US-Inflation erst zum Jahresende 2017 nahe der Zielmarke


30.09.16 08:40
HSBC Trinkaus & Burkhardt

Düsseldorf (www.anleihencheck.de) - Bei ihrem Inflationsziel (2,0% gg. Vj.) beziehen sich die US-Notenbanker auf den Deflator des privaten Verbrauchs (PCE, private consumption expenditures), so die Analysten von HSBC Trinkaus & Burkhardt.

Bei der Kernrate, wo zwei volatile Komponenten (Nahrungsmittel und Energie) nicht berücksichtigt würden, würden die Währungshüter im 4. Quartal 2016 wie bisher 1,7% prognostizieren. Der angenommene Wert für das Schlussquartal des kommenden Jahres sei zuletzt um 0,1 Prozentpunkte auf 1,8% reduziert worden. Im 2018er Schlussquartal rechne man wie bisher mit 2,0%. Die Analysten von HSBC Trinkaus & Burkhardt selber unterstellen nur für 2016 mit 1,6% einen marginal niedrigeren Wert als die FOMC-Mitglieder.

Von der Inflationsseite würden die Analysten daher keine Notwendigkeit für einen schnellen weiteren Zinserhöhungsschritt der FED sehen. Sie würden mit diesem Schritt erst zur Jahresmitte 2017 rechnen. In diese Richtung dürften heute auch die Deflatoren des privaten Verbrauchs für den Monat August deuten. Beim PCE-Deflator sollte die Jahresrate marginal von 0,8% auf 0,9% zulegen, während man beim Kerndeflator mit einer unveränderten Jahresrate (1,6%) rechne. Sowohl die persönlichen Einnahmen als auch die Ausgaben sollten im August nur leicht zulegen (jeweils +0,1%), womit aber unverändert ordentliche Jahresraten (3,0% bzw. 3,5%) realisiert würden.

Für die Eurozone sollte die Schnellschätzung der Inflation im September einen Anstieg der Jahresrate auf 0,5% aufzeigen (August: 0,2%). Zum Jahresende 2016 erwarten die Analysten von HSBC Trinkaus & Burkhardt aber nur eine weitere moderate Befestigung auf 0,8% und für das Kalenderjahr 2017 sehen sie das Plus bei 1,0%, bedingt durch Basiseffekte bei den Energiepreisen. Die Kerninflationsrate sollte aber wie bisher nahezu stetig bei 0,8% liegen. Inflationsdruck baue sich somit nach Erachten der Analysten nicht auf. Die Arbeitslosenquote sollte auch im August - wie schon seit April - 10,1% betragen. Dies sei auch der Projektionswert der Analysten für das gesamte Kalenderjahr 2016. 2017 rechne man lediglich mit 10,0%. Anzeichen für eine dynamischere Verbesserung der Arbeitsmarktsituation bleiben nach Erachten der Analysten rar gesät. (30.09.2016/alc/a/a)