USA: Stabilisierung der Inflationsrate im Jahresverlauf


30.04.19 08:30
Postbank Research

Bonn (www.anleihencheck.de) - Das US-BIP-Wachstum hat sich im 1. Quartal 2019 entgegen den Erwartungen deutlich von annualisiert 2,2% auf 3,2% beschleunigt, so die Analysten von Postbank Research.

Bei näherer Betrachtung erweise sich die Zusammensetzung des Wachstums aber als wenig überzeugend. So hätten sowohl der private Verbrauch als auch die Bruttoanlageinvestitionen spürbar an Dynamik eingebüßt. Dagegen hätten aus der Nachfrage des Staates, dem Außenhandel sowie den Lagerinvestitionen jeweils erhebliche Beiträge zum BIP-Wachstum resultiert. Bei den beiden letztgenannten Komponenten sei aber in den nachfolgenden Quartalen eher mit Gegenbewegungen zu rechnen, durch die das Wachstum gebremst werden sollte. Zudem dürften die Staatsausgaben im weiteren Jahresverlauf wieder deutlich verhaltener gesteigert werden. In diesem Kontext werde wohl selbst die von den Analysten von Postbank Research erwartete Beschleunigung beim privaten Konsum eine deutliche Abschwächung des gesamtwirtschaftlichen Wachstums in den nachfolgenden Quartalen nicht verhindern können. Der auf den ersten Blick starke Jahresauftakt liefert damit keinen Anlass, unsere US-BIP-Wachstumsprognose von 2,5% für 2019 anzuheben, so die Analysten von Postbank Research. Für 2020 würden die Analysten dann eine weitere Abschwächung auf 2,0% erwarten, was aber angesichts des Umstands, dass die US-Wirtschaft dann schon ins zwölfte Aufschwungsjahr ginge, durchaus beachtlich wäre.

Die US-Verbraucherpreise seien im März gegenüber dem Vormonat um 0,4% gestiegen. Dadurch sei die Inflationsrate deutlich von 1,5% auf 1,9% geklettert. Ein treibender Effekt sei vom Faktor Energie ausgegangen, der sich binnen Monatsfrist um 3,5% verteuert habe. Die Kernverbraucherpreise hätten hingegen gegenüber dem Vormonat lediglich um 0,1% zugelegt. Die Kerninflationsrate sei dadurch von 2,1% auf 2,0% gesunken. Der grundlegende Preisauftrieb in den USA sei damit bislang verhalten geblieben. Im Jahresdurchschnitt 2019 würden die Analysten von Postbank Research die Teuerung bei 1,9% und damit auf dem aktuellen Niveau erwarten. Im kommenden Jahr dürfte die Inflationsrate dann leicht auf durchschnittlich 2,1% steigen. (Zinsen und Währungen Mai 2019) (30.04.2019/alc/a/a)