US-Inflation im Fokus


08.10.18 10:15
Helaba

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - In den USA läuft die Wirtschaft auf Hochtouren, so die Analysten der Helaba.

Darauf weise nicht nur der jüngste ISM-Index des Dienstleistungssektors hin, welcher ein 21-Jahreshoch (61,6 Punkte) markiert habe. Zu nennen sei in diesem Zusammenhang auch der Arbeitsmarktbericht, der am vergangenen Freitag Vollbeschäftigung angezeigt habe. So überrasche es nicht, dass ein zunehmend hawkisher Tonfall von den Vertretern der amerikanischen Notenbank zu vernehmen sei. Eine entscheidende Indikation auf die zukünftige Zinspolitik der FED werde es in dieser Woche von Inflationszahlen geben. Den Auftakt würden die Erzeugerpreise geben und zum Wochenschluss würden die Verbraucherpreise folgen. Vonseiten der Öl- und Benzinpreise seien die Vorgaben gemäßigt.

Auf Ebene der Importpreise sei aufgrund der leichten Abwertung des Dollars im September ein positiver Effekt auf die Verbraucherpreise zu konstatieren. Insgesamt ergebe sich damit ein ambivalentes Bild. Im Rahmen der Verbraucherpreise stehe besonders die Kernrate im Fokus. Der Index des zugrundeliegenden Inflationsdrucks der New-York-FED sei langfristig deutlich nach oben gerichtet. Im Monat September zeichne sich jedoch eine schwächere Inflationsdynamik ab. Somit würden die Analysten die Konsensschätzungen von +2,4% VJ als realistisch ansehen. Aufgrund der konjunkturellen Lage in Übersee dürfte die FED gut beraten sein, den eingeschlagenen Kurs gradueller Leitzinserhöhungen fortzusetzen.

Heute richte sich das datenseitige Interesse zunächst auf die Industrieproduktion in Deutschland. Die Vorgaben seien positiv, da die Auftragseingänge zuletzt positiv überrascht hätten. Außerdem habe sich die Pkw-Produktion im letzten Monat freundlich entwickelt. Allzu große Überraschungen gegenüber den erwarteten +0,5% VM werde es wahrscheinlich jedoch nicht geben. Vonseiten der Stimmungsbarometer gebe das sentix-Investorenvertrauen einen ersten Vorgeschmack auf die ZEW-Umfrage, welche Anfang nächster Woche auf der Agenda stehe. Die schwache Exporttätigkeit und nachgebende Aktiennotierungen würden für eine pessimistischere Beurteilung der aktuellen Wirtschaftslage sprechen. (08.10.2018/alc/a/a)