US-Inflation im Januar bei 7,5 Prozent


14.02.22 09:15
Union Investment

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - In der Berichtswoche standen nur wenige marktrelevante Konjunkturdaten zur Veröffentlichung an, so die Experten von Union Investment.

Es habe mit den US-Verbraucherpreisen aber auch nur ein Datenpunkt genügt, um für größere Bewegung an den Märkten zu sorgen. Die US-Teuerung sei im Januar um 7,5 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat angestiegen und habe damit den höchsten Stand seit 1982 erreicht. Der Preisauftrieb habe damit auch etwas höher als der Durchschnitt (7,3 Prozent) der von Bloomberg befragten Analysten gelegen. Im vergangenen Dezember habe der Preisanstieg bereits 7,0 Prozent betragen.

Auch die um die schwankungsanfälligen Energie- und Lebensmittelpreise bereinigte Kernrate habe mit 6,0 Prozent sowohl über den Schätzungen (5,9 Prozent) als auch dem Vormonat (5,5 Prozent) gelegen. Dies zeige, dass mittlerweile nicht nur die Energiepreise für den hohen Anstieg in den USA verantwortlich seien, sondern eine Aufwärtstendenz in der Breite bestehe. Ausstrahleffekte hinsichtlich einer Lohn-Preisspirale würden noch abzuwarten bleiben.

Die anhaltend hohe Inflation schüre schon seit längerem die Erwartung, dass die US-Notenbank FED die Zinsen im Laufe dieses Jahres kräftig erhöhen könnte. Stimmen aus der FED, die im Anschluss an die Inflationsdaten erfolgt seien, hätten sogar eine Erhöhung um einen Prozentpunkt bereits bis Jahresmitte ins Spiel gebracht. Ob dies innerhalb des FED-Gremiums Unterstützung finde, dürfe zumindest bezweifelt werden. Die Erwartung der Experten liege bei fünf Zinsschritten um jeweils 25 Basispunkte im laufenden Gesamtjahr. Dabei würden sie von drei Anhebungen in schneller Folge im ersten Halbjahr ausgehen. Darüber hinaus dürfte die FED im zweiten Halbjahr damit beginnen, ihre Bilanzsumme passiv abzubauen (Quantitative Tightning (QT)) und dabei fällige Papiere nicht mehr zu reinvestieren.

Die Europäische Zentralbank (EZB) sehe jüngsten Statements zufolge die Lage eher gelassen. Nach Meinungen aus der EZB-Spitze hätten sich die derzeitigen Probleme mit Zinserhöhungen nicht lösen lassen. Somit scheine die EZB erst einmal die Füße still zu halten. Die Experten würden zum Ende des Jahres auf der Dezembersitzung einen - erstmals seit 2011 - ersten Zinsschritt um 25 Basispunkte erwarten.

Wichtig sei, dass die Notenbanken im Rahmen der Normalisierung ihrer Geldpolitik wachstumsunterstützend bleiben würden und eine zu starke Straffung vermeiden werde, die eine Abkühlung der Konjunktur zur Folge hätte. (Ausgabe vom 11.02.2022) (14.02.2022/alc/a/a)