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USA: Keine Zinssenkung im Januar, aber wie geht es weiter?
27.01.25 11:00
Helaba
Frankfurt (www.anleihencheck.de) - In der Berichtswoche tage das FOMC der FED, so die Analysten der Helaba.
Eine zeitweise sicher geglaubte Zinssenkung werde nun nicht mehr erwartet. Sei es das schon mit der geldpolitischen Lockerung gewesen?
Wie bereits 2023 habe die FED die Märkte auch 2024 "auf Trab gehalten" - teilweise in Folge eines kommunikativen Schlingerkurses. Im Verlauf des vergangenen Sommers habe der Future-Markt auf Sicht von Mitte 2025 eine immer stärkere Lockerung eingepreist. Die implizite Rendite des Fed Funds-Kontrakts für Juli 2025 sei von gut 4,5% im Mai im Tief bis auf 3% im September gefallen. Als die FED dann am 18. September überraschenderweise mit einem 50er-Schritt losgelegt habe, hätten die Zinssenkungserwartungen auf mittlere Sicht aber nicht mehr zugenommen. Kurz danach habe der Datenfluss, vor allem zum Arbeitsmarkt und den Verbraucherpreisen, zu einer umfassenden Neubewertung der Lage durch die Anleger geführt: Ende Oktober sei der Vergleichswert für Juli 2025 auf 3,8% gestiegen, aktuell liege er bei 4,1% - verglichen mit einem Istwert der Federal Funds Rate von rund 4,3%.
Neue Informationen zur künftigen Politik der US-Regierung im Hinblick auf inflationstreibende Einfuhrzölle und die Nachfrage anheizende Steuersenkungen hätten dabei eine untergeordnete Rolle gespielt. Zentral sei vielmehr die Erkenntnis gewesen, dass sich die Disinflation zäher als erhofft gestalte und der Arbeitsmarkt und damit auch die konjunkturelle Lage insgesamt nur graduell abgekühlt hätten. Eine Rezession sei - trotz Signalen von obskuren, aber plötzlich populären Indikatoren wie der "Sahm-Regel"(1) - weiterhin nicht auszumachen gewesen.
Mittlerweile seien die Erwartungen für eine Zinssenkung am 29. Januar vollständig verflogen. Diese sei aber Teil der für den Jahresausblick 2025 der Helaba erstellten Fed Funds Prognose vom November gewesen. Angesichts der derzeitigen Datenlage, klaren Markterwartungen und Äußerungen seitens der Notenbanker, sei eine Zinssenkung in der Berichtswoche unwahrscheinlich. Dadurch sei auch der Prognosewert für das Ende des ersten Quartals nicht mehr realistisch - denn dies würde einen 50er-Schritt im März oder einen "inter-meeting-cut" erfordern.
Grundsätzlich bleibeeine weitere geldpolitische Lockerung 2025 wahrscheinlich, aber wohl nicht im bisher erwarteten Ausmaß. Die Helaba werde ihre US-Prognosen - auch für die FED - in der Berichtswoche überarbeiten und am 31. Januar auf Basis der neuen Informationen aktualisieren. So werde das am 30. Januar veröffentlichte BIP für Q4 wohl wieder etwas besser ausfallen als die Helaba bislang unterstellt habe. Zudem werde die Helaba neben dem FOMC-Kommuniqué und den Aussagen Jay Powells auf der Pressekonferenz die neuesten Aussagen und Erlasse von Präsident Trump berücksichtigen. Selbst wenn in den ersten Tagen seiner Amtszeit noch keine Strafzölle oder ähnliche für die Geldpolitik unmittelbar relevanten Maßnahmen verkündet worden seien, könne sich das von heute auf morgen ändern. (Wochenausblick vom 24.01.2025)
(1) Die einen empirischen Zusammenhang zwischen dem Anstieg der Arbeitslosenquote und dem Eintritt einer Rezession herstellt. (27.01.2025/alc/a/a)
Eine zeitweise sicher geglaubte Zinssenkung werde nun nicht mehr erwartet. Sei es das schon mit der geldpolitischen Lockerung gewesen?
Wie bereits 2023 habe die FED die Märkte auch 2024 "auf Trab gehalten" - teilweise in Folge eines kommunikativen Schlingerkurses. Im Verlauf des vergangenen Sommers habe der Future-Markt auf Sicht von Mitte 2025 eine immer stärkere Lockerung eingepreist. Die implizite Rendite des Fed Funds-Kontrakts für Juli 2025 sei von gut 4,5% im Mai im Tief bis auf 3% im September gefallen. Als die FED dann am 18. September überraschenderweise mit einem 50er-Schritt losgelegt habe, hätten die Zinssenkungserwartungen auf mittlere Sicht aber nicht mehr zugenommen. Kurz danach habe der Datenfluss, vor allem zum Arbeitsmarkt und den Verbraucherpreisen, zu einer umfassenden Neubewertung der Lage durch die Anleger geführt: Ende Oktober sei der Vergleichswert für Juli 2025 auf 3,8% gestiegen, aktuell liege er bei 4,1% - verglichen mit einem Istwert der Federal Funds Rate von rund 4,3%.
Mittlerweile seien die Erwartungen für eine Zinssenkung am 29. Januar vollständig verflogen. Diese sei aber Teil der für den Jahresausblick 2025 der Helaba erstellten Fed Funds Prognose vom November gewesen. Angesichts der derzeitigen Datenlage, klaren Markterwartungen und Äußerungen seitens der Notenbanker, sei eine Zinssenkung in der Berichtswoche unwahrscheinlich. Dadurch sei auch der Prognosewert für das Ende des ersten Quartals nicht mehr realistisch - denn dies würde einen 50er-Schritt im März oder einen "inter-meeting-cut" erfordern.
Grundsätzlich bleibeeine weitere geldpolitische Lockerung 2025 wahrscheinlich, aber wohl nicht im bisher erwarteten Ausmaß. Die Helaba werde ihre US-Prognosen - auch für die FED - in der Berichtswoche überarbeiten und am 31. Januar auf Basis der neuen Informationen aktualisieren. So werde das am 30. Januar veröffentlichte BIP für Q4 wohl wieder etwas besser ausfallen als die Helaba bislang unterstellt habe. Zudem werde die Helaba neben dem FOMC-Kommuniqué und den Aussagen Jay Powells auf der Pressekonferenz die neuesten Aussagen und Erlasse von Präsident Trump berücksichtigen. Selbst wenn in den ersten Tagen seiner Amtszeit noch keine Strafzölle oder ähnliche für die Geldpolitik unmittelbar relevanten Maßnahmen verkündet worden seien, könne sich das von heute auf morgen ändern. (Wochenausblick vom 24.01.2025)
(1) Die einen empirischen Zusammenhang zwischen dem Anstieg der Arbeitslosenquote und dem Eintritt einer Rezession herstellt. (27.01.2025/alc/a/a)


