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USA: Konsolidierung - Renditeanstieg pausiert zunächst


12.05.21 09:45
Union Investment

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - In den vergangenen Monaten waren stets die guten Konjunkturdaten und die positiven Nachrichten zur Pandemiebekämpfung ein Treiber für die sukzessiv steigenden Renditen bei US-Staatsanleihen, so die Experten von Union Investment.

In den vergangenen Wochen habe die wirtschaftliche Entwicklung abermals überzeugen können. Die vorgelegten Daten seien mehrheitlich besser ausgefallen als erwartet. Dazu seien inzwischen viele Amerikaner geimpft, knapp 30 Prozent von ihnen sogar vollständig, sodass erste Erleichterungen verabschiedet worden seien. Ein Umfeld, das den Trend zu weiter steigenden Renditen eigentlich hätte beschleunigen müssen. Tatsächlich sei jedoch genau das Gegenteil der Fall gewesen, die Renditen seien gerade in der ersten Monatshälfte stetig zurückgekommen.

Anfangs hätten sich die Marktteilnehmer etwas ratlos in die Augen geschaut. Letztlich seien aber noch einige Gründe angeführt worden, die im Umkehrschluss für Kursgewinne bei US-Schatzanweisungen gesorgt hätten.

Zunächst einmal sei hier die einseitige Positionierung zu nennen, die nach dem langen Renditeanstieg zu Gewinnmitnahmen geführt habe. Viele Investoren hätten zuletzt auf weiter steigende Zinsen gesetzt. Zudem sei das absolute Niveau gerade für ausländische Buy-and-Hold-Investoren wieder attraktiv geworden, sodass diese wieder als Käufer aufgetreten seien. Auch das Interesse an unzähligen Neuemissionen sei hoch gewesen, gerade Ausländer hätten beherzt zugegriffen. Zur Finanzierung der Ausgaben aus dem Konjunkturprogramm seien in großem Umfang neue US-Staatsanleihen über alle Laufzeiten hinweg begeben worden.

Das Treffen der US-Notenbank habe insgesamt wenig Neues gebracht. Wie erwartet habe die FED keine Änderungen an ihrem geldpolitischen Kurs vorgenommen. Zunächst habe es danach ausgesehen, als wäre es Jerome Powell gelungen, zumindest vorübergehend die Sorgen bezüglich eines Ende des Ankaufprogramms (Tapering) zu zerstreuen. Dennoch hätten im Nachgang die Renditen wieder etwas angezogen. Zum Monatsende hin sei deshalb ein Teil der zuvor erzielten Gewinne wieder verloren gegangen. Gemessen am J.P. Morgan Global Bond US-Index sei für US-Staatsanleihen im April ein Zuwachs von 0,8 Prozent verblieben. Tendenziell dürfte der Renditeanstieg jedoch nur pausieren. (Ausgabe vom 11.05.2021) (12.05.2021/alc/a/a)