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USA: Shutdown-Sorgen bewegen Renditen
28.09.23 11:00
Hamburg Commercial Bank
Hamburg (www.anleihencheck.de) - Die Renditen der 10-jährigen US-Staatsanleihen (T-Notes) liegen derzeit bei 4,61%, während die Renditen der deutschen Bundesanleihen (Bunds) bei 2,86% liegen, so Dr. Tariq Chaudhry, Economist bei der Hamburg Commercial Bank.
Die Hauptursache für diese Renditebewegungen seien die Sorgen der Anleger bezüglich eines möglichen Shutdowns in Washington, da Republikaner und Demokraten Schwierigkeiten hätten, sich auf ein Haushaltsgesetz zu einigen. In den USA habe es keine bedeutenden Konjunkturüberraschungen gegeben, da der Einkaufsmanagerindex im Wachstumsbereich bleibe und die Nachfrage nach langlebigen Industriegütern erste positive Anzeichen einer Erholung zeige. Im Gegensatz dazu befinde sich der europäische Markt weiterhin in einer Rezession, insbesondere Deutschland, wo die Wirtschaftsstimmung schlecht sei und sich zunehmend auf den Konsum auswirke. Angesichts der gestiegenen Ölpreise und eines stabilen Arbeitsmarktes würden die Märkte keine nachhaltige Abschwächung des Inflationsdrucks erwarten, was zu ersten Spekulationen über weitere Zinserhöhungen führe.
Die politische Polarisierung in den USA bringe die Märkte mit der Diskussion über einen möglichen Shutdown zum 1. Oktober in Washington in Unruhe. Eine mögliche Einigung würde wohl auf einen temporären Haushalt für 45 Tage hinauslaufen - ein Schritt, der die Wirtschaft am Ende des Jahres erneut verunsichern könnte. Experten würden dies als Vorbote für einen bevorstehenden Finanzierungskampf sehen, der gegen Ende des Jahres zu einer längeren Haushaltssperre führen könnte. Die Märkte würden sich voraussichtlich erneut mit diesem Thema befassen müssen. Die wirtschaftliche Aktivität in den USA scheine im September kaum noch zu wachsen. Der Composite-Flash-PMI im September habe bei 50,1 praktisch unverändert gegenüber dem Wert vom August 50,2 gelegen. Der PMI des Dienstleistungssektors habe mit 50,1 Punkten ein Acht-Monats-Tief erreicht, während der Flash-PMI des verarbeitenden Gewerbes zwar immer noch unter der Expansionsschwelle von 50,0 geblieben, aber überraschend von 47,9 Punkten im August auf 48,9 Punkte gestiegen sei. Im Verarbeitende Gewerbe scheine eine gewisse Dynamik zu entstehen, die auch durch eine gestiegene Nachfrage nach langlebigen Industriegütern im verarbeitenden Gewerbe bereits im August habe festgestellt werden können. Die Auftragseingänge für langlebige Industriegüter in den USA seien unerwartet um 0,2% im Vergleich zum Vormonat gestiegen, nach einem Rückgang von 5,6 % im Juli, und hätten die Markterwartungen eines Rückgangs um 0,5 Prozentpunkte übertroffen.
Während die wirtschaftlichen Daten in den USA solide seien, sehe es in der Eurozone düster aus. Der Flash-PMI für das Verarbeitende Gewerbe im September sei mit 43,4 Punkten auf einem niedrigen Niveau stabil geblieben, entgegen den Erwartungen der Analysten, die einen leichten Anstieg auf 44,0 erwartet hätten. Im Dienstleistungssektor habe sich die Stimmung leicht von 47,9 auf 48,4 verbessert. Besonders Deutschland leide unter der schwachen Nachfrage in der Eurozone. Die Stimmung habe sich zwar nur geringfügig um 0,1 Punkte im Vergleich zum Vormonat verschlechtert, bleibe jedoch auf einem niedrigen Niveau. Der Bausektor und das Verarbeitende Gewerbe in Deutschland seien besonders betroffen. Die Konjunkturflaute und die hohe Inflation würden die Verbraucherstimmung belasten. Die GfK-Marktforscher hätten eine schlechte Konsumstimmung für Oktober ermittelt. Der GfK-Konsumklimaindex für Deutschland sei im Oktober auf -26,5 gesunken, verglichen mit einer revidierten Zahl von -25,6 im September und habe mehr oder weniger die Markterwartungen von -26,0 getroffen. Dies sei der niedrigste Wert seit April gewesen und spiegele eine gestiegene Sparneigung wider, die den höchsten Stand seit April 2011 erreicht habe.
Die steigenden Ölpreise und die relativ stabilen Arbeitsmärkte hätten die Märkte in Unsicherheit versetzt, ob die FED und die EZB ihren Zinsanhebungszyklus bereits abgeschlossen hätten. Obwohl die Mehrheit der Marktteilnehmer weiterhin keine weiteren Zinserhöhungen erwarte, könnte die Datenlage in den kommenden Wochen die Stimmung beeinflussen. Diese Bedenken würden auch von einigen Zentralbankern ernst genommen. Joachim Nagel, Präsident der Bundesbank, habe kürzlich betont, dass das Hauptziel der Geldpolitik die Preisstabilität sei. Er habe davor gewarnt, dass die hohe Inflationsrate sich verfestigen könnte, insbesondere wenn Haushalte, Unternehmen und Tarifparteien dauerhaft höhere Inflationserwartungen entwickeln würden, beispielsweise bei Lohnverhandlungen. Nagel habe weiter erklärt, dass die Geldpolitik gezwungen sein könnte, die Zinsen schneller oder stärker zu erhöhen, um die Inflation wieder unter Kontrolle zu bringen, wenn sie den Anforderungen nicht gerecht werde. Neel Kashkari, Präsident der Minneapolis FED, sei noch einen Schritt weiter gegangen und habe prognostiziert, dass die US-Zentralbank die Zinssätze in diesem Jahr voraussichtlich noch einmal anheben werde. Er habe betont, dass die Geldpolitik restriktiver sein müsse, wenn die Wirtschaft stärker wachse als erwartet.
Datenseitig stünden uns Inflationszahlen für den September (28.09.) in den großen Wirtschaften der Eurozone bevor. Insbesondere Deutschland werde voraussichtlich einen deutlichen Inflationsrückgang erleben, von aktuell 6,1% auf 4,8%, hauptsächlich aufgrund des Wegfalls des 9-Euro-Tickets im September letzten Jahr. Des Weiteren erwarte die Hamburg Commercial Bank Einzelhandelsdaten für Deutschland im August (29.09.). Diese könnten wichtige Hinweise auf den Zustand der deutschen Wirtschaft liefern, da der Einzelhandel einen erheblichen Beitrag zur Bruttowertschöpfung des Landes leiste. In den USA werde die FED besonders an den PCE-Zahlen für den August (29.09.) interessiert sein. Ein langsamer Anstieg der Preise könnte auf eine sich verlangsamende US-Wirtschaft hinweisen. Der Bausektor in den USA, der sich derzeit noch in der Rezession befinde, werde ebenfalls Daten zu den Ausgaben im Sektor (02.10.) veröffentlichen. Die zuletzt wahrgenommenen positiven Signale in diesem Sektor könnten sich bestätigen. (Wochenbarometer vom 28.09.2023) (28.09.2023/alc/a/a)
Die Hauptursache für diese Renditebewegungen seien die Sorgen der Anleger bezüglich eines möglichen Shutdowns in Washington, da Republikaner und Demokraten Schwierigkeiten hätten, sich auf ein Haushaltsgesetz zu einigen. In den USA habe es keine bedeutenden Konjunkturüberraschungen gegeben, da der Einkaufsmanagerindex im Wachstumsbereich bleibe und die Nachfrage nach langlebigen Industriegütern erste positive Anzeichen einer Erholung zeige. Im Gegensatz dazu befinde sich der europäische Markt weiterhin in einer Rezession, insbesondere Deutschland, wo die Wirtschaftsstimmung schlecht sei und sich zunehmend auf den Konsum auswirke. Angesichts der gestiegenen Ölpreise und eines stabilen Arbeitsmarktes würden die Märkte keine nachhaltige Abschwächung des Inflationsdrucks erwarten, was zu ersten Spekulationen über weitere Zinserhöhungen führe.
Während die wirtschaftlichen Daten in den USA solide seien, sehe es in der Eurozone düster aus. Der Flash-PMI für das Verarbeitende Gewerbe im September sei mit 43,4 Punkten auf einem niedrigen Niveau stabil geblieben, entgegen den Erwartungen der Analysten, die einen leichten Anstieg auf 44,0 erwartet hätten. Im Dienstleistungssektor habe sich die Stimmung leicht von 47,9 auf 48,4 verbessert. Besonders Deutschland leide unter der schwachen Nachfrage in der Eurozone. Die Stimmung habe sich zwar nur geringfügig um 0,1 Punkte im Vergleich zum Vormonat verschlechtert, bleibe jedoch auf einem niedrigen Niveau. Der Bausektor und das Verarbeitende Gewerbe in Deutschland seien besonders betroffen. Die Konjunkturflaute und die hohe Inflation würden die Verbraucherstimmung belasten. Die GfK-Marktforscher hätten eine schlechte Konsumstimmung für Oktober ermittelt. Der GfK-Konsumklimaindex für Deutschland sei im Oktober auf -26,5 gesunken, verglichen mit einer revidierten Zahl von -25,6 im September und habe mehr oder weniger die Markterwartungen von -26,0 getroffen. Dies sei der niedrigste Wert seit April gewesen und spiegele eine gestiegene Sparneigung wider, die den höchsten Stand seit April 2011 erreicht habe.
Die steigenden Ölpreise und die relativ stabilen Arbeitsmärkte hätten die Märkte in Unsicherheit versetzt, ob die FED und die EZB ihren Zinsanhebungszyklus bereits abgeschlossen hätten. Obwohl die Mehrheit der Marktteilnehmer weiterhin keine weiteren Zinserhöhungen erwarte, könnte die Datenlage in den kommenden Wochen die Stimmung beeinflussen. Diese Bedenken würden auch von einigen Zentralbankern ernst genommen. Joachim Nagel, Präsident der Bundesbank, habe kürzlich betont, dass das Hauptziel der Geldpolitik die Preisstabilität sei. Er habe davor gewarnt, dass die hohe Inflationsrate sich verfestigen könnte, insbesondere wenn Haushalte, Unternehmen und Tarifparteien dauerhaft höhere Inflationserwartungen entwickeln würden, beispielsweise bei Lohnverhandlungen. Nagel habe weiter erklärt, dass die Geldpolitik gezwungen sein könnte, die Zinsen schneller oder stärker zu erhöhen, um die Inflation wieder unter Kontrolle zu bringen, wenn sie den Anforderungen nicht gerecht werde. Neel Kashkari, Präsident der Minneapolis FED, sei noch einen Schritt weiter gegangen und habe prognostiziert, dass die US-Zentralbank die Zinssätze in diesem Jahr voraussichtlich noch einmal anheben werde. Er habe betont, dass die Geldpolitik restriktiver sein müsse, wenn die Wirtschaft stärker wachse als erwartet.
Datenseitig stünden uns Inflationszahlen für den September (28.09.) in den großen Wirtschaften der Eurozone bevor. Insbesondere Deutschland werde voraussichtlich einen deutlichen Inflationsrückgang erleben, von aktuell 6,1% auf 4,8%, hauptsächlich aufgrund des Wegfalls des 9-Euro-Tickets im September letzten Jahr. Des Weiteren erwarte die Hamburg Commercial Bank Einzelhandelsdaten für Deutschland im August (29.09.). Diese könnten wichtige Hinweise auf den Zustand der deutschen Wirtschaft liefern, da der Einzelhandel einen erheblichen Beitrag zur Bruttowertschöpfung des Landes leiste. In den USA werde die FED besonders an den PCE-Zahlen für den August (29.09.) interessiert sein. Ein langsamer Anstieg der Preise könnte auf eine sich verlangsamende US-Wirtschaft hinweisen. Der Bausektor in den USA, der sich derzeit noch in der Rezession befinde, werde ebenfalls Daten zu den Ausgaben im Sektor (02.10.) veröffentlichen. Die zuletzt wahrgenommenen positiven Signale in diesem Sektor könnten sich bestätigen. (Wochenbarometer vom 28.09.2023) (28.09.2023/alc/a/a)


