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USA: Märkte preisen FED-Zinswende fest ein


28.08.24 08:50
Postbank Research

Bonn (www.anleihencheck.de) - Die Inflationsrate in den USA sank im Juli unerwartet von 3,0 auf 2,9 Prozent, die Kernrate erwartungsgemäß von 3,3 auf 3,2 Prozent, so die Analysten von Postbank Research.

Die PCE-Kerninflation habe im Juni jedoch bei 2,6 Prozent verharrt.

Der Arbeitsmarkt habe im Juli spürbarere Bremsspuren gezeigt: Der Stellenaufbau habe mit 114 Tsd. merklich unterhalb der Erwartungen gelegen, die beiden Vormonate seien zudem abwärts revidiert worden. Die Arbeitslosenquote sei unerwartet von 4,1 auf 4,3 Prozent gestiegen, die Gehälter mit 3,6 Prozent zum Vorjahr geringer als im Vormonat (+3,9 Prozent).

Der ISM-Index der Industrie sei im Juni mit 46,8 Punkten unerwartet tiefer in die Schrumpfungszone gefallen, besonders der Beschäftigungs-Unterindex sei abgestürzt, die Neuaufträge ebenfalls. Der Index für Dienstleistungen sei hingegen von 48,8 auf 51,4 Punkte zurück gestiegen - stärker als prognostiziert.

Aufgrund der Arbeitsmarktdaten, des ISM-Index und der Marktturbulenzen infolge der Auflösung von Carry Trades seien an den Swap-Märkten zeitweise Zinssenkungen der FED um fast 150 BP für 2024 eingepreist worden. Aktuell seien diese auf rund 100 BP reduziert worden, beginnend am 18. September.

Viele Marktakteure hätten Rezessionsszenarien für die USA eingepreist, woraufhin der US-Dollar im August auf ein Jahrestief zum Euro bei 1,12 gefallen sei. Dies erscheine den Analysten übertrieben, zudem dürfte im Umfeld der US-Wahlen Anfang November der US-Dollar eher wieder gefragt sein. Er könnte deshalb in sechs Monaten etwas fester unterhalb EUR/USD 1,10 notieren. (Ausgabe Währungsbulletin September 2024) (28.08.2024/alc/a/a)