Erweiterte Funktionen
US-Geldpolitik: Unsicherheit macht sich breit
29.09.15 09:52
Bank J. Safra Sarasin AG
Basel (www.anleihencheck.de) - Die Vorsitzende der US-Notenbank (FED) Janet Yellen hat es letzte Woche anlässlich einer Rede nochmals auf den Punkt gebracht: Die US-Leitzinsen werden Ende Jahr angehoben - falls dem FED nicht noch eine böse Überraschung einen Strich durch die Rechnung macht, so Alessandro Bee, Analyst der Bank J. Safra Sarasin AG.
Lange Zeit sei der Blick der US-Notenbank fest auf die einheimische Wirtschaft gerichtet gewesen, um mögliche Stolpersteine - zum Beispiel im Arbeitsmarkt oder im Verarbeitenden Gewerbe - frühzeitig auszumachen. In den letzten Wochen habe sich der Fokus des FED jedoch verschoben. In den kommenden Monaten möchten Janet Yellen und ihre Kollegen vermehrt in der globalen Wirtschaft nach unliebsamen Überraschungen Ausschau halten. Dabei werde vor allem die Situation in China im Vordergrund stehen. Das mache Frau Yellens Arbeit jedoch um einiges anspruchsvoller als bisher.
Im Gegensatz zur transparenten und gut-dokumentierten US-Wirtschaft sei es sehr viel schwieriger, den Zustand der undurchsichtigen Wirtschaft Chinas abzuschätzen. Das dürfte wohl auch zur Folge haben, dass das Vertrauen des FED in seine eigene Lagebeurteilung sich abschwäche. Damit sollte Janet Yellen in ihrer Kommunikation, wie sie sich die künftige Geldpolitik vorstelle, noch einmal unverbindlicher werden. Ein zögerliches FED wiederum schade dem US-Dollar, welcher in den letzten Quartalen von der Aussicht auf eine baldige Zinserhöhung profitiert habe.
Die Unsicherheit werde jedoch nicht nur in den USA zunehmen, sondern sich auch auf andere Zentralbanken übertragen. In Europa bleibe es das überragende Ziel der Europäischen Zentralbank (EZB) disinflationäre Risiken zu bekämpfen. Mehr Unsicherheit bezüglich der Politik der US-Notenbank und damit auch über den Verlauf des Dollars dürfte die EZB direkt berühren. Bereits heute seien in Frankfurt Diskussionen im Gange, ob das Programm zum Anleihen-Aufkauf nicht erweitert werden solle - entspreche doch die wirtschaftliche Verbesserung in der Eurozone nicht ganz den Erwartungen der EZB. Ein schwächerer Dollar gegenüber dem Euro dürfte noch zusätzlich den Druck auf die Exporteure und auf die Importpreise erhöhen. Über den Dollar-Kurs übertrage sich die Unsicherheit in der US-Geldpolitik auch auf die Europäische Zentralbank.
Die Geldpolitik in der Eurozone stelle heute den wichtigsten Treiber für den Außenwert des Schweizer Frankens dar. Sollte sich die EZB dazu entscheiden, die Geldpolitik expansiver zu gestalten, indem sie beispielsweise die Zinsen weiter senke, könnte das die in den letzten Wochen zu beobachtende Abschwächung des Frankens gefährden. Die Schweizerische Nationalbank müsste in diesem Fall wieder auf dem Devisenmarkt intervenieren oder gar ihrerseits die Leitzzinsen weiter senken. Damit wäre dann die Unsicherheit, die von der US-Notenbank ausgehe, letzten Endes auch in der Schweiz angekommen. (29.09.2015/alc/a/a)
Lange Zeit sei der Blick der US-Notenbank fest auf die einheimische Wirtschaft gerichtet gewesen, um mögliche Stolpersteine - zum Beispiel im Arbeitsmarkt oder im Verarbeitenden Gewerbe - frühzeitig auszumachen. In den letzten Wochen habe sich der Fokus des FED jedoch verschoben. In den kommenden Monaten möchten Janet Yellen und ihre Kollegen vermehrt in der globalen Wirtschaft nach unliebsamen Überraschungen Ausschau halten. Dabei werde vor allem die Situation in China im Vordergrund stehen. Das mache Frau Yellens Arbeit jedoch um einiges anspruchsvoller als bisher.
Die Unsicherheit werde jedoch nicht nur in den USA zunehmen, sondern sich auch auf andere Zentralbanken übertragen. In Europa bleibe es das überragende Ziel der Europäischen Zentralbank (EZB) disinflationäre Risiken zu bekämpfen. Mehr Unsicherheit bezüglich der Politik der US-Notenbank und damit auch über den Verlauf des Dollars dürfte die EZB direkt berühren. Bereits heute seien in Frankfurt Diskussionen im Gange, ob das Programm zum Anleihen-Aufkauf nicht erweitert werden solle - entspreche doch die wirtschaftliche Verbesserung in der Eurozone nicht ganz den Erwartungen der EZB. Ein schwächerer Dollar gegenüber dem Euro dürfte noch zusätzlich den Druck auf die Exporteure und auf die Importpreise erhöhen. Über den Dollar-Kurs übertrage sich die Unsicherheit in der US-Geldpolitik auch auf die Europäische Zentralbank.
Die Geldpolitik in der Eurozone stelle heute den wichtigsten Treiber für den Außenwert des Schweizer Frankens dar. Sollte sich die EZB dazu entscheiden, die Geldpolitik expansiver zu gestalten, indem sie beispielsweise die Zinsen weiter senke, könnte das die in den letzten Wochen zu beobachtende Abschwächung des Frankens gefährden. Die Schweizerische Nationalbank müsste in diesem Fall wieder auf dem Devisenmarkt intervenieren oder gar ihrerseits die Leitzzinsen weiter senken. Damit wäre dann die Unsicherheit, die von der US-Notenbank ausgehe, letzten Endes auch in der Schweiz angekommen. (29.09.2015/alc/a/a)


