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USA: Der undankbare Job des Jerome Powel
07.04.25 11:54
Oberbank
Linz (www.anleihencheck.de) - Die in der Vorwoche von US-Präsident Donald Trump verkündeten massiven Zölle haben die internationalen Finanzmärkte auf Talfahrt geschickt; ein Trend, der sich heute früh auch an den asiatischen Börsen fortsetzt, so Oberbank in ihrem aktuellen Tageskommentar zu den internationalen Finanzmärkten.
Auch der US-Dollar sei stark in Mitleidenschaft gezogen worden. Gegenüber dem Euro habe USD zum Ende der Woche zweitweise um 3% abgewertet - die größte Abwärtsbewegung der letzten Jahre. Heute Morgen notiere EUR/USD leicht erholt an der 1,1000-Marke. Während der USD nach den ersten Zollankündigungen von Trump Ende Januar noch an Stärke zugelegt habe, sei es diesmal klar in die andere Richtung gegangen. Erstens, weil die Zölle am obersten Ende der Erwartungen gelegen hätten. "Schlimmer hätte es nicht mehr kommen können", laute die Analyse. Zweitens, weil die Marktbeobachter in den USA mittlerweile offen von der Möglichkeit einer Rezession sprechen würden. Der Blick sollte diese Woche auf folgendes gerichtet sein: Kämen die Zölle wirklich in der von Trump angekündigten Höhe oder würden sich doch Verhandlungen über den Abbau von Zöllen und Handelsbeschränkungen anbahnen? Oder würden andere Länder dem Beispiel Chinas folgen, das mit Gegenzöllen von ebenfalls 34% auf amerikanische Produkte reagiert habe? Von der EU werde dazu beim heutigen Handelsministertreffen eine Antwort erwartet. Eins sei sicher: Zölle seien auch diese Woche das entscheidende Thema.
Es gebe sie noch, die Fundamentaldaten, die angesichts des drohenden Handelskrieges scheinbar in den Hintergrund geraten würden. Am Freitag seien in den USA Arbeitsmarktdaten veröffentlicht worden. Dabei steche vor allem die Zahl der neu geschaffenen Jobs im März hervor: 228.000 - ein starker Anstieg zum Vormonat. Das sei dann aber wieder mit der Nüchternheit der Fundamentaldaten gewesen. Trump habe diese Nachrichten genutzt und folgende Botschaft an den FED-Vorsitzenden Powell gerichtet: "Cut interest rates, Jerome, and stop playing politics." Dieser zeige sich aber unbeeindruckt. In einer Rede am Freitag habe er angesichts der hohen Zölle vor einer hartnäckigen Inflation gewarnt. "Wait and see" scheine die Devise der FED in Bezug auf mögliche Zinssenkungen zu sein. Das Verhältnis Trump/Powell werde uns wohl noch länger beschäftigen. (07.04.2025/alc/a/a)
Auch der US-Dollar sei stark in Mitleidenschaft gezogen worden. Gegenüber dem Euro habe USD zum Ende der Woche zweitweise um 3% abgewertet - die größte Abwärtsbewegung der letzten Jahre. Heute Morgen notiere EUR/USD leicht erholt an der 1,1000-Marke. Während der USD nach den ersten Zollankündigungen von Trump Ende Januar noch an Stärke zugelegt habe, sei es diesmal klar in die andere Richtung gegangen. Erstens, weil die Zölle am obersten Ende der Erwartungen gelegen hätten. "Schlimmer hätte es nicht mehr kommen können", laute die Analyse. Zweitens, weil die Marktbeobachter in den USA mittlerweile offen von der Möglichkeit einer Rezession sprechen würden. Der Blick sollte diese Woche auf folgendes gerichtet sein: Kämen die Zölle wirklich in der von Trump angekündigten Höhe oder würden sich doch Verhandlungen über den Abbau von Zöllen und Handelsbeschränkungen anbahnen? Oder würden andere Länder dem Beispiel Chinas folgen, das mit Gegenzöllen von ebenfalls 34% auf amerikanische Produkte reagiert habe? Von der EU werde dazu beim heutigen Handelsministertreffen eine Antwort erwartet. Eins sei sicher: Zölle seien auch diese Woche das entscheidende Thema.
Es gebe sie noch, die Fundamentaldaten, die angesichts des drohenden Handelskrieges scheinbar in den Hintergrund geraten würden. Am Freitag seien in den USA Arbeitsmarktdaten veröffentlicht worden. Dabei steche vor allem die Zahl der neu geschaffenen Jobs im März hervor: 228.000 - ein starker Anstieg zum Vormonat. Das sei dann aber wieder mit der Nüchternheit der Fundamentaldaten gewesen. Trump habe diese Nachrichten genutzt und folgende Botschaft an den FED-Vorsitzenden Powell gerichtet: "Cut interest rates, Jerome, and stop playing politics." Dieser zeige sich aber unbeeindruckt. In einer Rede am Freitag habe er angesichts der hohen Zölle vor einer hartnäckigen Inflation gewarnt. "Wait and see" scheine die Devise der FED in Bezug auf mögliche Zinssenkungen zu sein. Das Verhältnis Trump/Powell werde uns wohl noch länger beschäftigen. (07.04.2025/alc/a/a)


