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USA: Tapering könnte im Dezember angekündigt werden
09.08.21 11:04
Hamburg Commercial Bank
Hamburg (www.anleihencheck.de) - Die US-Wirtschaft ist in Q2 mit einem hohen Tempo von 6,5% (QoQ, annualisiert) gewachsen, nach 6,3% in Q1, so die Analysten der Hamburg Commercial Bank AG.
In der zweiten Jahreshälfte dürfte sich das Wachstum etwas verlangsamen. Für das Gesamtjahr würden die Analysten mit einem BIP-Anstieg um 6,2% rechnen.
Die hohe Wachstumsdynamik sei in erster Linie dem privaten Konsum zu verdanken, der um satte 12% (QoQ, annualisiert) zugenommen habe, während die Investitionstätigkeit zurückgegangen sei. Die aktuellen Indikatoren würden auf eine solide Dynamik hindeuten. So sei die Beschäftigung (ohne Landwirtschaft) im Juni um 850.000 neue Arbeitsverhältnisse gestiegen. Die ISM-Indices lägen in der Nähe von sehr hohen 60 Punkten.
Die PCE-Kerninflation sei weiter gestiegen (Juni: 3,5% YoY). Dennoch habe die Diskussion um eine zu hohe Inflation nachgelassen. Das spiegele sich in den kaum veränderten Inflationserwartungen wider. Dazu passend würden die Analysten zu Jahresbeginn 2022 einen kräftigen Rückgang der PCE-Kernrate auf 2,5% erwarten. Damit könnte die FED gut leben, denn sie strebe einen mehrjährigen Inflationsdurchschnitt von 2% an.
Ein Stabilitätsrisiko gehe möglicherweise vom Wohnimmobilienmarkt aus, auf dem die Preise derzeit mit einer Rekordrate von 17% YoY steigen würden. Wegen der niedrigen Zinsen sei jedoch kein Tragfähigkeitsproblem auf Seiten der privaten Haushalte zu erkennen, aber es bestehe die Gefahr, dass die Inflation durch höhere Mieten nach oben getrieben werde.
In Q4 dürfte die FED ankündigen, Anfang 2022 mit der Reduktion der Anleiheankäufe zu starten (sog. Tapering). Die Netto-Ankäufe sollten von derzeit 120 Mrd. US-Dollar innerhalb eines Jahres auf Null reduziert werden. In diesem Zuge sollten auch die langfristigen Renditen wieder moderat steigen. Sie seien in den vergangenen Wochen überraschend und sehr stark gefallen. Zehnjährige T-Notes würden jetzt unter 1,20% rentieren.
Die unerwartet schleppenden Impffortschritte sowie die Aussicht auf eine weniger expansive Fiskalpolitik könnten die Nachfrage nach langfristigen Bonds stimuliert haben. Ob das 1,2 Billionen USD umfassende Infrastrukturprogramm, auf das sich Demokraten und Republikaner aus dem Senat im Grundsatz geeinigt hätten, tatsächlich Gesetz werde, hänge in erster Linie an einem Teil der Demokaten im Abgeordnetenhaus. Diese würden auf weitere Ausgaben im Sozialbereich beharren, die mit dem Paket verknüpft werden sollten. (Ausgabe vom 06.08.2021) (09.08.2021/alc/a/a)
In der zweiten Jahreshälfte dürfte sich das Wachstum etwas verlangsamen. Für das Gesamtjahr würden die Analysten mit einem BIP-Anstieg um 6,2% rechnen.
Die hohe Wachstumsdynamik sei in erster Linie dem privaten Konsum zu verdanken, der um satte 12% (QoQ, annualisiert) zugenommen habe, während die Investitionstätigkeit zurückgegangen sei. Die aktuellen Indikatoren würden auf eine solide Dynamik hindeuten. So sei die Beschäftigung (ohne Landwirtschaft) im Juni um 850.000 neue Arbeitsverhältnisse gestiegen. Die ISM-Indices lägen in der Nähe von sehr hohen 60 Punkten.
Ein Stabilitätsrisiko gehe möglicherweise vom Wohnimmobilienmarkt aus, auf dem die Preise derzeit mit einer Rekordrate von 17% YoY steigen würden. Wegen der niedrigen Zinsen sei jedoch kein Tragfähigkeitsproblem auf Seiten der privaten Haushalte zu erkennen, aber es bestehe die Gefahr, dass die Inflation durch höhere Mieten nach oben getrieben werde.
In Q4 dürfte die FED ankündigen, Anfang 2022 mit der Reduktion der Anleiheankäufe zu starten (sog. Tapering). Die Netto-Ankäufe sollten von derzeit 120 Mrd. US-Dollar innerhalb eines Jahres auf Null reduziert werden. In diesem Zuge sollten auch die langfristigen Renditen wieder moderat steigen. Sie seien in den vergangenen Wochen überraschend und sehr stark gefallen. Zehnjährige T-Notes würden jetzt unter 1,20% rentieren.
Die unerwartet schleppenden Impffortschritte sowie die Aussicht auf eine weniger expansive Fiskalpolitik könnten die Nachfrage nach langfristigen Bonds stimuliert haben. Ob das 1,2 Billionen USD umfassende Infrastrukturprogramm, auf das sich Demokraten und Republikaner aus dem Senat im Grundsatz geeinigt hätten, tatsächlich Gesetz werde, hänge in erster Linie an einem Teil der Demokaten im Abgeordnetenhaus. Diese würden auf weitere Ausgaben im Sozialbereich beharren, die mit dem Paket verknüpft werden sollten. (Ausgabe vom 06.08.2021) (09.08.2021/alc/a/a)


