weiteren Straffung der Geldpolitik gleich, die vor dem Hintergrund des vom zukünftigen US-Präsidenten Trump in Aussicht gestellten Stimulus-Feuerwerks nicht verwunderlich sei.
Zweifel an der Durschlagskraft der Trumpschen Ideen würden ja zurzeit nur ganz selten gehegt. Es könne allerdings nicht ausgeschlossen werden, dass die andauernde positive Entwicklung risikoreicherer Anlagen aufgrund der Erwartung eines nunmehr rascheren Anhebungstempos ein ähnlich unrühmliches Ende nehme wie im Januar dieses Jahres nach der letzten Zinserhöhung.
Welche Bedeutung hätten Zinsentscheidung und Ausblick für den europäischen Rentenmarkt? Zunächst dürfte die Europäische Zentralbank froh darüber sein, dass die auseinanderklaffende Zinsschere den Euro weiter unter Druck setze. Zwar würden sich auch Rentenmarktteilnehmer fragen, inwieweit der von Amerika ausgehende Anstieg der Inflationserwartungen auf Europa abstrahle. Dies würde eine Deckelung des Renditedifferentials zwischen USA und Euroland am langen Ende zur Folge haben. Die politischen Großereignisse, die das neue Jahr für den Euroraum bereithalte, könnten diese Deckelung aber bald schon wieder kassieren und für neue Tiefstände bei europäischen Anleiherenditen sorgen. Immer vorausgesetzt, dass die FED nicht aufgrund unvorhersehbarer globaler Entwicklungen ihre Entscheidung schon bald zurücknehmen müsse. (15.12.2016/alc/a/a)


