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US-Inflation fällt stärker als erwartet - Kerninflation in der Eurozone gut verankert
22.12.25 08:45
Raiffeisen Bank International AG
Wien (www.anleihencheck.de) - Der lang erwartete November-Arbeitsmarktbericht für die USA wartete mit gemischten Signalen zur aktuellen Arbeitsmarktdynamik auf, so die Analysten der Raiffeisen Bank International AG (RBI).
So habe der Beschäftigungszuwachs im November mit 64 Tausend Stellen zwar über den Konsenserwartungen in Höhe von 50 Tausend gelegen (nach dem erwarteten deutlichen Rückgang im Oktober). Zeitgleich habe aber die Arbeitslosenquote überraschenderweise von 4,4% auf 4,6% zugelegt, somit sei diese Maßzahl in der zweiten Jahreshälfte kontinuierlich angestiegen. Es zeichne sich also weiterhin das Bild eines Arbeitsmarktes ab, welcher kontinuierlich abkühle, aber ohne drastisch einzubrechen.
Zu einer handfesten Überraschung sei es bei der Veröffentlichung der Verbraucherpreisinflation für November gekommen. Sowohl Gesamt- als auch Kerninflation hätten deutlich abgenommen, obwohl eine leichte Zunahme beziehungsweise ein Gleichbleiben erwartet worden sei. Allerdings lägen diese Rückgänge wohl mehr in der Tatsache begründet, dass das Bureau of Labor Statistics erst ab Mitte November wieder Daten habe erheben können und dass Black-Friday-Vergünstigungen einen zusätzlichen verzerrenden Effekt ausgelöst hätten. Es könne also noch lange keine Entwarnung bezüglich der Arbeitsmarkt- und Preisdynamiken in den USA gegeben werden, bereits Anfang Jänner würden die entsprechenden Dezember-Daten zusätzliche Informationen offenbaren.
Die BIP-Schnellschätzung zum dritten Quartal, welche nach langer Verzögerung nächste Woche erscheinen werde, sollte im Vergleich kaum neue Informationen enthalten, sowohl der Konsens als auch der Nowcast der Atlanta Fed gingen von einem soliden Wachstum von über 3% (p.q., annualisiert) aus.
Das nächste Datenhighlight in der Eurozone stelle die Veröffentlichung der Dezember-Inflation Anfang nächsten Jahres dar. Die Analysten der RBI würden im Dezember eine Gesamtinflationsrate im Euroraum von 2,1% p.a. und eine Kerninflationsrate von 2,4% p.a. erwarten. Diese Werte entsprächen denen von November und Oktober. Die Kerninflation scheine beim aktuellen Niveau von 2,4% gut verankert; zu Beginn des Jahres 2026 würden die Analysten der RBI einen graduellen Rückgang erwarten. Die Energiepreise dürften um 1,5% im Jahresvergleich fallen (nach -0,5% im November). Die jährliche Dynamik der Energiepreise bleibe jedoch sehr volatil und werde voraussichtlich auch in den nächsten sechs Monaten volatil bleiben.
Die ebenfalls erscheinenden Sentimentindikatoren der Europäischen Kommission (ESI) würden das Bild zur Stimmungslage im Dezember komplettieren. Nachdem bereits veröffentlichte Vorlaufindikatoren für die Eurozone auf ein eher verhaltenes Stimmungsbild im Dezember hindeuten würden, würden die Analysten der RBI für die einzelnen ESI-Komponenten ebenfalls leichte Rückgänge ansetzen. Mit dem Sentix für Januar werde indessen auch ein erster Stimmungsindikator für das Jahr 2026 erscheinen. Hier würden die Analysten denken, dass sich die jüngste leichte Erholung auf einem negativen Terrain im neuen Jahr fortsetzen könnte, die Analysten der RBI würden einen Anstieg von -6,2 auf -5,5 Punkte prognostizieren. Neben den genannten Indikatoren würden über den Jahreswechsel auch weitere Datenpunkte zur konjunkturellen Entwicklung der Eurozone im November erscheinen (Arbeitslosenquote, Industrieproduktion, Produzentenpreise, Geldmenge).
Konstante Leitzinsen und Aufwärtsrevisionen bei den Wirtschaftsprognosen - damit habe die EZB die Analysten der RBI gestern nicht überrascht. Aus Sicht der Marktteilnehmer:innen habe die Zinssitzung ganz im Zeichen gestanden, ob die aktualisierten Wirtschaftsprognosen Signale für den weiteren Zinspfad liefern würden. Mit der nennenswerten Aufwärtsrevision der Kerninflation auf 2,2% für das Jahr 2026 sähen die Analysten der RBI die EZB zwar nicht unter Druck, die Risiken seien aber sehr wohl in Richtung Zinserhöhung und nicht Zinssenkung verschoben worden.
Im druckfrischen Kapitalmarkt Game Plan Q1 26 hätten die Analysten der RBI ein Fine-Tuning ihrer Zins- und Währungsprognosen vorgenommen. In Summe sähen sich die Analysten der RBI in ihren Einschätzungen bestätigt und hätten die prognostizierten Entwicklungen in den neuen Prognosen verstärkt. Konstante EZB-Leitzinsen in 2026 (aber eine Zinserhöhung in 2027), Aufwärtsdruck bei Bund-Renditen und Swap-Sätzen, Zinssenkungen ab Jahresmitte in den USA, eine deutlich steilere US-Treasury-Kurve und eine Fortsetzung der Aufwärtsbewegung bei EUR/USD würden erwartet. (Ausgabe vom 19.12.2025) (22.12.2025/alc/a/a)
So habe der Beschäftigungszuwachs im November mit 64 Tausend Stellen zwar über den Konsenserwartungen in Höhe von 50 Tausend gelegen (nach dem erwarteten deutlichen Rückgang im Oktober). Zeitgleich habe aber die Arbeitslosenquote überraschenderweise von 4,4% auf 4,6% zugelegt, somit sei diese Maßzahl in der zweiten Jahreshälfte kontinuierlich angestiegen. Es zeichne sich also weiterhin das Bild eines Arbeitsmarktes ab, welcher kontinuierlich abkühle, aber ohne drastisch einzubrechen.
Zu einer handfesten Überraschung sei es bei der Veröffentlichung der Verbraucherpreisinflation für November gekommen. Sowohl Gesamt- als auch Kerninflation hätten deutlich abgenommen, obwohl eine leichte Zunahme beziehungsweise ein Gleichbleiben erwartet worden sei. Allerdings lägen diese Rückgänge wohl mehr in der Tatsache begründet, dass das Bureau of Labor Statistics erst ab Mitte November wieder Daten habe erheben können und dass Black-Friday-Vergünstigungen einen zusätzlichen verzerrenden Effekt ausgelöst hätten. Es könne also noch lange keine Entwarnung bezüglich der Arbeitsmarkt- und Preisdynamiken in den USA gegeben werden, bereits Anfang Jänner würden die entsprechenden Dezember-Daten zusätzliche Informationen offenbaren.
Das nächste Datenhighlight in der Eurozone stelle die Veröffentlichung der Dezember-Inflation Anfang nächsten Jahres dar. Die Analysten der RBI würden im Dezember eine Gesamtinflationsrate im Euroraum von 2,1% p.a. und eine Kerninflationsrate von 2,4% p.a. erwarten. Diese Werte entsprächen denen von November und Oktober. Die Kerninflation scheine beim aktuellen Niveau von 2,4% gut verankert; zu Beginn des Jahres 2026 würden die Analysten der RBI einen graduellen Rückgang erwarten. Die Energiepreise dürften um 1,5% im Jahresvergleich fallen (nach -0,5% im November). Die jährliche Dynamik der Energiepreise bleibe jedoch sehr volatil und werde voraussichtlich auch in den nächsten sechs Monaten volatil bleiben.
Die ebenfalls erscheinenden Sentimentindikatoren der Europäischen Kommission (ESI) würden das Bild zur Stimmungslage im Dezember komplettieren. Nachdem bereits veröffentlichte Vorlaufindikatoren für die Eurozone auf ein eher verhaltenes Stimmungsbild im Dezember hindeuten würden, würden die Analysten der RBI für die einzelnen ESI-Komponenten ebenfalls leichte Rückgänge ansetzen. Mit dem Sentix für Januar werde indessen auch ein erster Stimmungsindikator für das Jahr 2026 erscheinen. Hier würden die Analysten denken, dass sich die jüngste leichte Erholung auf einem negativen Terrain im neuen Jahr fortsetzen könnte, die Analysten der RBI würden einen Anstieg von -6,2 auf -5,5 Punkte prognostizieren. Neben den genannten Indikatoren würden über den Jahreswechsel auch weitere Datenpunkte zur konjunkturellen Entwicklung der Eurozone im November erscheinen (Arbeitslosenquote, Industrieproduktion, Produzentenpreise, Geldmenge).
Konstante Leitzinsen und Aufwärtsrevisionen bei den Wirtschaftsprognosen - damit habe die EZB die Analysten der RBI gestern nicht überrascht. Aus Sicht der Marktteilnehmer:innen habe die Zinssitzung ganz im Zeichen gestanden, ob die aktualisierten Wirtschaftsprognosen Signale für den weiteren Zinspfad liefern würden. Mit der nennenswerten Aufwärtsrevision der Kerninflation auf 2,2% für das Jahr 2026 sähen die Analysten der RBI die EZB zwar nicht unter Druck, die Risiken seien aber sehr wohl in Richtung Zinserhöhung und nicht Zinssenkung verschoben worden.
Im druckfrischen Kapitalmarkt Game Plan Q1 26 hätten die Analysten der RBI ein Fine-Tuning ihrer Zins- und Währungsprognosen vorgenommen. In Summe sähen sich die Analysten der RBI in ihren Einschätzungen bestätigt und hätten die prognostizierten Entwicklungen in den neuen Prognosen verstärkt. Konstante EZB-Leitzinsen in 2026 (aber eine Zinserhöhung in 2027), Aufwärtsdruck bei Bund-Renditen und Swap-Sätzen, Zinssenkungen ab Jahresmitte in den USA, eine deutlich steilere US-Treasury-Kurve und eine Fortsetzung der Aufwärtsbewegung bei EUR/USD würden erwartet. (Ausgabe vom 19.12.2025) (22.12.2025/alc/a/a)
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