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USA: Trump-Politik beeinflusst Zinslandschaft - FED-Senkungen kürzer als erwartet


15.11.24 14:00
Raiffeisen Bank International AG

Wien (www.anleihencheck.de) - Trump macht einen Unterschied! In der vergangenen Woche haben wir unsere Prognosen für die US-Zinssätze aktualisiert, so die Analysten der Raiffeisen Bank International AG (RBI).

Der inflationäre Charakter von Trumps Politik werde nach Meinung der Analysten der RBI den Zinssenkungszyklus der FED verkürzen. Die Analysten der RBI würden Zinssenkungen im Ausmaß von 100 Basispunkten bis Mitte 2025 erwarten, wenn ein finaler Leitzinssatz von 3,5% bis 3,75% erreicht werde. Eine Senkung um 25 Basispunkte im Dezember, zwei Senkungen um 25 Basispunkte im ersten Quartal 2025 und eine Senkung um 25 Basispunkte im zweiten Quartal 2025.

Die VPI-Inflation und die Produzentenpreise für Oktober, welche weitgehend den Erwartungen entsprachen, sprechen für einen schrittweisen Ansatz, da die Zeit der schnellen Disinflation hinter uns zu liegen scheint, so die Analysten der RBI.

Im Vergleich zu den aktuellen Markterwartungen bleibe die RBI-Prognose im dovishen Spektrum. Aus diesem Grund lägen die RBI-Prognosen zum Jahresende auch etwas unter den aktuellen Renditeniveaus. Die Analysten der RBI sähen das größte Potenzial für einen Rückgang am kurzen Ende der Zinsstrukturkurve. Bei längerfristigen Laufzeiten sei die adverse Risiko-Einschätzung ein Faktor, der die US-Renditen weiter in die Höhe treiben könne.

Trumps politische Agenda sei mit einer höheren Durationsrisikoprämie verbunden. Dies habe Treasury-Renditen im Oktober bereits in die Höhe getrieben. Die Analysten der RBI würden jedoch nicht ausschließen, dass weitere Anstiege möglich seien, insbesondere im ersten Halbjahr 2025, wenn man beginne, Trumps Pläne umzusetzen. Kurz gesagt, werde Trump für anhaltende Volatilität auf der US-Treasury-Kurve sorgen, ein Umfeld, in dem die Analysten der RBI das kurze Ende der Kurve bevorzugen würden. (15.11.2024/alc/a/a)