Erweiterte Funktionen
USA: Die erste Zinserhöhung im März scheint sehr wahrscheinlich
02.03.18 11:30
Weberbank
Berlin (www.anleihencheck.de) - In Europa stellt man sich derzeit die Frage, warum die Aufholbewegung am Aktienmarkt seit der Korrektur von Anfang Februar nicht so stark ausfiel wie in den USA, so Alexander Lokat von der Weberbank.
Argumente könnten die zuletzt veröffentlichten Wirtschaftsindikatoren der Eurozone und Deutschlands bieten, die viele Marktteilnehmer eher enttäuschen würden. Diese Ansicht teilen die Analysten der Weberbank nicht ganz, da die Wirtschaftsindikatoren ihrer Meinung nach bereits seit einiger Zeit ein zu ambitioniertes Wirtschaftswachstum prognostizierten. Die Überhitzungsgefahr der positiven Stimmung sei relativ stark angewachsen, weshalb es nach Meinung der Analysten normal sei, dass sich beispielsweise die ZEW-Erwartungen im Euroraum etwas eintrüben und keine neuen Höchststände markieren würden. Und trotz eines ifo-Berichtes, dessen Erwartungskomponente zum dritten Mal in Folge gefallen ist, sehen die Analysten der Weberbank diesen Umstand nicht als Signal einer Trendwende an, sondern eher als Normalisierung gegenüber den aktuellen Wachstumsprognosen.
Die Fundamentaldaten Europas seien nach wie vor positiv, und die bereits laufende Berichtssaison der europäischen Unternehmen sollte den Gegenwind der Indikatoren abschwächen können. In Europa könnten zudem die gestiegenen Profitmargen zu einem Rückenwind für den europäischen Aktienmarkt werden. Die am Wochenende anstehende Wahl in Italien sollte die Märkte nach Meinung der Analysten nicht beeinflussen, da die Wahrscheinlichkeit einer pro-europäischen Koalition gestiegen sei. Insgesamt sähen sie mittelfristig ein Aufholpotenzial bei den europäischen Werten im Vergleich zu den USA und würden weiterhin positiv für Aktien in Europa bleiben.
In den USA sei die Berichtssaison der Unternehmen bereits so gut wie beendet - mit exzellenten Ergebnissen. Und auch der Ausblick für die kommenden zwölf Monate sei laut den Analysten mit durchschnittlich 20 Prozent erwartetem Gewinnwachstum für die amerikanischen Unternehmen im S&P 500-Aktienindex sehr positiv und sogar besser als in Europa. Hier würden die Marktteilnehmer ca. 12 Prozent Gewinnwachstum für die nächsten zwölf Monate erwarten. Nachdem der amerikanische Aktienmarkt noch Anfang des Jahres von der im letzten Jahr verabschiedeten Steuerreform einen Rückenwind verspürt habe, seien diese Effekte nach Meinung der Analysten bereits in den Erwartungen verarbeitet worden.
Allerdings würden die großen Technologieunternehmen in den USA für eine gute Unterstützung sorgen und seien ein wichtiger Grund für die schnelle Erholung am Aktienmarkt. Sei es das also schon mit der Korrektur in den USA gewesen? Nach Meinung der Analysten der Weberbank sollte man sich in diesen windigen Zeiten nicht von fallenden Kursen überraschen lassen, trotzdem die Aussichten positiv sind. Aufgrund der gefallenen Bewertungen in den USA könnten sich jetzt ganz gezielt attraktive Einstiegsmöglichkeiten ergeben, da die Fundamentaldaten auch in den USA unverändert positiv seien.
Geändert hätten sich dagegen die Prognosen, wie oft die FED die Zinsen in diesem Jahr erhöhen könnte. Jerome Powell habe als neuer Vorsitzender der Notenbank trotz volatiler Aktienmarktbewegungen auf einen weiterhin graduellen Zinsanstieg hingewiesen, und daher scheine die erste Zinserhöhung der FED im Jahr 2018 im März sehr wahrscheinlich. Nachdem bereits aus dem FED-Protokoll der letzten Woche hervorgegangen sei, dass in den USA auch vier Zinserhöhungen in diesem Jahr aufgrund der guten Wirtschaftsentwicklung möglich seien, habe dies an den Aktienmärkten für fallende Kurse gesorgt. Trotz einer aktuellen Schwächephase an den Aktienmärkten, ausgelöst durch Inflations- und Zinserwartungen, glauben die Analysten der Weberbank nicht, dass das aktuelle Zinsniveau Aktien mittelfristig belasten wird. Im Gegenteil: Steigende Zinsen, die sich durch ein starkes wirtschaftliches Wachstum begründen würden, seien ein Nachweis für positive Unternehmensergebnisse.
Im Land der aufgehenden Sonne seien die Fundamentaldaten für die Wirtschaft und die Unternehmen positiv, die Zentralbank Japans unterstütze bereits seit Jahren den Kapitalmarkt durch Anleihekäufe, und die Regierung habe sich eine aktionärsfreundliche Politik auf die Fahnen geschrieben. Das Ergebnis sei gewesen, dass der japanische Leitindex Nikkei im letzten Oktober ein neues 20-Jahres-Hoch erreicht habe. In diesem Jahr habe der Rückenwind in Japan aber etwas nachgelassen, und Gegenwind sei für das zuletzt schwache Wirtschaftswachstum aufgezogen.
Allerdings sind die wirtschaftlichen Aussichten weiterhin positiv, sodass sich die japanischen Aktien nach Meinung der Analysten der Weberbank derzeit auf einem attraktiven Bewertungsniveau befinden und ein interessantes Investment darstellen. Besonders die zuletzt positiv überraschenden Quartalsergebnisse der Unternehmen würden den gesunden wirtschaftlichen Wachstumspfad widerspiegeln. Dank der Unterstützung durch die Zentralbank sollte auch der zuletzt stärker gewordene Japanische Yen nicht weiter aufwerten und somit keine Gefahr für die exportorientierten japanischen Unternehmen darstellen. (02.03.2018/alc/a/a)
Argumente könnten die zuletzt veröffentlichten Wirtschaftsindikatoren der Eurozone und Deutschlands bieten, die viele Marktteilnehmer eher enttäuschen würden. Diese Ansicht teilen die Analysten der Weberbank nicht ganz, da die Wirtschaftsindikatoren ihrer Meinung nach bereits seit einiger Zeit ein zu ambitioniertes Wirtschaftswachstum prognostizierten. Die Überhitzungsgefahr der positiven Stimmung sei relativ stark angewachsen, weshalb es nach Meinung der Analysten normal sei, dass sich beispielsweise die ZEW-Erwartungen im Euroraum etwas eintrüben und keine neuen Höchststände markieren würden. Und trotz eines ifo-Berichtes, dessen Erwartungskomponente zum dritten Mal in Folge gefallen ist, sehen die Analysten der Weberbank diesen Umstand nicht als Signal einer Trendwende an, sondern eher als Normalisierung gegenüber den aktuellen Wachstumsprognosen.
Die Fundamentaldaten Europas seien nach wie vor positiv, und die bereits laufende Berichtssaison der europäischen Unternehmen sollte den Gegenwind der Indikatoren abschwächen können. In Europa könnten zudem die gestiegenen Profitmargen zu einem Rückenwind für den europäischen Aktienmarkt werden. Die am Wochenende anstehende Wahl in Italien sollte die Märkte nach Meinung der Analysten nicht beeinflussen, da die Wahrscheinlichkeit einer pro-europäischen Koalition gestiegen sei. Insgesamt sähen sie mittelfristig ein Aufholpotenzial bei den europäischen Werten im Vergleich zu den USA und würden weiterhin positiv für Aktien in Europa bleiben.
Allerdings würden die großen Technologieunternehmen in den USA für eine gute Unterstützung sorgen und seien ein wichtiger Grund für die schnelle Erholung am Aktienmarkt. Sei es das also schon mit der Korrektur in den USA gewesen? Nach Meinung der Analysten der Weberbank sollte man sich in diesen windigen Zeiten nicht von fallenden Kursen überraschen lassen, trotzdem die Aussichten positiv sind. Aufgrund der gefallenen Bewertungen in den USA könnten sich jetzt ganz gezielt attraktive Einstiegsmöglichkeiten ergeben, da die Fundamentaldaten auch in den USA unverändert positiv seien.
Geändert hätten sich dagegen die Prognosen, wie oft die FED die Zinsen in diesem Jahr erhöhen könnte. Jerome Powell habe als neuer Vorsitzender der Notenbank trotz volatiler Aktienmarktbewegungen auf einen weiterhin graduellen Zinsanstieg hingewiesen, und daher scheine die erste Zinserhöhung der FED im Jahr 2018 im März sehr wahrscheinlich. Nachdem bereits aus dem FED-Protokoll der letzten Woche hervorgegangen sei, dass in den USA auch vier Zinserhöhungen in diesem Jahr aufgrund der guten Wirtschaftsentwicklung möglich seien, habe dies an den Aktienmärkten für fallende Kurse gesorgt. Trotz einer aktuellen Schwächephase an den Aktienmärkten, ausgelöst durch Inflations- und Zinserwartungen, glauben die Analysten der Weberbank nicht, dass das aktuelle Zinsniveau Aktien mittelfristig belasten wird. Im Gegenteil: Steigende Zinsen, die sich durch ein starkes wirtschaftliches Wachstum begründen würden, seien ein Nachweis für positive Unternehmensergebnisse.
Im Land der aufgehenden Sonne seien die Fundamentaldaten für die Wirtschaft und die Unternehmen positiv, die Zentralbank Japans unterstütze bereits seit Jahren den Kapitalmarkt durch Anleihekäufe, und die Regierung habe sich eine aktionärsfreundliche Politik auf die Fahnen geschrieben. Das Ergebnis sei gewesen, dass der japanische Leitindex Nikkei im letzten Oktober ein neues 20-Jahres-Hoch erreicht habe. In diesem Jahr habe der Rückenwind in Japan aber etwas nachgelassen, und Gegenwind sei für das zuletzt schwache Wirtschaftswachstum aufgezogen.
Allerdings sind die wirtschaftlichen Aussichten weiterhin positiv, sodass sich die japanischen Aktien nach Meinung der Analysten der Weberbank derzeit auf einem attraktiven Bewertungsniveau befinden und ein interessantes Investment darstellen. Besonders die zuletzt positiv überraschenden Quartalsergebnisse der Unternehmen würden den gesunden wirtschaftlichen Wachstumspfad widerspiegeln. Dank der Unterstützung durch die Zentralbank sollte auch der zuletzt stärker gewordene Japanische Yen nicht weiter aufwerten und somit keine Gefahr für die exportorientierten japanischen Unternehmen darstellen. (02.03.2018/alc/a/a)


