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USA: Inflationsrate unspektakulär bei 1,8% im Status Quo Bereich
13.11.19 15:30
Nord LB
Hannover (www.anleihencheck.de) - Soeben wurden vom Bureau of Labor Statistics aktuelle Daten zu den Konsumentenpreisen (CPI) in den USA bekannt gegeben, so die Analysten der Nord LB.
Demnach sei es im Oktober zu einem Anstieg um 0,4% M/M gekommen. Die Jahresrate sei auf 1,8% angezogen. Die Verbraucherpreise exklusive Nahrung und Energie hätten ein Plus von 0,2% M/M verzeichnet - die Jahresrate sei auf 2,3% zurückgegangen. Während damit die Kernrate im Rahmen der Erwartungen gelegen habe, sei die Gesamtrate deutlicher als erwartet angezogen.
Auch wenn die Daten zunächst höher als prognostiziert erscheinen würden, offenbare der Blick auf drei Nachkommastellen, dass sich mit 0,356% M/M in der Gesamtrate bzw. 0,157% M/M in der Kernrate das vermeintliche Überschießen in Grenzen halte. Zudem müsse berücksichtigt werden, dass die Gesamtrate in den Vormonaten mit 0,0% M/M bzw. 0,1% M/M bereits sehr moderat ausgefallen sei.
Auffallend sei, dass die zuvor recht hohe Differenz zwischen der Gesamtrate mit gestiegenen 1,8% Y/Y und der Kernrate mit rückläufigen 2,3% Y/Y nun ein wenig abgebaut worden sei. Verantwortlich dafür sei ein deutlicher Anstieg der Energiepreise um 2,7% M/M im Oktober gewesen. Auf der anderen Seite sei die Kernrate exklusive Energie und Nahrung von diesmal eher moderater ausgefallenen Wohnungsausgaben gebremst worden, die immerhin 2/5 des Gesamtindex ausmachen würden. Auch Preise für Bekleidung seien gefallen. Beide Komponenten würden die recht niedrige Tendenz in der Kernrate erklären.
In den kommenden Monaten dürften sich in der Gesamtrate sukzessiv Basiseffekte bemerkbar machen, da niedrigere Vorjahresniveaus nach und nach aus der Statistik herausfallen würden. Auch preistreibende Effekte durch die Zollanhebungen dürften sich nach und nach zeigen. Entsprechend müsse im Verlauf des Winters wieder mit einem Anziehen der Inflation auf über 2% gerechnet werden. Bei der Kernrate dürfte dieses Niveau aufgrund eines engen Arbeitsmarktes, der Lohnzuwächse und steigender Mieten wohl gehalten werden.
Diese zu erwartenden Preistendenzen scheinen aber zunächst unproblematisch für die Notenbanker in den USA zu sein, so die Analysten der Nord LB. Vielmehr müssten die FED-Mitglieder derzeit auf die Konjunkturentwicklungen achten, die sie in diesem Jahr bereits zu drei Zinssenkungen getrieben hätten.
Entscheidend für die Geldpolitik war und ist der Handelskonflikt, so die Analysten der Nord LB. Dabei seien die Implikationen höherer Importzölle letztlich nicht eindeutig: Einerseits würden sie die Produkte in den USA - sowohl für die dortigen Unternehmen als auch Konsumenten - verteuern und die Inflation höher treiben. Andererseits könnte eine konjunkturelle Abschwächung aufgrund zunehmender Verunsicherung die Inflation drücken.
Die Federal Reserve stehe demnach vor einem Dilemma, beide Effekte korrekt abzuschätzen. Zuletzt habe sie die Bedeutung der Konjunkturschwäche ohnehin deutlich höher gehängt und deswegen drei "Insurance Cuts" durchgeführt. Eine nun sich abzeichnende Einigung zwischen den Handelspartnern könnte das Schreckgespenst Handelskrieg vertreiben. Insofern sollte die Federal Reserve ab jetzt erstmal weiter abwarten und die Zinssenkungen auch wirken lassen.
Die Konsumentenpreise in den USA seien im Oktober um 0,4% angezogen - getrieben durch gestiegene Energiepreise. Während die Inflationsrate mit 1,8% höher tendiert habe, sei die Kerninflationsrate leicht auf 2,3% zurückgegangen. Perspektivisch dürften Basiseffekte und die Auswirkungen der US-Importzölle für einen gewissen, aber undramatischen Preisauftrieb sorgen. Die Konjunkturseite gelte ohnehin als bedeutsamer für das FOMC. Im Falle eines Vertragsabschlusses im Handelskonflikt sollte die konjunkturelle Zuversicht wieder steigen. Die Federal Reserve werde auf Sicht fahren und auch die Impulse aus drei Zinssenkungen beobachten müssen. Perspektivisch würden die Analysten ein längeres Abwarten der Notenbanker erwarten. (13.11.2019/alc/a/a)
Demnach sei es im Oktober zu einem Anstieg um 0,4% M/M gekommen. Die Jahresrate sei auf 1,8% angezogen. Die Verbraucherpreise exklusive Nahrung und Energie hätten ein Plus von 0,2% M/M verzeichnet - die Jahresrate sei auf 2,3% zurückgegangen. Während damit die Kernrate im Rahmen der Erwartungen gelegen habe, sei die Gesamtrate deutlicher als erwartet angezogen.
Auch wenn die Daten zunächst höher als prognostiziert erscheinen würden, offenbare der Blick auf drei Nachkommastellen, dass sich mit 0,356% M/M in der Gesamtrate bzw. 0,157% M/M in der Kernrate das vermeintliche Überschießen in Grenzen halte. Zudem müsse berücksichtigt werden, dass die Gesamtrate in den Vormonaten mit 0,0% M/M bzw. 0,1% M/M bereits sehr moderat ausgefallen sei.
Auffallend sei, dass die zuvor recht hohe Differenz zwischen der Gesamtrate mit gestiegenen 1,8% Y/Y und der Kernrate mit rückläufigen 2,3% Y/Y nun ein wenig abgebaut worden sei. Verantwortlich dafür sei ein deutlicher Anstieg der Energiepreise um 2,7% M/M im Oktober gewesen. Auf der anderen Seite sei die Kernrate exklusive Energie und Nahrung von diesmal eher moderater ausgefallenen Wohnungsausgaben gebremst worden, die immerhin 2/5 des Gesamtindex ausmachen würden. Auch Preise für Bekleidung seien gefallen. Beide Komponenten würden die recht niedrige Tendenz in der Kernrate erklären.
Diese zu erwartenden Preistendenzen scheinen aber zunächst unproblematisch für die Notenbanker in den USA zu sein, so die Analysten der Nord LB. Vielmehr müssten die FED-Mitglieder derzeit auf die Konjunkturentwicklungen achten, die sie in diesem Jahr bereits zu drei Zinssenkungen getrieben hätten.
Entscheidend für die Geldpolitik war und ist der Handelskonflikt, so die Analysten der Nord LB. Dabei seien die Implikationen höherer Importzölle letztlich nicht eindeutig: Einerseits würden sie die Produkte in den USA - sowohl für die dortigen Unternehmen als auch Konsumenten - verteuern und die Inflation höher treiben. Andererseits könnte eine konjunkturelle Abschwächung aufgrund zunehmender Verunsicherung die Inflation drücken.
Die Federal Reserve stehe demnach vor einem Dilemma, beide Effekte korrekt abzuschätzen. Zuletzt habe sie die Bedeutung der Konjunkturschwäche ohnehin deutlich höher gehängt und deswegen drei "Insurance Cuts" durchgeführt. Eine nun sich abzeichnende Einigung zwischen den Handelspartnern könnte das Schreckgespenst Handelskrieg vertreiben. Insofern sollte die Federal Reserve ab jetzt erstmal weiter abwarten und die Zinssenkungen auch wirken lassen.
Die Konsumentenpreise in den USA seien im Oktober um 0,4% angezogen - getrieben durch gestiegene Energiepreise. Während die Inflationsrate mit 1,8% höher tendiert habe, sei die Kerninflationsrate leicht auf 2,3% zurückgegangen. Perspektivisch dürften Basiseffekte und die Auswirkungen der US-Importzölle für einen gewissen, aber undramatischen Preisauftrieb sorgen. Die Konjunkturseite gelte ohnehin als bedeutsamer für das FOMC. Im Falle eines Vertragsabschlusses im Handelskonflikt sollte die konjunkturelle Zuversicht wieder steigen. Die Federal Reserve werde auf Sicht fahren und auch die Impulse aus drei Zinssenkungen beobachten müssen. Perspektivisch würden die Analysten ein längeres Abwarten der Notenbanker erwarten. (13.11.2019/alc/a/a)
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| 2,70 % | 1,90 % | 0,80 % | +42,11% | 24.04./22:00 |
| ISIN | WKN | Jahreshoch | Jahrestief | |
| 2,70 % | 1,80 % | |||


