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US High-Yield vs. US-Equities: Bonds als Alternative zu Aktien


04.02.20 11:15
AXA Investment Managers

Köln (www.anleihencheck.de) - Das Jahr 2020 ist noch nicht alt und doch wiegen die Altlasten aus 2019 schwer, so die Experten von AXA Investment Managers.

Es sei Konsens, dass die Unsicherheit an den globalen Märkten auch in diesem Jahr bestehen bleiben werde. Gründe dafür gebe es einige: Die US-Präsidentschaftswahlen 2020 würden wahrscheinlich einige Wellen schlagen, was sich negativ auf die ohnehin angespannten Handelsbeziehungen zwischen den USA und China auswirken könnte. Der Brexit drücke auf die Stimmung und das Bruttoinlandsprodukt werde laut dem Global Economic Outlook von AXA Investment Managers in den meisten entwickelten Volkswirtschaften sowie in Asien weniger ansteigen als im Jahr 2019.

"Vor diesem Hintergrund wird es für Anleger schwerer sein, Erträge mit Aktien - also durch expandierende oder im Gewinn wachsende Unternehmen - als durch hochverzinsliche Couponzahlungen zu erzielen. Daher sollten Hochzinsanleihen als Alternative zu Aktien in Betracht gezogen werden", rate Carl "Pepper" Whitbeck, Global Head of High Yield and US Active Fixed Income bei AXA Investment Managers (AXA IM).

Ein Ausbruch aus dem klassischen Denkmuster über verschiedene Assetklassen könne sich lohnen: So handle es sich bei Hochzinsanleihen und Aktien zwar um verschiedene Anlageprodukte, laut Whitbeck könnten sie allerdings aufgrund ihrer ähnlichen Risiko-Rendite-Charakteristika sogar als konkurrierend angesehen werden. "Mit Hochzinsanleihen kann eine aktienähnliche Rendite erzielt werden - und das mit deutlich geringerer Volatilität", so der Experte.

Im Jahr 2019 hätten US-Hochzinsanleihen Anlegern eine Rendite von 14,41 Prozent beschert. Im Vergleich dazu habe der S&P 500 im selben Zeitraum eine Rendite von 31,48 Prozent erzielt. Betrachte man die beiden Anlageklassen jedoch über einen längeren Zeitraum, hätten US-Hochzinsanleihen weitgehend mit Aktien Schritt halten und in volatilen Zeiten geringere Drawdowns verzeichnen können. Während der Finanzkrise 2007/08 habe der maximale Drawdown des US-amerikanischen High-Yield-Index ICE BofA ML beispielsweise bei -33,23 Prozent gegenüber -50,95 Prozent beim S&P 500 gelegen.

"Obwohl US-Aktien 2019 eine Outperformance gegenüber dem High-Yield-Markt erzielten, übertrafen die US-High-Yield-Werte in den vergangenen 20 Jahren den S&P 500 mit 0,68 Prozentpunkten auf Jahresbasis. Und obwohl die Korrelation zwischen High-Yield-Anleihen und Aktien hoch ist - 0,65 in den letzten 20 Jahren -, unterscheidet sich die zugrunde liegende Volatilität der beiden signifikant. Mit 8,96 sind amerikanische Hochzinsanleihen deutlich weniger volatil als Aktien mit 14,53", erläutere Whitbeck.

Damit Aktien Anlegern Rendite bescheren würden, brauche es Gewinnwachstum oder eine mehrfache Expansion. "Als High-Yield-Investor ist die Rendite dahingegen zuverlässiger, da sie von der Couponzahlung abhängt", sage Whitbeck. Die Ausfallraten seien dabei niedrig: Diese seien aktuell weit von den Höchstständen 2009 mit 12,1 Prozent oder 2016 mit 4,3 Prozent entfernt. Die Schätzungen für 2019 lägen bei 2,9 Prozent. Für das Jahr 2020 werde mit einem Anstieg auf 3,0 Prozent gerechnet. Damit lägen sie weiterhin unter dem langjährigen Durchschnitt von 3,4 Prozent. (04.02.2020/alc/a/a)