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USA: Der Wohnraum löst bei den CPI-Daten gewisse Sorgen aus


15.08.24 09:45
Nord LB

Hannover (www.anleihencheck.de) - Die aktuellen Daten zur Entwicklung der Konsumentenpreise in den USA offenbaren für den Berichtsmonat Juli erwartungsgemäß einen leichten Anstieg, so die Analysten der Nord LB.

In konkreten Zahlen ausgedrückt habe sich hier eine Veränderungsrate von +0,2% M/M gezeigt. Die Jahresrate dieser Zeitreihe sei entsprechend auf einen Wert von +2,9% gefallen und notiere somit bereits ganz leicht unterhalb der psychologisch wichtigen Marke von 3,0%. Dies sei sicherlich eine wichtige Nachricht. Die Kernrate der Konsumentenpreise habe am aktuellen Rand ebenfalls um 0,2% M/M zugelegt, was mit einer Jahresrate von +3,2% korrespondiere. Die aktuellen Entwicklungen an der makroökonomischen Preisfront in Nordamerika dürften vorsichtigen Zinssenkungen der Notenbank in Washington also eher nicht im Wege stehen.

Die Inflationserwartungen der privaten Haushalte hätten sich in den USA zuletzt ebenfalls wieder leicht verringert, was auch eine gute Nachricht für das FOMC sei. Den jüngsten Daten folgend, die im Rahmen der von der New York FED durchgeführten Konsumentenbefragung erhoben worden seien, hätten die kurzfristigen Inflationserwartungen in den Vereinigten Staaten zuletzt sogar ganz knapp unter die "magische" Marke von 3,0% sinken können.

Diese Meldung dürfte insbesondere aus psychologischer Sicht eine hohe Bedeutung für die weitere Geldpolitik der FED haben. Vor allem die aktuellen Entwicklungen im wichtigen Segment "Wohnung" müssten die US-Notenbanker aber dazu ermahnen, bei den nun anstehenden Zinssenkungen tendenziell große Vorsicht walten zu lassen!

In der Tat zeige ein genauerer Blick auf die Details der aktuellen Zahlen, dass die Konsumentenpreise im Bereich "Wohnung" um beachtliche 0,4% M/M zugelegt hätten. Dies sei für die Notenbank in Washington sicherlich nicht unproblematisch. Die von einigen Marktbeobachtern fast schon gebetsmühlenartig heraufbeschworenen kräftigen Leitzinssenkungen durch die FED könnten an den internationalen Finanzmärkten nämlich durchaus erneute Sorgen bezüglich des Problems einer durch zu niedrige Zinsen ausgelösten Vermögenspreisinflation wecken.

In den Vereinigten Staaten bestehe über die Größen "Mieten" und "OER" wahrscheinlich eine recht direkte Verbindung zwischen den Immobilienpreisen und den Entwicklungen bei den CPIs. Insofern sei im aktuellen Umfeld wohl große Vorsicht bei der Neuausrichtung der US-Geldpolitik durch das FOMC geboten. Folglich könnte mit Blick auf die im Jahr 2024 wohl noch anstehenden Leitzinssenkungen durch die FED gelten: Weniger sei manchmal mehr!

Die US-Konsumentenpreise hätten sich im Juli erwartungsgemäß um 0,2% M/M erhöht. Die Kernrate dieser Zeitreihe habe ebenfalls um 0,2% M/M angezogen. Diese Entwicklungen stünden vorsichtigen Leitzinssenkungen durch die FED nicht notwendigerweise im Wege. Der deutliche Anstieg bei der wichtigen Komponente "Wohnung" dürfte bei den Notenbankern in Washington allerdings gewisse Sorgen auslösen. Diese Größe müsse nun sehr genau im Auge behalten werden. Kräftige Leitzinssenkungen durch die FED könnten an den internationalen Finanzmärkten nämlich durchaus erneute Sorgen bezüglich des Problems einer durch zu niedrige Zinsen ausgelösten Vermögenspreisinflation wecken.

In den Vereinigten Staaten bestehe über die Größen "Mieten" und "OER" wahrscheinlich eine recht direkte Verbindung zwischen den Immobilienpreisen und den Entwicklungen bei den CPIs. Insofern sei im aktuellen Umfeld wohl große Vorsicht bei der Neuausrichtung der US-Geldpolitik durch das FOMC geboten. In der Tat könnte mit Blick auf die im Jahr 2024 wohl noch anstehenden Leitzinssenkungen durch die FED gelten: Weniger sei manchmal mehr! (Ausgabe vom 14.08.2024) (15.08.2024/alc/a/a)