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USA: Swapmärkte preisen weitere deutliche Zinsschritte ein


01.10.24 10:42
Postbank Research

Bonn (www.anleihencheck.de) - Die Inflationsrate in den USA sank im August erwartungsgemäß von 3,0 auf 2,9 Prozent, die Kerninflation verharrte bei 3,2 Prozent, die PCE-Kerninflation im Juli ebenfalls bei 2,6 Prozent, so die Analysten von Postbank Research.

Der Arbeitsmarkt habe im August ein gemischtes Bild geliefert: Der Stellenaufbau habe mit 142 Tsd. leicht unterhalb der Erwartungen gelegen, und die beiden Vormonate seien zudem abwärts revidiert worden. Die Arbeitslosenquote sei wie erwartet von 4,3 auf 4,2 Prozent gesunken, und die Gehälter seien mit 3,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahr stärker als im Vormonat (+3,6 Prozent) und als im Marktkonsens erwartet gestiegen.

Der ISM-Index der Industrie sei im August innerhalb der Schrumpfungszone leicht auf 47,2 Punkte gestiegen, und der Beschäftigungsunterindex habe sich leicht erholt. Der Index für Dienstleistungen sei geringfügig auf 51,5 Punkte geklettert.

Nachdem die FED mehrfach betont habe, dass sie nun verstärkt den Arbeitsmarkt als Grundlage für ihre Zinsentscheidungen heranziehen würde, habe sie am 18. September die Leitzinsen um 50 BP gesenkt. Für die beiden letzten Sitzungen 2024 erwarteten die Währungshüter 50 BP, die Swapmärkte würden jedoch aktuell von 75 BP an zusätzlichen Senkungen ausgehen.

Für den US-Dollar-Kurs dürfte mitentscheidend sein, wie stark die FED die Leitzinsen schlussendlich senken werde. Der US-Dollar sei kürzlich mit EUR/USD 1,1213 auf ein 14-Monats-Tief gefallen. Im Umfeld der US-Wahlen Anfang November könnte der US-Dollar eher wieder gefragt sein. Er könnte deshalb in sechs Monaten etwas fester bei EUR/USD 1,085 notieren. (Ausgabe Währungsbulletin Oktober 2024) (01.10.2024/alc/a/a)