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US-Anleihen: Stressindikatoren in den USA nehmen zu
20.11.18 11:15
BNY Mellon IM
Brüssel (www.anleihencheck.de) - Paul Brain, Leiter Fixed Income bei Newton IM - einem Anlagespezialisten von BNY Mellon IM - äußert sich zu den aktuellen Aussichten für US-Anleihen.
Die Erholung der Renditen von US-Staatsanleihen seit Ende August entspreche dem in einer Phase mit steigenden Zentralbankzinsen, zunehmendem Angebot und kräftigem Wachstum zu erwartenden Muster. Im Zuge des geldpolitischen Straffungszyklus in den USA erfasse der Negativeffekt auf die Schwellenmärkte inzwischen die Unternehmensanleihen und sorge dafür, dass auch sie Verluste verbuchen würden.
Wann werde sich der Straffungszyklus auf die Realwirtschaft und damit die Kreditmärkte auswirken, was bei den Renditen von Staatsanleihen zu einem Richtungswechsel führen würde? Belastungssignale durch die restriktivere Geldpolitik würden allmählich darauf hindeuten, dass der nächste Anstieg der US-Geldmarktsätze um 50 bis 100 Basispunkte die Konjunktur bremsen sowie Bonitätsherabstufungen und einen Anstieg der Ausfallquoten auslösen werde.
Keiner der jüngsten Marktschocks habe bislang eine dauerhafte Rally der als sichere Häfen geltenden Anlagen herbeigeführt, weil der Straffungszyklus in den USA die Konjunktur noch nicht abkühle. Das werde aber nicht mehr lange auf sich warten lassen. Die wichtigsten Maßnahmen für den Verbraucher würden die Hypothekenzinsen und die Sätze für Autokredite deuten. Sowohl für Hypotheken als auch für Autokredite hätten die Zinsen unlängst von dem seit 2011 verzeichneten ausgesprochen niedrigen Niveau aus angezogen und würden die verfügbaren Haushaltseinkommen zunehmend belasten.
Für Unternehmen sei vor allem ihr durchschnittlicher Fremdkapitalzins maßgeblich. Der Durchschnittskupon für US-Unternehmensanleihen mit dreijähriger Laufzeit sei trotz steigender Bondrenditen stetig zurückgegangen. Die Durchschnittsrendite länger laufender Anleihen sage viel darüber aus, was die betreffenden Unternehmen künftig für Fremdkapital zahlen müssten - und das sei inzwischen mehr als für jetzt fällig werdende Papiere. Die zusätzlichen Fremdkapitalkosten würden sich in Verbindung mit höheren kurzfristigen Finanzierungskosten, steigenden Lohnkosten und höheren Energie-/Herstellungskosten negativ auf die Investitionen auswirken und manche Unternehmen in die Zahlungsunfähigkeit treiben.
Für all diese Stressindikatoren gelte: Sie kämen zwar von einem niedrigen Ausgangsniveau, nähmen jedoch stetig zu, was bei risikoreicheren Anlagen für steigende Nervosität sorge. Damit die als sichere Häfen geltenden US-Staatsanleihen heftiger reagieren würden, müsse die voraussichtliche Spitze der US-Zinsen neu eingeschätzt werden, doch die Endphase der Konjunktur habe eindeutig begonnen. (20.11.2018/alc/a/a)
Die Erholung der Renditen von US-Staatsanleihen seit Ende August entspreche dem in einer Phase mit steigenden Zentralbankzinsen, zunehmendem Angebot und kräftigem Wachstum zu erwartenden Muster. Im Zuge des geldpolitischen Straffungszyklus in den USA erfasse der Negativeffekt auf die Schwellenmärkte inzwischen die Unternehmensanleihen und sorge dafür, dass auch sie Verluste verbuchen würden.
Keiner der jüngsten Marktschocks habe bislang eine dauerhafte Rally der als sichere Häfen geltenden Anlagen herbeigeführt, weil der Straffungszyklus in den USA die Konjunktur noch nicht abkühle. Das werde aber nicht mehr lange auf sich warten lassen. Die wichtigsten Maßnahmen für den Verbraucher würden die Hypothekenzinsen und die Sätze für Autokredite deuten. Sowohl für Hypotheken als auch für Autokredite hätten die Zinsen unlängst von dem seit 2011 verzeichneten ausgesprochen niedrigen Niveau aus angezogen und würden die verfügbaren Haushaltseinkommen zunehmend belasten.
Für Unternehmen sei vor allem ihr durchschnittlicher Fremdkapitalzins maßgeblich. Der Durchschnittskupon für US-Unternehmensanleihen mit dreijähriger Laufzeit sei trotz steigender Bondrenditen stetig zurückgegangen. Die Durchschnittsrendite länger laufender Anleihen sage viel darüber aus, was die betreffenden Unternehmen künftig für Fremdkapital zahlen müssten - und das sei inzwischen mehr als für jetzt fällig werdende Papiere. Die zusätzlichen Fremdkapitalkosten würden sich in Verbindung mit höheren kurzfristigen Finanzierungskosten, steigenden Lohnkosten und höheren Energie-/Herstellungskosten negativ auf die Investitionen auswirken und manche Unternehmen in die Zahlungsunfähigkeit treiben.
Für all diese Stressindikatoren gelte: Sie kämen zwar von einem niedrigen Ausgangsniveau, nähmen jedoch stetig zu, was bei risikoreicheren Anlagen für steigende Nervosität sorge. Damit die als sichere Häfen geltenden US-Staatsanleihen heftiger reagieren würden, müsse die voraussichtliche Spitze der US-Zinsen neu eingeschätzt werden, doch die Endphase der Konjunktur habe eindeutig begonnen. (20.11.2018/alc/a/a)


