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USA: Zinssenkung wahrscheinlich


10.07.19 13:30
Union Investment

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - US-Schatzanweisungen knüpften im Juni an die Kursgewinne aus dem Vormonat an, so die Experten von Union Investment.

Der übergeordnete Trend zu niedrigeren Renditen bleibe damit intakt. Zwischenzeitlich hätten zehnjährige Staatsanleihen sogar die Renditemarke von 2 Prozent unterschritten. Schwache Konjunkturdaten und der anhaltende Handelsstreit hätten für eine hohe Nachfrage gesorgt. Zum Monatsende hin hätten sich Anleger abwartend gezeigt und gespannt nach Osaka geblickt, wo der G20-Gipfel stattgefunden habe. Dabei hätten weniger die eigentlichen Gipfelergebnisse interessiert, sondern vielmehr das "Rahmenprogramm". Am Rande des Treffens sei ein Austausch zwischen US-Präsident Trump mit dem chinesischen Staatschef Xi Jinping angesetzt gewesen. Ziel sei es gewesen, eine Lösung im Handelsstreit zu finden. Letztlich sei zwar kein Durchbruch erzielt worden, beide Seiten hätten sich aber wieder verhandlungsbereit gezeigt. Neue Zölle würden somit vorerst nicht eingeführt. Da die Ergebnisse jedoch erst nach Handelsschluss bekannt gegeben worden seien, sei eine Marktreaktion darauf noch im Juni ausgeblieben.

Es habe Gerüchte gegeben, wonach Peking bei einer möglichen weiteren Eskalationsstufe seitens der US-Regierung zukünftig weniger bereit sein könnte, US-Staatsanleihen zu erwerben. China sei der größte Gläubiger der USA. Diese Gedankenspiele hätten bislang aber (noch) keinen Einfluss auf die Kursentwicklung der US-Papiere gehabt.

Eine große Unterstützung habe erneut die Geldpolitik der US-Notenbank dargestellt. Auf der regulären Sitzung im Juni seien die Leitzinsen zwar unverändert gelassen worden, acht der 17 FED-Mitglieder hätten sich allerdings für eine Zinssenkung ausgesprochen. Laut ihrem Vorsitzenden Powell sei es das Ziel der FED, den wirtschaftlichen Aufschwung am Leben zu halten. Marktteilnehmer würden daher fest mit Zinssenkungen in der zweiten Jahreshälfte rechnen. Um ein Signal zu setzen und eine sinnvolle Stimulation der US-Wirtschaft zu erzielen, werde in einer ersten Reaktion von einem Zinsschritt von 50 Basispunkten ausgegangen. Gemessen am J.P. Morgan Global Bond US-Index hätten sich US-Schatzanweisungen im Juni um 0,9 Prozent verteuert. Nach vorn gerichtet sei nicht mit steigenden Renditen zu rechnen. (Ausgabe vom 09.07.2019) (10.07.2019/alc/a/a)