US-Inflationsrate dürfte 2017 nur auf 2,4% steigen


31.05.17 08:30
Postbank Research

Bonn (www.anleihencheck.de) - Das Wachstum der US-Wirtschaft war im 1. Quartal nicht so schwach, wie zunächst berichtet worden war, so die Analysten von Postbank Research.

Die annualisierte Zuwachsrate des BIPs sei von 0,7% auf 1,2% korrigiert worden. Dennoch ist der Jahresauftakt damit immer noch sehr verhalten ausgefallen, was eine Hypothek für die bisherige BIP-Wachstums-Prognose der Analysten von Postbank Research von 2,4% für das Jahr 2017 darstellt. Noch schwerer wiege aber, dass sie bislang mit einer erheblichen Konjunkturbeschleunigung in diesem und im nächsten Jahr gerechnet hätten. Hierfür hätten die Ankündigungen des neuen US-Präsidenten bezüglich Infrastrukturinvestitionen und Steuererleichterungen gesprochen.

Aufgrund des erheblichen politischen und juristischen Widerstands gegen diverse Initiativen Trumps - ObamaCare, Einwanderungsstopp - hätten sich die entsprechenden Erwartungen aber signifikant eingetrübt. Hinzu kämen die Anschuldigungen hinsichtlich seiner Amtsführung. Ein hieraus resultierendes Amtsenthebungsverfahren dürfte zwar angesichts der hohen politischen Hürden wenig Aussicht auf Erfolg haben. Das eigentliche politische Programm trete aber aufgrund der Turbulenzen verstärkt in den Hintergrund. Dies nähre die Zweifel, ob die avisierten, konjunkturstimulierenden Maßnahmen in vollem Umfang umgesetzt würden. Die üblichen Verzögerungen bei der Umsetzung derartiger Programme würden aber zumindest für eine Verschiebung des Höhepunkts der potenziellen konjunkturellen Effekte Richtung Mitte 2018 sprechen. Vor diesem Hintergrund revidieren die Analysten von Postbank Research ihre bisherigen Wachstumsprognosen für das US-BIP um jeweils zwei Zehntel nach unten auf 2,2% in diesem und 2,6% im kommenden Jahr.

Die US-Inflationsrate sei nach ihrem unerwarteten Rückgang im März im April weiter auf 2,2% gesunken. Aufgrund der ausgebliebenen Gegenbewegung im April können die Analysten von Postbank Research - auch im Falle kontinuierlicher Preissteigerungen im weiteren Jahresverlauf - ihre Inflationsprognosen von 2,7% für 2017 sowie 2,8% für 2018 nicht halten und reduzieren diese auf 2,4% beziehungsweise 2,6%. (Zinsen und Währungen Juni 2017) (31.05.2017/alc/a/a)