USA: Inflationsrisiken verschieben sich nach oben


28.02.18 08:15
Postbank Research

Bonn (www.anleihencheck.de) - Sowohl Industrieproduktion als auch Einzelhandelsumsätze zeichnen einen schwachen Start der US-Wirtschaft ins Jahr 2018, berichten die Analysten von Postbank Research.

So habe die Industrieproduktion im Vormonatsvergleich um 0,1% nachgegeben, während die Einzelhandelsumsätze (ex Autos) stagniert hätten. Auch wenn die Daten eines einzelnen Monats nicht überinterpretiert werden sollten, könnte dies ein Fingerzeig sein, dass das US-BIP-Wachstum im 1. Quartal mit annualisiert 2,4% zum Vorquartal vergleichsweise schwach ausfallen könnte. Hingegen würden die sich weiterhin auf hohen Niveaus bewegenden Indikatoren für die Unternehmens- und Verbraucherstimmung signalisieren, dass es sich hierbei nur um eine kurze Wachstumspause handeln sollte und die Konjunkturampel weiterhin auf Grün stehe.

Zudem stehe das US-BIP-Wachstum insbesondere dank einer deutlichen Belebung der Unternehmensinvestitionen derzeit auf einer breiten Basis. Der private Verbrauch profitiere von der steigenden Beschäftigung, die Exporte von der guten Weltkonjunktur und dem schwächeren Dollar. Zusätzliche Schubkraft werde die Konjunktur in diesem positivem Umfeld - und damit aus zyklischer Betrachtung zur Unzeit - durch die umfangreichen Steuersenkungen erhalten. Unter dem Strich dürfte sich das BIP-Wachstum vor diesem Hintergrund 2018 auf 2,9% gegenüber dem Vorjahr beschleunigen und 2019 mit 2,7% nur knapp darunter liegen. Dabei steige das Risiko einer Überhitzung der US-Wirtschaft.

Die US-Inflationsdaten hätten im Januar - befeuert vom kräftigen Ölpreisanstieg - mit einem Plus von 0,5% zum Vormonat auf der Oberseite überrascht. Aber auch die Kernverbraucherpreise hätten um 0,3% zugelegt. Während Inflations- und Kerninflationsrate im Januar mit 2,1% und 1,8% noch auf ihren Dezember-Niveaus verharrt hätten, sollten sie nicht zuletzt aufgrund von Basiseffekten in den nächsten Monaten spürbar steigen. Insgesamt dürfte die Inflationsrate 2018 von 2,1% auf 2,3% und 2019 weiter auf 2,4% zulegen. Sollte die konjunkturelle Überhitzung Realität werden, seien auch höhere Raten nicht ausgeschlossen. (Ausgabe März 2018) (28.02.2018/alc/a/a)