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USA: Zinswende der FED vermutlich verzögert


26.04.24 11:43
Postbank Research

Bonn (www.anleihencheck.de) - Die Inflationsrate in den USA stieg im Februar unerwartet stark von 3,2 auf 3,5 Prozent, während die Kerninflationsrate bei 3,8 Prozent verharrte (erwartet wurde ein leichter Rückgang), so die Analysten von Postbank Research.

Die PCE-Kerninflation sei im Februar von 2,9 auf 2,8 Prozent gesunken.

Der Arbeitsmarkt habe sich auch im März sehr robust gezeigt: Der Stellenaufbau habe mit 303 Tsd. spürbar über den Prognosen gelegen, zudem seien die beiden Vormonate aufwärts revidiert worden. Die Arbeitslosenquote sei von 3,9 auf 3,8 Prozent gesunken, die Gehälter seien "nur noch" um 4,1 Prozent zum Vorjahr gestiegen. Im Februar habe es gemäß dem JOLTS Report immer noch und nahezu unverändert mehr als 8,75 Millionen offene Stellen gegeben.

Der ISM-Index der Industrie sei im März unerwartet auf 50,3 Punkte und somit erstmals seit Oktober 2022 in den expansiven Bereich gesprungen, während der Index für Dienstleistungen unerwartet von 52,6 auf 51,4 Punkte zurückgesetzt habe.

Aufgrund der starken Konjunkturdaten seien an den Märkten die Erwartungen an Zinssenkungen der FED deutlich reduziert worden. Bis zum März 2025 würden nun nur noch 2,5 Zinssenkungen a 25 BP eingepreist, mit einer ersten Senkung im September 2024. Niedrigere Leitzinsen als 4,0 Prozent würden aktuell an den Zinsterminmärkten nicht erwartet.

Der US-Dollar habe Rückenwind von den steigenden US-Renditen und als "sicherer Hafen" wegen der Konflikte im Nahen Osten bekommen. Kurzfristig könnte er weiter zulegen. In sechs Monaten könnte er aber etwas leichter bei EUR/USD 1,0850 notieren. (Ausgabe Währungsbulletin Mai 2024) (26.04.2024/alc/a/a)