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US-Inflationsdaten bringen wieder vermehrt Unruhe in die Anlegerschaft
14.02.22 08:15
Raiffeisen Bank International AG
Wien (www.anleihencheck.de) - Die Inflationsveröffentlichungen für den Monat Januar hatten es in sich, so die Analysten der Raiffeisen Bank International AG (RBI).
Nach der starken Marktreaktion auf die Inflationszahlen der Eurozone bzw. einzelner Eurozone-Länder in der Vorwoche hätten letzte Woche die Inflationsdaten der USA für Aufregung gesorgt. Die Inflation habe zwar im Januar nicht substanziell über den Erwartungen gelegen, die anhaltend hohe Dynamik der Kerninflation von durchschnittlich 0,6% p.m. in den letzten Monaten verdeutliche aber, dass bislang keine Erleichterung beim Preisdruck zu beobachten sei. Des Weiteren würden Basiseffekte erst ab dem zweiten Quartal verstärkt inflationsdämpfend wirken, sodass die Kernrate aller Voraussicht nach bis März noch weiter steigen werde - derzeit liege diese bei 6% p.a. Bis zur nächsten FED-Zinssitzung Mitte März werde der Erwartungsdruck auf die US-Notenbank wohl keineswegs abnehmen.
Nach den Inflationsdaten sei die 10-jährige Treasury-Rendite erstmals seit 2019 auf 2% gestiegen. Am kurzen Ende der Zinskurve sei der Anstieg ausgeprägter gewesen, sodass der Markt nun zwischen 150 BP und 175 BP an Zinsnormalisierung in 2022 preise. Des Weiteren habe sich die gepreiste Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung im März von 50 Basispunkte umgekehrt - zuvor ein Drittel nun zwei Drittel. Wortmeldungen aus dem Offenmarktausschuss würden mehrheitlich auf einen Zinszyklus von je 25 BP hindeuten (Mester, Barkin, Bostic), eine raschere Gangart werde aber sicherlich auch zur Diskussion stehen (Bullard: 100 BP bis Juli). Wichtig zu betonen sei, dass am Markt aber weiterhin nicht davon ausgegangen werde, dass die FED die Leitzinsen über das neutrale Niveau (Bandbreite der Federal Funds Rate: 2,25 - 2,5%) anheben werde müssen, um die Inflationsdynamik mittelfristig an das Notenbankziel heranzuführen.
Die Zinslandschaft in der Eurozone habe Anfang der Woche noch die EZB-Sitzung der Vorwoche verdauen müssen und sich im weiteren Wochenverlauf auch nicht vom Zinsdruck aus den USA entkoppeln können. Es scheine, als ob die hawkische Überraschung auf der letzten EZB-Sitzung die Differenzierung zwischen den Notenbanken ins Wanken gebracht habe. Jedenfalls sei das Pricing der Terminal Rate (Ende des Zinszyklus) seit letzter Woche weiter gestiegen - nun näher bei 0,75% als 0,5%. Dies habe der Bund-Kurve vor allem am langen Ende weiter Auftrieb gegeben, während das sich kurze Ende von dem sprunghaften Anstieg in der Vorwoche etwas erholt habe (2J: -10 BP; 10J: +10 BP). Im Unterschied zur FED sei jedoch deutlich weniger klar, ob das Ende negativer Leitzinsen um den Jahreswechsel 2022/23 nahtlos in einen längeren Zinszyklus übergehen werde.
EZB-Präsidentin Lagarde habe zuletzt etwa betont, dass die Wirtschaft der Eurozone im Unterschied zur USA nicht überhitze, Ratsmitglied Lane messe dem Angebots-Preisdruck nach wie vor die größere Bedeutung zu und Vize-Präsident Guindos sehe bislang keine Anzeichen für eine beginnende Lohn-Preis-Spirale, welche ein rascheres geldpolitisches Vorgehen notwendig machen würde. In Summe würden sich gewichtige EZB-Stimmen somit um Beruhigung bemühen, was aber wohl bis zur Veröffentlichung des neuen Inflationsausblicks im März und der damit einhergehenden geldpolitischen Beschlüsse wohl kaum gelingen werde. (Ausgabe vom 11.02.2022) (14.02.2022/alc/a/a)
Nach der starken Marktreaktion auf die Inflationszahlen der Eurozone bzw. einzelner Eurozone-Länder in der Vorwoche hätten letzte Woche die Inflationsdaten der USA für Aufregung gesorgt. Die Inflation habe zwar im Januar nicht substanziell über den Erwartungen gelegen, die anhaltend hohe Dynamik der Kerninflation von durchschnittlich 0,6% p.m. in den letzten Monaten verdeutliche aber, dass bislang keine Erleichterung beim Preisdruck zu beobachten sei. Des Weiteren würden Basiseffekte erst ab dem zweiten Quartal verstärkt inflationsdämpfend wirken, sodass die Kernrate aller Voraussicht nach bis März noch weiter steigen werde - derzeit liege diese bei 6% p.a. Bis zur nächsten FED-Zinssitzung Mitte März werde der Erwartungsdruck auf die US-Notenbank wohl keineswegs abnehmen.
Die Zinslandschaft in der Eurozone habe Anfang der Woche noch die EZB-Sitzung der Vorwoche verdauen müssen und sich im weiteren Wochenverlauf auch nicht vom Zinsdruck aus den USA entkoppeln können. Es scheine, als ob die hawkische Überraschung auf der letzten EZB-Sitzung die Differenzierung zwischen den Notenbanken ins Wanken gebracht habe. Jedenfalls sei das Pricing der Terminal Rate (Ende des Zinszyklus) seit letzter Woche weiter gestiegen - nun näher bei 0,75% als 0,5%. Dies habe der Bund-Kurve vor allem am langen Ende weiter Auftrieb gegeben, während das sich kurze Ende von dem sprunghaften Anstieg in der Vorwoche etwas erholt habe (2J: -10 BP; 10J: +10 BP). Im Unterschied zur FED sei jedoch deutlich weniger klar, ob das Ende negativer Leitzinsen um den Jahreswechsel 2022/23 nahtlos in einen längeren Zinszyklus übergehen werde.
EZB-Präsidentin Lagarde habe zuletzt etwa betont, dass die Wirtschaft der Eurozone im Unterschied zur USA nicht überhitze, Ratsmitglied Lane messe dem Angebots-Preisdruck nach wie vor die größere Bedeutung zu und Vize-Präsident Guindos sehe bislang keine Anzeichen für eine beginnende Lohn-Preis-Spirale, welche ein rascheres geldpolitisches Vorgehen notwendig machen würde. In Summe würden sich gewichtige EZB-Stimmen somit um Beruhigung bemühen, was aber wohl bis zur Veröffentlichung des neuen Inflationsausblicks im März und der damit einhergehenden geldpolitischen Beschlüsse wohl kaum gelingen werde. (Ausgabe vom 11.02.2022) (14.02.2022/alc/a/a)
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