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USA: Der Zinserhöhungszyklus ist noch nicht zu Ende


16.12.22 16:30
Raiffeisen Bank International AG

Wien (www.anleihencheck.de) - Die Federal Reserve reduzierte das Tempo der Zinserhöhungen von 75 auf 50 Basispunkte, wodurch das Leitzinsniveau auf 4,25% bis 4,5% stieg, so die Analysten der Raiffeisen Bank International AG (RBI).

Der Zinserhöhungszyklus sei aber noch nicht zu Ende, wie auch die neuen Prognosen zeigen würden. Der zuletzt abnehmende Kerninflationsdruck im Oktober/November scheine die FED nicht davon überzeugt zu haben, dass ein Richtungsschwenk angebracht wäre. Vielmehr gehe man davon aus, dass eine nachhaltige Reduktion der Kerninflation hin zum Notenbank-Ziel einige Zeit in Anspruch nehmen werde, da noch nichts auf eine Entspannung am Arbeitsmarkt und damit einhergehend beim Lohnwachstum hindeute. Die FED stelle für 2023 keine Zinssenkungen in Aussicht. Am Markt sehe man das anders.

Auf die eher hawkishe Notenbanksitzung habe der Treasury-Markt verhalten reagiert. Renditen kurzer Laufzeiten seien etwas angestiegen, während sich das lange Ende kaum bewegt habe. Da ihre Prognosen zur FED-Zinspolitik doch näher am Ausblick der Notenbank lägen, sähen die Analysten der RBI das aktuelle Renditeniveau mit Aufwärtsrisiken behaftet. Die Analysten der RBI würden zwar eine weitere Reduktion des Tempos der Zinserhöhungen auf der nächsten Zinssitzung als wahrscheinlich erachten (+25 Basispunkte) und ihre Einschätzung für die Terminal Rate bei 4,75% bis 5,0% belassen, sähen aber Wetten auf Zinssenkungen im zweiten Halbjahr als gewagt an. Am Ende werde der weitere Inflationsverlauf entscheiden, ob der Markt oder die FED mit ihrer Zinsmeinung richtig liege. Der letzte Inflationsbericht sei erfreulich gewesen, habe die Kerninflationsdynamik doch bei 0,2% p.m. gelegen und sei damit der Rückgang der Kerninflation vom Oktober bestätigt worden. Nächste Woche stehe die PCE-Inflation am Datenkalender, die so wie die VPI-Inflation im Jahresvergleich fallen sollte. (16.12.2022/alc/a/a)