USA: Inflationsdaten überraschen


20.07.22 11:15
Der Aktionär

Kulmbach (www.anleihencheck.de) - Die Inflationsdaten in den USA überraschten einmal mehr, so Markus Bußler von "Der Aktionär".

Sie hätten über den Erwartungen der Volkswirte gelegen. Der Verbraucherpreisindex habe in der vergangenen Woche mit 9,1 Prozent einen weiteren 41-Jahres-Rekord aufgestellt. Laut Steve Hanke, Professor für Angewandte Ökonomie an der Johns Hopkins University, sei die "höchste Inflation seit 41 Jahren" wahrscheinlich der höchste Stand, den man jemals erreichen werde.

Hanke habe bereits seit Juli 2021 einen Verbraucherpreisindex von 6 bis 9 Prozent prognostiziert, als er und sein Mitautor John Greenwood, Chefökonom von Invesco, im Wall Street Journal einen Artikel mit dem Titel "Too Much Money Portends High Inflation" veröffentlicht hätten. Hanke und Greenwood hätten argumentiert, dass eine Ausweitung der Geldmenge unweigerlich zu einem Anstieg der Verbraucherpreise auf allen Ebenen führen werde.

Nun, da die Inflation den oberen Bereich seiner Prognose von 6 bis 9 Prozent erreicht habe, habe Hanke gesagt, dass sie wahrscheinlich ihren vorläufigen Höhepunkt erreicht habe. "Ist das der Höhepunkt? Ich würde sagen, ja, wahrscheinlich ziemlich nahe am Höchststand. Wir sagten 9 Prozent, jetzt sind es 9,1 Prozent, das würde bedeuten, dass wir vor einem Jahr davon ausgingen, dass 9 Prozent in etwa der Höchststand sein würde. Und wie geht es jetzt weiter?", habe er gesagt. "Es sieht so aus, als ob wir für den Rest dieses Jahres und das nächste Jahr bis 2024 bei 6 bis 7 Prozent liegen werden."

Hanke habe darauf hingewiesen, dass die bereits geschaffene überschüssige Geldmenge erst nach einiger Zeit aus dem Finanzsystem "herausgesaugt" werden werde, und habe hinzu gefügt, dass nach seinen Berechnungen die Wahrscheinlichkeit einer Rezession bis Jahresende bei 70 Prozent liege. Die Quantitätstheorie des Geldes besage, dass Veränderungen der Preise mit Veränderungen der Geldmenge einhergehen würden.

Die ausgeweitete Geldmenge sei sicherlich einer der Auslöser der Inflation, die Probleme bei den Lieferketten und auch der Krieg in der Ukraine würden aber ebenso dazu gehören. Deshalb müssten beide Faktoren ebenfalls bei der Prognose der Inflation mit einbezogen werden. Gut möglich, dass die Inflationsraten im kommenden Jahre aufgrund des Basiseffekts deutlich niedriger liegen würden. (20.07.2022/alc/a/a)