USA: Inflation stabil, Einkommen steigen - Kann das den Konsum wiederbeleben?


03.03.25 10:15
Nord LB

Hannover (www.anleihencheck.de) - Nach den Januar-Zahlen zu den US-Konsumentenpreisen sind nun auch noch die Angaben zur Entwicklung der PCE-Preisdeflatoren über die Nachrichtenticker gelaufen, berichten die Analysten der NORD/LB.

Diese Daten hätten bekanntlich eine besondere Bedeutung für das FOMC. Der Headline-Index dieses wichtigen Maßstabs für die Inflationsentwicklung in den Vereinigten Staaten habe im Februar um 0,3% M/M zugelegt; damit notiere die Jahresrate dieser Zeitreihe nun bei 2,5%. Die PCE-Kernrate habe sich im Berichtsmonat Januar - sozusagen im Gleichschritt mit dem Headline-Index - ebenfalls um 0,3% M/M erhöht. Die Jahresrate dieses Preisindex notiere nun bei 2,6%. In der Summe hätten diese Zahlen von der makroökonomischen Preisfront in den USA wohl keine großen Neuigkeiten für die Geldpolitiker in Washington gebracht.

Zudem seien im Rahmen dieses Reports noch Angaben zur Entwicklung der persönlichen Einkommen und Ausgaben gemeldet worden. Während erstere Zeitreihe um wirklich erfreuliche 0,9% M/M habe zulegen können, habe sich bei den Konsumentenausgaben eine Abschwächung um 0,2% M/M gezeigt. Nach den wirklich sehr schwachen Zahlen zu den Einzelhandelsumsätzen stelle diese Nachricht allerdings auch keine sonderlich große Überraschung dar - die Analysten der NORD/LB hätten beispielweise mit einem Rückgang um 0,1% M/M gerechnet. In der Summe würden sich nun die Hinweise auf eine Verlangsamung des Zulegens der ökonomischen Aktivität im Land der eigentlich unbegrenzten Möglichkeiten mehren. Allerdings wecke der im Januar beobachtbare ausgeprägte Anstieg der Einkommen doch Hoffnungen auf eine in der näheren Zukunft wieder stärkere Konsumneigung der privaten Haushalte.

Die Umfragen zu den Inflationserwartungen zeigen an, dass die privaten Haushalte mit einer ziemlich großen Sorge auf die Preisentwicklung in den Vereinigten Staaten zu blicken scheinen, so die Analysten der NORD/LB. Dieses Bedenken könnte in der Tat bereits auf dem Konsum lasten. Vor allem die von der Universität von Michigan erhobenen kurzfristigen Inflationserwartungen hätten sich im Februar wirklich ziemlich unfreundlich präsentiert. Wir warten daher nun mit ganz besonderem Interesse auf die aktuellen Daten der Verbraucherbefragung der Federal Reserve Bank of New York, so die Analysten der NORD/LB. Die freundliche Einkommensentwicklung könne ohne jeden Zweifel als Hoffnungsschimmer bezeichnet werden. Allerdings sei im Laufe des Jahres 2025 wohl mit einer gewissen Eintrübung der Beschäftigungssituation in den USA zu rechnen, was das Wachstum der Löhne perspektivisch dämpfen müsste. In der Summe sollte die Aufgabe der Notenbanker in Washington in den kommenden Monaten also eher nicht einfacher werden.

Fazit: Die neuen Zahlen zur Entwicklung der PCE-Deflatoren hätten keine größeren Überraschungen an der makroökonomischen Preisfront gebracht. Die persönlichen Einkommen seien dagegen im Januar erfreulich stark angestiegen. Bei den Konsumentenausgaben hätten sich allerdings die erwarteten Bremsspuren gezeigt. Es bleibe nun wohl vor allem zu hoffen, dass die positive Einkommensentwicklung die Konsumfreude der privaten Haushalte in den USA wieder entfachen könne. (Ausgabe vom 28.02.2025) (03.03.2025/alc/a/a)