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USA: Lücke zwischen Forward Guidance der FED und Markterwartungen


18.09.17 13:00
Allianz Global Investors

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Während die Märkte abwägen, was der Offenmarktausschuss der FED (FOMC) bei seinem Treffen am 19. und 20. September beschließen wird, lassen widersprüchliche Äußerungen einiger FOMC-Mitglieder die Notenbank etwas orientierungslos erscheinen, so Franck Dixmier, Global Head of Fixed Income Allianz Global Investors.

Hinzu komme, dass sich trotz einer neunjährigen Aufschwungsphase und angespannter Arbeitsmarktlage die Inflation nicht beschleunigt habe.

Die Forward Guidance der Federal Reserve für die Entwicklung der Leitzinsen und die Erwartungen des Marktes lägen weit auseinander:

-Auf der einen Seite würden die sogenannten FED Dots vom Juni zeigen, dass 70 Prozent der FOMC-Mitglieder mindestens eine weitere Zinserhöhung von 25 Basispunkten noch in diesem Jahr erwarten würden; 80 Prozent würden davon ausgehen, dass die Leitzinsen Ende 2018 noch höher liegen dürften.

-Auf der anderen Seite würden die Märkte mit einer rund 50-prozentigen Wahrscheinlichkeit eine Zinserhöhung von 25 Basispunkten bis Jahresende und mit 60-prozentiger Wahrscheinlichkeit einen Zinserhöhungsschritt bis Ende 2018 erwarten.

Für die Skepsis der Märkte gebe es mehrere Gründe: Erstens sei der Lohndruck bislang nicht gestiegen. Zweitens würden Zweifel bleiben, ob Präsident Trump in der Lage sein werde, mit weiteren Reformen die Wirtschaft anzukurbeln. Drittens würden die durch den Hurrikan Harvey verursachten Schäden die Sicht auf die künftige Wachstums- und Inflationsentwicklung trüben. Und viertens schließlich würden die überraschende Ankündigung des bevorstehenden Rückzugs des stellvertretenden FED-Vorsitzenden Stanley Fischer und das anstehende Ende von Janet Yellens Amtszeit im Februar 2018 die Sicht zusätzlich erschweren.

Trotz der Unwägbarkeiten biete die Pressekonferenz am 20. September der FED die Gelegenheit zu bekräftigen, dass sie weiterhin die Zinsen erhöhen und an ihrer Strategie festhalten wolle. Aus fundamentaler Sicht würden die Stärke der US-Wirtschaft und die Lage am Arbeitsmarkt eine künftige Beschleunigung der Inflation erwarten lassen. Das würde auch einen "präventiven" Zinsschritt rechtfertigen. Darüber hinaus stehe zu erwarten, dass die FED den Startschuss für den Prozess zur Reduzierung ihrer Bilanzsumme ab Oktober geben werde. Bislang habe sie diese Maßnahme im Rahmen der geldpolitischen Normalisierungsbemühung stets niedriger priorisiert.

Dixmier erwarte daher, dass der Tenor der FED-Verlautbarungen weniger moderat sein werde, als die Märkte erwarten würden. Das sollte es ihr ermöglichen, mit ihrer "Forward Guidance" die Märkte auf eine Zinserhöhung im Dezember vorzubereiten. (18.09.2017/alc/a/a)