Erweiterte Funktionen

USA: Weiterer Renditeanstieg treibt US-Dollar auf Jahreshoch


09.10.23 08:30
Postbank Research

Bonn (www.anleihencheck.de) - Die Inflationsrate in den USA stieg zwar im August etwas deutlicher als erwartet von 3,2 auf 3,7 Prozent an, so die Analysten von Postbank Research.

Dies sei jedoch hauptsächlich den gestiegenen Benzinpreisen geschuldet gewesen. Die Kerninflationsrate sei erwartungsgemäß von 4,7 auf 4,3 Prozent gesunken.

Der Arbeitsmarktreport für den August habe ein gemischtes Bild gezeichnet. Die Arbeitslosenquote sei zwar von 3,5 auf 3,8 Prozent gestiegen, was allerdings durch eine höhere Erwerbsquote gut begründet gewesen sei. Der Stellenaufbau habe mit 187.000 leicht über den Prognosen gelegen. Die Vormonate seien jedoch abwärts revidiert worden. Die durchschnittlichen Stundenverdienste im Vergleich zum Vorjahr seien etwas geringer als im Vormonat gestiegen, nämlich um 4,3 Prozent.

Der ISM-Index der Industrie habe sich für den August moderat auf 47,6 Punkte verbessert, während der Index der Dienstleistungen mit 54,5 Punkten die Erwartungen merklich übertroffen habe.

Die Märkte hätten nach der September FED-Sitzung Zinssenkungen im kommenden Jahr weiter ausgepreist und eine weitere Zinserhöhung 2023 nichts ausgeschlossen. Mit rund 4,85 Prozent hätten zehnjährige US-Treasuries so hoch wie zuletzt im Jahre 2007 rentiert.

Der USD habe von dem Renditeanstieg profitiert, der DXY-Index sei auf ein Jahreshoch gestiegen. Die straffe Geldpolitik, der Streit um den US-Haushalt und die Streiks u.a. in der Autoindustrie könnten jedoch die Konsumentenstimmung dämpfen. Über die nächsten sechs Monate erscheine den Analysten deshalb eine Abwertung des Greenbacks auf EUR/USD 1,14 möglich. (Ausgabe Währungsbulletin Oktober 2023) (09.10.2023/alc/a/a)