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USA: Renditeniveau sollte moderat steigen
23.08.21 09:20
Raiffeisen Bank International AG
Wien (www.anleihencheck.de) - Nachdem die Einkaufsmanagerindices Anfang nächster Woche verarbeitet sind, blickt man am Finanzmarkt gespannt dem alljährlichen geldpolitischen Symposium der Federal Reserve in Jackson Hole entgegen (26.-28. Aug.), so die Analysten der Raiffeisen Bank International AG (RBI).
In der Vergangenheit habe die US-Notenbank diese Veranstaltung gerne genutzt, um Richtungsänderungen in der Geldpolitik anzukündigen bzw. anzudeuten. FED Präsident Powell werde am Freitag seine Einschätzung der wirtschaftlichen Lage mitteilen und dabei, so werde vermutet, auf eine bevorstehende Tapering-Ankündigung hinweisen. Bereits das Protokoll zur Juli-Zinssitzung, welches vor kurzem veröffentlicht worden sei, habe einen wachsenden Konsens unter den Mitgliedern des Offenmarktausschusses gezeigt, dass eine Reduktion der Anleihekäufe in den nächsten Monaten starten könnte. Eine Reduktion der Anleihekäufe sei laut Notenbank erst gerechtfertigt, wenn substantielle weitere Fortschritte (im Vergleich zu Dezember 2020) zur Erreichung der geldpolitischen Ziele (Preisstabilität und Vollbeschäftigung) erreicht worden seien.
Während sich die Mitglieder des Offenmarktausschusses (FOMC) einig seien, dass diese Bedingung in Hinsicht auf das Preisstabilitätsziel erfüllt sei, würden sich die Meinungen hinsichtlich des Vollbeschäftigungsziels teilen. Die meisten FOMC Mitglieder würden aber erwarten, dass auch diese Bedingung in den nächsten Monaten erfüllt sein werde. Sollte der Anfang September veröffentlichte Arbeitsmarktbericht jedoch die Erwartungen einer fortgesetzten dynamischen Erholung am US-Arbeitsmarkt nicht bestätigen, könnte sich das Tapering verzögern. Dämpfende Effekte der Verbreitung neuer Virusmutationen seien seitens der FOMC-Mitglieder explizit als Risiken genannt worden.
Die Analysten würden davon ausgehen, dass auf der September-Zinssitzung ein Beschluss zum Tapering getroffen werde und die Anleihekäufe mit Ende dieses Jahres (Dezember) oder Anfang nächsten Jahres (Jänner) reduziert würden. Das Jahr 2022 werde demnach im Zeichen einer graduellen Reduzierung der Notenbankkäufe, wie die Analysten denken würden, aber noch nicht im Zeichen von ersten Zinserhöhungen stehen.
Am Rentenmarkt habe sich im Zuge der Tapering Diskussion bislang noch kein substantieller Aufwärtsdruck auf das Renditeniveau manifestiert. 10-jährige US-Treasury Renditen würden weiterhin unter 1,3% notieren, während 10-jährige Bund Renditen im August von der -0,5% Marke bislang nur marginal abgewichen seien. Die Analysten würden die saisonal geringe Emissionstätigkeit bei anhaltend hohen Notenbankkäufen als den wesentlichsten Erklärungsfaktor erachten.
Aber auch die steigende Unsicherheit, ob im Zuge der sich verbreitenden Delta Variante die Konjunkturdynamik nicht merklicher belastet werden könnte als erwartet, trübe die Risikobereitschaft. Die erwartete Konsolidierung der Stimmungsindikatoren auf hohem Niveau mache positive Konjunkturüberraschungen zunehmend schwieriger. In Summe würden die Analysten jedoch erwarten, dass trotz möglicher kurzfristiger Pandemie-Störfeuer, das Renditeniveau im Zuge reduzierter Anleihekäufe der Notenbanken von den derzeitigen realen Tiefstständen moderat steigen sollte. (Ausgabe vom 20.08.2021) (23.08.2021/alc/a/a)
In der Vergangenheit habe die US-Notenbank diese Veranstaltung gerne genutzt, um Richtungsänderungen in der Geldpolitik anzukündigen bzw. anzudeuten. FED Präsident Powell werde am Freitag seine Einschätzung der wirtschaftlichen Lage mitteilen und dabei, so werde vermutet, auf eine bevorstehende Tapering-Ankündigung hinweisen. Bereits das Protokoll zur Juli-Zinssitzung, welches vor kurzem veröffentlicht worden sei, habe einen wachsenden Konsens unter den Mitgliedern des Offenmarktausschusses gezeigt, dass eine Reduktion der Anleihekäufe in den nächsten Monaten starten könnte. Eine Reduktion der Anleihekäufe sei laut Notenbank erst gerechtfertigt, wenn substantielle weitere Fortschritte (im Vergleich zu Dezember 2020) zur Erreichung der geldpolitischen Ziele (Preisstabilität und Vollbeschäftigung) erreicht worden seien.
Die Analysten würden davon ausgehen, dass auf der September-Zinssitzung ein Beschluss zum Tapering getroffen werde und die Anleihekäufe mit Ende dieses Jahres (Dezember) oder Anfang nächsten Jahres (Jänner) reduziert würden. Das Jahr 2022 werde demnach im Zeichen einer graduellen Reduzierung der Notenbankkäufe, wie die Analysten denken würden, aber noch nicht im Zeichen von ersten Zinserhöhungen stehen.
Am Rentenmarkt habe sich im Zuge der Tapering Diskussion bislang noch kein substantieller Aufwärtsdruck auf das Renditeniveau manifestiert. 10-jährige US-Treasury Renditen würden weiterhin unter 1,3% notieren, während 10-jährige Bund Renditen im August von der -0,5% Marke bislang nur marginal abgewichen seien. Die Analysten würden die saisonal geringe Emissionstätigkeit bei anhaltend hohen Notenbankkäufen als den wesentlichsten Erklärungsfaktor erachten.
Aber auch die steigende Unsicherheit, ob im Zuge der sich verbreitenden Delta Variante die Konjunkturdynamik nicht merklicher belastet werden könnte als erwartet, trübe die Risikobereitschaft. Die erwartete Konsolidierung der Stimmungsindikatoren auf hohem Niveau mache positive Konjunkturüberraschungen zunehmend schwieriger. In Summe würden die Analysten jedoch erwarten, dass trotz möglicher kurzfristiger Pandemie-Störfeuer, das Renditeniveau im Zuge reduzierter Anleihekäufe der Notenbanken von den derzeitigen realen Tiefstständen moderat steigen sollte. (Ausgabe vom 20.08.2021) (23.08.2021/alc/a/a)


