USA: Keine Angst vor der Inflation!


13.04.21 15:00
Merck Finck

München (www.anleihencheck.de) - Der starke Anstieg der US-Inflation im März von 1,7 auf 2,6 Prozent kommt nicht überraschend, so Robert Greil, der Chefstratege der Merck Finck a Quintet Private Bank.

Er reflektiere primär Basiseffekte aus den stark gestiegenen Rohstoff- und speziell Energiepreisen sowie erste leichte Effekte einer anziehenden Nachfrage nach dem vorangegangenen Konjunktureinbruch und Inflationsrückgang im vergangenen Jahr. Die Analysten würden zwar erwarten, dass der Inflationsschub im zweiten Quartal noch an Fahrt gewinne und die Teuerungsrate in den USA weiter steigen werde. Doch das sollte ein Strohfeuer bleiben. Bis Anfang 2022 dürfte sich die US-Inflation auf nur noch knapp über 2 Prozent verlangsamen. Die im Markt weit verbreiteten mittelfristigen Inflationssorgen erscheinen uns übertrieben, so die Analysten der Merck Finck a Quintet Private Bank.

In der Beurteilung der Inflation sei auch deswegen Gelassenheit angezeigt, weil der Aufwärtsdruck bislang nicht maßgeblich vom Arbeitsmarkt über eine steigende Lohndynamik angetrieben werde. Diese dürfte sich, wenn dann nur langsam erholen und damit allenfalls moderat und Schritt für Schritt zur Inflation beitragen, während auf der anderen Seite die Basiseffekte auslaufen würden. Zudem sei bislang nicht absehbar, dass das Wachstum der Geldmenge infolge der lockeren Zentralbankpolitik zu einem spürbaren Anstieg der Inflation führe.

Dennoch: Die Tiefpunkte des letzten Jahres würden wohl weder die Inflationsraten noch die Renditen im Jahr 2020 so bald wieder erreichen. Etwas höhere Inflationsraten seien letztlich ein Schritt auf dem Weg zur Normalisierung. Langfristig würden allerdings Demografie und Digitalisierung weiterhin als stark disinflationäre Kräfte wirken. (13.04.2021/alc/a/a)