US-Leitzinserhöhung nach Trump-Sieg wahrscheinlicher


28.11.16 09:00
Postbank Research

Bonn (www.anleihencheck.de) - Nachdem die US-Notenbank die Leitzinsen im Dezember 2015 erstmals seit mehr als neun Jahren erhöht hatte, kam es im bisherigen Jahresverlauf entgegen der weitverbreiteten Erwartung zu keinem weiteren Zinsschritt, so die Analysten von Postbank Research.

Zwar hätten die Währungshüter grundsätzlich ihre Bereitschaft signalisiert, den Zinserhöhungskurs weiter fortzusetzen. Allerdings hätten einige, teils krisenhafte Störfaktoren immer wieder einen solchen Schritt verhindert. Insbesondere der starke Ölpreisverfall zu Jahresbeginn, der auch in den USA für eine sehr niedrige Inflationsrate gesorgt habe, dürfte die US-Notenbank dazu bewogen haben, den Leitzins zunächst unverändert zu lassen. Auch die eher fragilen konjunkturellen Rahmenbedingungen in den USA im Verlauf von 2016 seien nicht dazu geeignet gewesen, die FOMC-Mitglieder auf einen restriktiveren Kurs einzuschwören.

Allerdings habe die Wahrscheinlichkeit einer baldigen Wiederaufnahme des Zinserhöhungskurses durch die FED zuletzt zugenommen. Die USA befänden sich mit einer Arbeitslosenquote von knapp 5% nahe am Vollbeschäftigungsniveau. Dementsprechend sei bei den Löhnen seit einigen Jahren ein kontinuierlicher, wenn auch moderater Aufwärtstrend zu beobachten. Dies spreche für einen wachsenden Inflationsdruck, zumal die Kerninflation in den USA bereits seit Ende 2015 oberhalb des Inflationsziels der US-Notenbank von 2% liege.

Hinzu komme, dass sich das Risiko eines Inflationsanstiegs in den kommenden Jahren mit dem Wahlsieg Donald Trumps' erhöht habe. Denn sollte der neue US-Präsident sein Wahlprogramm, das unter anderem massive Steuersenkungen und umfangreiche Infrastrukturinvestitionen vorsieht, umsetzen, sollte das Wachstum in den USA zumindest für einige Zeit deutlich anziehen. Damit würde sich der Lohnkostendruck verstärken, da die US-Wirtschaft in einigen Teilbereichen bereits an der Kapazitätsgrenze arbeite. Auch die von Trump angekündigten protektionistischen Maßnahmen würden für eine tendenziell höhere Inflationsrate in den kommenden Jahren sprechen.

Die US-Notenbank könnte somit gezwungen sein, die Leitzinsen stärker als bisher erwartet anzuheben. In 2017 dürften sich allerdings noch kaum Wachstumseffekte des Wahlprogramms zeigen, sodass die Analysten von Postbank Research zunächst mit einer moderaten Leitzinserhöhung in den USA rechnen. Sie würden davon ausgehen, dass die FED den Leitzins im Dezember 2016 um 25 Basispunkte erhöhen werde. 2017 sollten dann zwei weitere Zinsschritte folgen, sodass der Leitzinskorridor in einem Jahr bei 1,00% bis 1,25% liegen dürfte. (Perspektiven 2017) (28.11.2016/alc/a/a)





hier klicken zur Chartansicht

Aktuelle Kursinformationen mehr >
Kurs Vortag Veränderung Datum/Zeit
2,15 % 2,15 % -   % 0,00% 31.05./17:30
 
ISIN WKN Jahreshoch Jahrestief
XFARIV001614 2,65 % 2,15 %