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USA: Verhindern Trumps Zölle weitere Zinssenkungen?
07.02.25 15:30
Helaba
Frankfurt (www.anleihencheck.de) - In der kommenden Berichtswoche werden die Verbraucherpreisdaten zum Januar veröffentlicht, so die Analysten der Helaba.
In den vergangenen drei Monaten habe der Preisauftrieb ohne Energie und Nahrungsmittel im Schnitt bei knapp 0,3% pro Monat gelegen, was einer annualisierten Rate von 3,3% entspreche. Dies sei für die FED weiterhin zu hoch. Gemessen an der trägeren Vorjahresrate habe sich weder bei der Kernteuerung noch bei der Gesamtrate seit Mitte 2024 per Saldo etwas verbessert (Schaubild). Die Gesamtteuerung habe im Dezember 2024 bei 2,9% gelegen. Im Januar dürfte der Verbraucherpreisindex, u.a. dank höherer Benzinpreise, um 0,3% gg. Vm. (2,9% gg. Vj.) zugelegt haben (Kernindex: 0,2% gg. Vm., 3,1% gg. Vj.).
Als Beigabe zu den Januardaten gebe es diesmal aktualisierte Saisonfaktoren, die die Monatsdynamik der Preisentwicklung in den vergangenen Monaten etwas anders aussehen lassen könnten.
Kritischer für die Frage nach einer Rückkehr zur Preisniveaustabilität - und damit für die Notenbank - sei aber wohl der Ausblick für die Handelspolitik. Die von Präsident Trump angedrohten Einfuhrzölle auf Kanada, Mexiko und China seien zwar partiell erst einmal abgewendet, aber nicht dauerhaft vom Tisch. Sollten sie doch in vollem Umfang kommen, müssten wir wohl unsere Inflations- und FED-Prognosen erneut anpassen, so die Analysten der Helaba. Die bereits in Kraft getretenen zusätzlichen 10%-Zölle für China lägen dabei noch im Rahmen der Annahmen der Analysten der Helaba im Basis-Szenario, auch wenn sie etwas früher gekommen seien als unterstellt - und damit einen stärkeren Einfluss auf die jahresdurchschnittliche Teuerung hätten. Hinzu komme die Abschaffung einer Bagatellregel, unter der bislang Warenlieferungen im (angegebenen) Wert von unter 800 US-Dollar völlig zollfrei geblieben seien. Sie unterlägen ab sofort den bestehenden Einfuhrzollsätzen für China, plus den zusätzlichen 10%. Dies bringe erhebliche Probleme für chinesische Onlineplattformen - aber auch für die Post und den Zoll der USA, die sich nun jeden Tag mit der Verzollung von mehreren Mio. entsprechenden Paketen auseinander setzen müssten.
In einem gänzlich neuen Umfeld würden wir uns aber bewegen, wenn auch die umfangreichen Importe aus Mexiko und Kanada - bisher Teil einer Freihandelszone mit den USA - nun plötzlich mit 25% zu verzollen wären, so die Analysten der Helaba. Der Preiseffekt wäre um ein Vielfaches größer, selbst wenn der "passthrough" auf die Verbraucherpreise insgesamt gering sein sollte. Schätzungen würden bei vollständiger Umsetzung der angekündigten Maßnahmen für einen durchschnittlichen US-Haushalt von Mehrkosten von 1.200 US-Dollar pro Jahr ausgehen, wobei die Einkommensschwachseen relativ am stärksten betroffen wären1.
Dies würde sich in den Preisindices auf der Verbraucherstufe niederschlagen, eine Anhebung der Inflationsprognose der Analysten der Helaba nötig machen und weitere Zinssenkungen der FED 2025 wohl erst mal auf Eis legen.
1 Das PIIE schätzt den Verlust für das ärmste Fünftel der US-Haushalte auf -2,1% des jährlichen Einkommens nach Steuern, verglichen mit nur -0,6% für das oberste Prozent der Einkommensskala. (07.02.2025/alc/a/a)
In den vergangenen drei Monaten habe der Preisauftrieb ohne Energie und Nahrungsmittel im Schnitt bei knapp 0,3% pro Monat gelegen, was einer annualisierten Rate von 3,3% entspreche. Dies sei für die FED weiterhin zu hoch. Gemessen an der trägeren Vorjahresrate habe sich weder bei der Kernteuerung noch bei der Gesamtrate seit Mitte 2024 per Saldo etwas verbessert (Schaubild). Die Gesamtteuerung habe im Dezember 2024 bei 2,9% gelegen. Im Januar dürfte der Verbraucherpreisindex, u.a. dank höherer Benzinpreise, um 0,3% gg. Vm. (2,9% gg. Vj.) zugelegt haben (Kernindex: 0,2% gg. Vm., 3,1% gg. Vj.).
Als Beigabe zu den Januardaten gebe es diesmal aktualisierte Saisonfaktoren, die die Monatsdynamik der Preisentwicklung in den vergangenen Monaten etwas anders aussehen lassen könnten.
In einem gänzlich neuen Umfeld würden wir uns aber bewegen, wenn auch die umfangreichen Importe aus Mexiko und Kanada - bisher Teil einer Freihandelszone mit den USA - nun plötzlich mit 25% zu verzollen wären, so die Analysten der Helaba. Der Preiseffekt wäre um ein Vielfaches größer, selbst wenn der "passthrough" auf die Verbraucherpreise insgesamt gering sein sollte. Schätzungen würden bei vollständiger Umsetzung der angekündigten Maßnahmen für einen durchschnittlichen US-Haushalt von Mehrkosten von 1.200 US-Dollar pro Jahr ausgehen, wobei die Einkommensschwachseen relativ am stärksten betroffen wären1.
Dies würde sich in den Preisindices auf der Verbraucherstufe niederschlagen, eine Anhebung der Inflationsprognose der Analysten der Helaba nötig machen und weitere Zinssenkungen der FED 2025 wohl erst mal auf Eis legen.
1 Das PIIE schätzt den Verlust für das ärmste Fünftel der US-Haushalte auf -2,1% des jährlichen Einkommens nach Steuern, verglichen mit nur -0,6% für das oberste Prozent der Einkommensskala. (07.02.2025/alc/a/a)


