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USA: Hochpunkt der Notenbanksätze noch nicht erreicht?


10.05.19 11:00
National-Bank AG

Essen (www.anleihencheck.de) - Die FED hat beim jüngsten Zinsentscheid erwartungsgemäß das Leitzinsintervall unverändert gelassen, es wurde lediglich eine der Natur nach technisch bedingte Senkung des Zinssatzes für Überschussreverserven um 5 Basispunkte vorgenommen, berichten die Analysten der National-Bank AG.

Die FED habe das robuste Wirtschaftswachstum des ersten Quartals gewürdigt, die Notenbank habe demgegenüber aber auch pflichtgemäß die Schwäche bei den privaten Konsumausgaben und den Investitionen hervorgehoben. Auch wenn die zuletzt überraschend schwache Inflationsentwicklung auf temporäre Faktoren zurückzuführen sei, werde die Debatte um eine Neubestimmung des geldpolitischen Kurses vorerst anhalten. Im Ergebnis könne man festhalten, dass der weitere Pfad der amerikanischen Notenbank sicherlich weniger vorherbestimmt sei denn je: Es hänge bei Leitzinsniveaus, die immer stärker im neutralen Bereich lägen, naturgemäß zunehmend davon ab, wie es mit der Konjunktur weitergehe - in den USA und weltweit.

Vor dem Hintergrund unserer Einschätzung, was die Tragweite der US-Konjunktur anbelangt, gehen wir nach wie vor davon aus, dass der Hochpunkt der Notenbanksätze in den USA noch nicht erreicht ist, so die Analysten der National-Bank AG. Die Analysten würden ihre Einschätzung für die Entwicklung der zehnjährigen Treasuries bei rund 3% belassen. Auf Jahressicht ist nach unserem Dafürhalten ein Zins um 0,4 Prozentpunkte für die zehnjährigen Bundesanleihen zu erwarten, damit liegen wir mit unserer Einschätzung unter dem Konsensus von rund 0,5% auf Jahressicht, so die Analysten der National-Bank AG. (10.05.2019/alc/a/a)