US-Inflation zieht leicht an


22.07.25 09:15
DekaBank

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - An den Finanzmärkten spüren die Marktteilnehmer die ersten makroökonomischen Folgen der neuen US-Handelspolitik: Die US-Inflationsrate ist im Juni leicht auf 2,7% gestiegen, so die Analysten der DekaBank.

Die eingeführten Importzölle würden erste Auswirkungen auf die Verbraucherpreise in den USA zeigen. Bislang hätten viele Exporteure und Importeure versucht, die Zollbelastungen über niedrigere Gewinnmargen aufzufangen, um wettbewerbsfähig zu bleiben und keine Kunden zu verlieren. Dieses Vorgehen habe jedoch Grenzen - und nun könnte sich eine Wende abzeichnen. Die Preise würden steigen, der Inflationsdruck nehme zu.

Parallel dazu verschärfe sich einmal mehr der Ton aus dem Weißen Haus. US-Präsident Trump habe erneut mit massiven Zollerhöhungen gedroht: 30% auf sämtliche EU-Importe sowie 50% auf Kupfer, beginnend ab dem 1. August. Nach den bisherigen Erfahrungen mit solchen Ankündigungen aus dem Weißen Haus hätten die Aktienmärkte kaum mehr reagiert. Zu schnell hätten sich in der Vergangenheit die Vorgaben auch immer wieder geändert.

Doch könnte es diesmal anders sein? Ein Unbehagen bleibe, und damit auch die Unsicherheit an den Märkten. Das bedeute, dass es in den kommenden Wochen weiterhin zu spürbaren Ausschlägen an Aktien- und Rentenmärkten kommen könne. Zusätzlich belaste die in dieser Woche intensivierte Diskussion über eine vorzeitige Ablösung des US-Notenbankchefs Jerome Powell die Märkte. Auch hier wähle die Regierung Trump die übliche Verwirrungstaktik. Man lasse in Kongresskreisen eine Absetzung des Fed-Präsidenten diskutieren, um danach ein Dementi dieser Absicht zu veröffentlichen. Die Anleihemärkte hätten dies mit einem risikobedingten weiteren Anstieg der Renditen von US-Staatsanleihen quittiert.

Im Datenkalender für diese Woche stünden der Zinsentscheid der EZB sowie eine Vielzahl an Stimmungsindikatoren für Euroland. Aus dem S&P 500 und STOXX 600 würden Unternehmen mit je rund 20% der Marktkapitalisierung berichten. (Ausgabe vom 21.07.2025) (22.07.2025/alc/a/a)