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US-Arbeitsmarktdaten stehen an - Zwei Falken aus dem FOMC beziehen klare Position
08.07.22 10:30
Der Aktionär
Kulmbach (www.anleihencheck.de) - An diesem Freitagnachmittag werden die neuesten US-Arbeitsmarktdaten für Juni präsentiert, so Thomas Bergmann von "Der Aktionär".
Die Marktteilnehmer würden sich Hinweise darauf erhoffen, wie stark die Konjunktur unter der Zinswende leide und ob es Hinweise darauf gebe, wie weit diese gehen könnte. Zwei Falken aus dem FOMC hätten eine klare Position bezogen.
FED-Direktor Christopher Waller und der Präsident der St. Louis FED, James Bullard, hätten sich ausgesprochen, die Zinsen in diesem Monat um weitere 75 Basispunkte anzuheben, um die Inflation einzudämmen. Dass die US-Wirtschaft auf eine Rezession zusteuere, hätten sie nicht befürchtet.
"Wir müssen in Bezug auf Zinsen und Geldpolitik zu einem viel restriktiveren Umfeld kommen, und wir müssen das so schnell wie möglich tun", zitiere die Nachrichtenagentur Bloomberg FED-Direktor Waller. "Ich bin also definitiv für eine weitere Anhebung um 75 Basispunkte im Juli und wahrscheinlich 50 im September", habe er am Donnerstag während eines von der National Association for Business Economics veranstalteten Webcasts gesagt.
"Danach können wir darüber diskutieren, ob wir wieder auf 25 Basispunkte zurückgehen oder ob wir noch mehr tun müssen, wenn die Inflation nicht zu sinken scheint." Wie Bloomberg berichte, sei Waller angesichts des robusten Arbeitsmarktes zuversichtlich, dass die US-Wirtschaft höhere Kreditkosten aushalten könne. Bei den heutigen Arbeitsmarktdaten für Juni würden Volkswirte einen Stellenaufbau um 268.000 erwarten. Eine solche Zahl wäre im historischen Vergleich als "phänomenal" anzusehen, so der FED-Direktor.
Auch Bullard habe seine Forderung wiederholt, die Geldpolitik weiter zu straffen. Die USA hätten dennoch "gute Chancen auf eine weiche Landung", und dies sei trotz der immer bestehenden Risiken auch das Basisszenario, habe er bei einer Veranstaltung am Donnerstag erklärt. "Wenn ich all diese Rezessionsprognosemodelle sehe, muss ich ein wenig schmunzeln, denn wir wissen, dass es gar nicht so einfach ist, eine Rezession vorherzusagen", zitiere ihn Bloomberg.
"Diese Modelle haben vielleicht ein wenig Vorhersagekraft, aber nur sehr wenig. Im Allgemeinen sind makroökonomische Prognosen für das BIP-Wachstum nicht einmal über 12 oder 18 Monate hinaus so gut. Danach geht der Informationsgehalt gegen null."
Für den Markt gelte eine Zinsanhebung um 75 Basispunkte beim Meeting am 27. Juli als ausgemachte Sache. Die meisten würden auch wie Waller einen Anstieg um weitere 50 Basispunkte im September sehen. Im Dezember werde der Leitzins der FED wieder die 3-Prozent-Marke überspringen.
Sollte die FED entsprechend vorgehen, müsse dies für die Märkte nichts Schlechtes bedeuten, denn es würde signalisieren, dass die Wirtschaft robust dastehe. Gleichzeitig dürfte der Euro weiter an Wert verlieren und wahrscheinlich bald unter die Parität fallen. Große US-Aktien seien deutschen deshalb vorzuziehen, zumal die Währung für zusätzliche Gewinne sorgen sollte. (08.07.2022/alc/a/a)
Die Marktteilnehmer würden sich Hinweise darauf erhoffen, wie stark die Konjunktur unter der Zinswende leide und ob es Hinweise darauf gebe, wie weit diese gehen könnte. Zwei Falken aus dem FOMC hätten eine klare Position bezogen.
FED-Direktor Christopher Waller und der Präsident der St. Louis FED, James Bullard, hätten sich ausgesprochen, die Zinsen in diesem Monat um weitere 75 Basispunkte anzuheben, um die Inflation einzudämmen. Dass die US-Wirtschaft auf eine Rezession zusteuere, hätten sie nicht befürchtet.
"Wir müssen in Bezug auf Zinsen und Geldpolitik zu einem viel restriktiveren Umfeld kommen, und wir müssen das so schnell wie möglich tun", zitiere die Nachrichtenagentur Bloomberg FED-Direktor Waller. "Ich bin also definitiv für eine weitere Anhebung um 75 Basispunkte im Juli und wahrscheinlich 50 im September", habe er am Donnerstag während eines von der National Association for Business Economics veranstalteten Webcasts gesagt.
Auch Bullard habe seine Forderung wiederholt, die Geldpolitik weiter zu straffen. Die USA hätten dennoch "gute Chancen auf eine weiche Landung", und dies sei trotz der immer bestehenden Risiken auch das Basisszenario, habe er bei einer Veranstaltung am Donnerstag erklärt. "Wenn ich all diese Rezessionsprognosemodelle sehe, muss ich ein wenig schmunzeln, denn wir wissen, dass es gar nicht so einfach ist, eine Rezession vorherzusagen", zitiere ihn Bloomberg.
"Diese Modelle haben vielleicht ein wenig Vorhersagekraft, aber nur sehr wenig. Im Allgemeinen sind makroökonomische Prognosen für das BIP-Wachstum nicht einmal über 12 oder 18 Monate hinaus so gut. Danach geht der Informationsgehalt gegen null."
Für den Markt gelte eine Zinsanhebung um 75 Basispunkte beim Meeting am 27. Juli als ausgemachte Sache. Die meisten würden auch wie Waller einen Anstieg um weitere 50 Basispunkte im September sehen. Im Dezember werde der Leitzins der FED wieder die 3-Prozent-Marke überspringen.
Sollte die FED entsprechend vorgehen, müsse dies für die Märkte nichts Schlechtes bedeuten, denn es würde signalisieren, dass die Wirtschaft robust dastehe. Gleichzeitig dürfte der Euro weiter an Wert verlieren und wahrscheinlich bald unter die Parität fallen. Große US-Aktien seien deutschen deshalb vorzuziehen, zumal die Währung für zusätzliche Gewinne sorgen sollte. (08.07.2022/alc/a/a)


