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USA: Disinflationsprozess weiterhin klar auf Kurs
19.06.23 10:00
National-Bank AG
Essen (www.anleihencheck.de) - Nach der politischen Einigung im Streit um die Schuldenobergrenze und einer nachrichtenarmen Phase im Bereich des Bankenstresses liegt der Fokus der US-Rentenmärkte wieder auf dem zeitnahen geldpolitischen Ausblick, berichten die Analysten der National-Bank AG.
Das FOMC habe nach der jüngsten Sitzung die meisten Marktteilnehmer mit einer restriktiven Haltung in Form eines Punktediagramms überrascht, das eine mittlere Prognose von zwei weiteren Zinserhöhungen im Jahr 2023 statt einer gezeigt habe. FED-Chef Powell habe diesbezüglich gesagt, dass der Hauptgrund der langsamere Rückgang der Kerninflation in diesem Jahr bisher sei. Der andere wahrscheinliche Grund für den restriktiven Kurswechsel sei, dass sich die Teilnehmer wahrscheinlich weniger Sorgen über das Abwärtsrisiko durch den Bankenstress gemacht hätten.
Powell sehe die Disinflation mit der Entspannung des Arbeitsmarktes und der Erholung der Angebotsseite zwar grundsätzlich auf Kurs, die FED warte aber offenkundig noch auf den wirklichen "Durchbruch" beim Rückgang der Preisdynamik. Insofern komme es nun stärker auch auf die kürzerfristige Entwicklung der tatsächlich realisierten Kerninflation an: Die Analysten der National-Bank AG seien hier weiter zuversichtlich, dass die kommenden Monate die erwünschte Datenentwicklung mit sich bringen würden, etwa mit Blick auf den enormen Rückgang der Importpreise oder die Zusammensetzung des noch bestehenden Preisdrucks: Materiell weise die Mehrheit der Unterkomponenten der Kerninflation nunmehr in die richtige Richtung bzw. bestünden zumindest handfeste Anhaltspunkte dafür, dass dies in Kürze so sein dürfte: So könnte die Kerninflation insbesondere wegen zukünftig stärker fallender Gebrauchtwagenpreise demnächst deutlich rascher sinken als bislang, auch bei den Mieten zeichne sich eine ähnlich vorteilhafte Entwicklung ab.
Aus Sicht der Analysten der National-Bank AG sei der Disinflationsprozess in den USA weiterhin klar auf Kurs. Das gesamte Datengefüge spreche auch weiterhin für einen stetigen Rückgang der Inflationsraten, von den Importpreisen über die Produzentenpreise bis hin zu den Arbeitsmarktdaten. Letztlich entscheidend sei nach Erachten der Analysten der National-Bank AG vor allem eine weitere Ausbalancierung am Arbeitsmarkt, auch hier würden die Daten auf einen strikt rückläufigen Preisdruck verweisen. Immer deutlicher zeige sich damit auch, dass der Covid-Schock eine temporäre Episode ohne nachhaltigere strukturelle Schäden bleiben dürfte.
Wie von den Analysten der National-Bank AG erwartet, komme bei den Preisdaten nun auch immer mehr Bewegung in die europäische Datenlandschaft: Der Preisauftrieb bei Lebensmitteln habe sich weiter verlangsamt und damit neben den sinkenden Energiepreisen zum Rückgang der Gesamtinflation beigetragen. Zudem habe die Kerninflation stärker nachgegeben als erwartet, und das auf breiter Basis. Bei den Verbraucherpreisen von Industriegütern sei aufgrund der Erzeuger- und Einfuhrpreise eine Trendwende nach unten seit Langem erwartet worden. Diese Entwicklung dürfte sich in den kommenden Monaten fortsetzen und die maßgebliche Triebfeder für das sukzessive Abflachen des unterliegenden Preistrends darstellen. Zentral sei ferner, dass auch die Jahresrate der Dienstleistungspreise spürbar abgenommen habe. Dies sei deshalb von besonderer Relevanz, weil einige EZB-Ratsmitglieder bei der Analyse der zugrunde liegenden Inflation - vor allem mit Blick auf die Entwicklung in den USA - zu Recht ein besonderes Augenmerk auf die Verbraucherpreise von Dienstleistungen gelegt hätten.
Die EZB habe gleichwohl die Leitzinsen erwartungsgemäß erneut angehoben, dabei aber mit deutlicheren Worten als noch Anfang Mai auf die Notwendigkeit einer weiteren Straffung hingewiesen. Die Leitzinsen würden wie erwartet um 0,25 Prozentpunkte steigen, wie die EZB im Rahmen ihres Zinsentscheids mitgeteilt habe. Es handle sich bereits um die achte Zinserhöhung in Folge, seit die Notenbank im Juli 2022 damit begonnen habe, die Finanzierungskosten zu erhöhen. Der Hauptrefinanzierungszins steige per 21. Juni von 3,75% auf 4,00%. Der Einlagensatz für die Banken erhöhe sich von 3,25% auf 3,50%. Der Spitzenrefinanzierungszins werde von 4,00% auf 4,25% angehoben, bereits im Mai habe die EZB die Leitzinsen um 25 Basispunkte erhöht, nach drei Zinserhöhungen um jeweils 50 Basispunkte in Folge. Hintergrund weiterer möglicher Zinserhöhungen sei der Umstand, dass die Inflation zuletzt zwar relativ rasch gesunken sei, aber noch für längere Zeit zu hoch bleiben könnte. Wie auch bei der US-Notenbank sei eine finale Entscheidung aber nicht gefallen: Ein stärkerer Rückgang der zugrunde liegenden Inflation und deutlichere Anzeichen für eine restriktive Wirkung der Geldpolitik könnten für ein früheres Ende der Leitzinserhöhungen sprechen.
Aus Sicht der Analysten der National-Bank AG sei die weitere EZB-Politik insbesondere vor dem Hintergrund von drei Faktoren zu beurteilen: Erstens sei die EZB immer gut beraten gewesen, der FED wenn auch zeitlich versetzt, zu folgen. In den Situationen, wo sie dies nicht getan habe, habe sie ihren Kurs teilweise unter erheblichem Prestigeverlust korrigieren müssen. Dies habe auch daran gelegen, dass - zweitens - der konjunkturelle und damit verbunden auch der inflatorische Gleichlauf mit den USA auch weiterhin stark ausgeprägt sei. Insofern sei davon auszugehen, dass die Disinflationsimpulse, die über den Atlantik nach Europa kämen, sukzessive an Gewicht zunehmen würden. Schließlich würden sich die konjunkturellen Perspektiven für die deutsche Leitökonomie immer weiter eintrüben und es sei wie argumentiert absehbar, dass Deutschland in eine Rezession gerate, wenn der Krieg in der Ukraine anhalte. Insofern sei die EZB gut beraten, den weiteren Kurs der FED besonders im Auge zu behalten. Auch die FED versuche hier zwar, die Erwartungen an eine Leitzinswende zu dämpfen, um sicherzustellen, dass die geldpolitische Medizin auch zur nachhaltigen Gesundung des Patienten führe und es nicht auf den letzten Metern doch noch zu Resistenzen komme - die klassische Rolle einer Notenbank bei der Inflationsbekämpfung!
Die US-Daten sprächen nach Erachten der Analysten der National-Bank AG freilich bereits eine andere Sprache, eine Bestätigung für diese These liefere derzeit etwa eindrucksvoll auch der US-Aktienmarkt, der die Zinswende offenkundig wittere bzw. antizipiere. Zusammengenommen rücke der Wendepunkt der Geldpolitik in den führenden Industrienationen immer näher. Das exakte Timing der globalen Leitzinswende bleibe zwar ungewiss, die Wahrscheinlichkeit, dass der Senkungszyklus in den kommenden zwei bis vier Quartalen einsetze, sei bereits jetzt schon hoch. Aus Sicht der Analysten der National-Bank AG sei es dabei jenseits der Frage nach 25 Basispunkten mehr oder weniger viel entscheidender, dass sich der Anstieg der Inflation als temporäre Episode erweise, die gemäß auch der jüngsten Studien bzw. Analysen der FED immer eindeutiger den Verwerfungen der Pandemie zuzuordnen sei. Damit könne den Thesen einer strukturellen Verschiebung des Inflations-Tradeoffs aufgrund struktureller geoökomischen Verwerfungen vermutlich eine Absage erteilt werden, so wie die Analysten der National-Bank AG das seit langem bereits erwartet und in ihren Publikationen in Aussicht gestellt hätten.
Wir sehen für die USA noch maximal einen Zinsschritt nach oben, analog in der Eurozone, so die Analysten der National-Bank AG. Aus Sicht der Analysten der National-Bank AG könne jetzt jeder US-Datenpunkt den finalen Durchbruch nach unten - also den "Game-Changer" - bei der US-Notenbank bringen, da die Daten so eindeutig nach unten weisen würden. Auf Jahressicht würden die Analysten die Renditen für die 10-jährigen Bundesanleihen mit einer zunehmenden Abwärtsbias nunmehr auf rund 2,1% taxieren, die Projektionen für die US-amerikanischen 10-jährigen Benchmark-Sätze sähen sie weiterhin bei Werten um 3,3% auf Sicht der nächsten zwölf Monate. (Ausgabe vom 16.06.2023) (19.06.2023/alc/a/a)
Das FOMC habe nach der jüngsten Sitzung die meisten Marktteilnehmer mit einer restriktiven Haltung in Form eines Punktediagramms überrascht, das eine mittlere Prognose von zwei weiteren Zinserhöhungen im Jahr 2023 statt einer gezeigt habe. FED-Chef Powell habe diesbezüglich gesagt, dass der Hauptgrund der langsamere Rückgang der Kerninflation in diesem Jahr bisher sei. Der andere wahrscheinliche Grund für den restriktiven Kurswechsel sei, dass sich die Teilnehmer wahrscheinlich weniger Sorgen über das Abwärtsrisiko durch den Bankenstress gemacht hätten.
Powell sehe die Disinflation mit der Entspannung des Arbeitsmarktes und der Erholung der Angebotsseite zwar grundsätzlich auf Kurs, die FED warte aber offenkundig noch auf den wirklichen "Durchbruch" beim Rückgang der Preisdynamik. Insofern komme es nun stärker auch auf die kürzerfristige Entwicklung der tatsächlich realisierten Kerninflation an: Die Analysten der National-Bank AG seien hier weiter zuversichtlich, dass die kommenden Monate die erwünschte Datenentwicklung mit sich bringen würden, etwa mit Blick auf den enormen Rückgang der Importpreise oder die Zusammensetzung des noch bestehenden Preisdrucks: Materiell weise die Mehrheit der Unterkomponenten der Kerninflation nunmehr in die richtige Richtung bzw. bestünden zumindest handfeste Anhaltspunkte dafür, dass dies in Kürze so sein dürfte: So könnte die Kerninflation insbesondere wegen zukünftig stärker fallender Gebrauchtwagenpreise demnächst deutlich rascher sinken als bislang, auch bei den Mieten zeichne sich eine ähnlich vorteilhafte Entwicklung ab.
Aus Sicht der Analysten der National-Bank AG sei der Disinflationsprozess in den USA weiterhin klar auf Kurs. Das gesamte Datengefüge spreche auch weiterhin für einen stetigen Rückgang der Inflationsraten, von den Importpreisen über die Produzentenpreise bis hin zu den Arbeitsmarktdaten. Letztlich entscheidend sei nach Erachten der Analysten der National-Bank AG vor allem eine weitere Ausbalancierung am Arbeitsmarkt, auch hier würden die Daten auf einen strikt rückläufigen Preisdruck verweisen. Immer deutlicher zeige sich damit auch, dass der Covid-Schock eine temporäre Episode ohne nachhaltigere strukturelle Schäden bleiben dürfte.
Die EZB habe gleichwohl die Leitzinsen erwartungsgemäß erneut angehoben, dabei aber mit deutlicheren Worten als noch Anfang Mai auf die Notwendigkeit einer weiteren Straffung hingewiesen. Die Leitzinsen würden wie erwartet um 0,25 Prozentpunkte steigen, wie die EZB im Rahmen ihres Zinsentscheids mitgeteilt habe. Es handle sich bereits um die achte Zinserhöhung in Folge, seit die Notenbank im Juli 2022 damit begonnen habe, die Finanzierungskosten zu erhöhen. Der Hauptrefinanzierungszins steige per 21. Juni von 3,75% auf 4,00%. Der Einlagensatz für die Banken erhöhe sich von 3,25% auf 3,50%. Der Spitzenrefinanzierungszins werde von 4,00% auf 4,25% angehoben, bereits im Mai habe die EZB die Leitzinsen um 25 Basispunkte erhöht, nach drei Zinserhöhungen um jeweils 50 Basispunkte in Folge. Hintergrund weiterer möglicher Zinserhöhungen sei der Umstand, dass die Inflation zuletzt zwar relativ rasch gesunken sei, aber noch für längere Zeit zu hoch bleiben könnte. Wie auch bei der US-Notenbank sei eine finale Entscheidung aber nicht gefallen: Ein stärkerer Rückgang der zugrunde liegenden Inflation und deutlichere Anzeichen für eine restriktive Wirkung der Geldpolitik könnten für ein früheres Ende der Leitzinserhöhungen sprechen.
Aus Sicht der Analysten der National-Bank AG sei die weitere EZB-Politik insbesondere vor dem Hintergrund von drei Faktoren zu beurteilen: Erstens sei die EZB immer gut beraten gewesen, der FED wenn auch zeitlich versetzt, zu folgen. In den Situationen, wo sie dies nicht getan habe, habe sie ihren Kurs teilweise unter erheblichem Prestigeverlust korrigieren müssen. Dies habe auch daran gelegen, dass - zweitens - der konjunkturelle und damit verbunden auch der inflatorische Gleichlauf mit den USA auch weiterhin stark ausgeprägt sei. Insofern sei davon auszugehen, dass die Disinflationsimpulse, die über den Atlantik nach Europa kämen, sukzessive an Gewicht zunehmen würden. Schließlich würden sich die konjunkturellen Perspektiven für die deutsche Leitökonomie immer weiter eintrüben und es sei wie argumentiert absehbar, dass Deutschland in eine Rezession gerate, wenn der Krieg in der Ukraine anhalte. Insofern sei die EZB gut beraten, den weiteren Kurs der FED besonders im Auge zu behalten. Auch die FED versuche hier zwar, die Erwartungen an eine Leitzinswende zu dämpfen, um sicherzustellen, dass die geldpolitische Medizin auch zur nachhaltigen Gesundung des Patienten führe und es nicht auf den letzten Metern doch noch zu Resistenzen komme - die klassische Rolle einer Notenbank bei der Inflationsbekämpfung!
Die US-Daten sprächen nach Erachten der Analysten der National-Bank AG freilich bereits eine andere Sprache, eine Bestätigung für diese These liefere derzeit etwa eindrucksvoll auch der US-Aktienmarkt, der die Zinswende offenkundig wittere bzw. antizipiere. Zusammengenommen rücke der Wendepunkt der Geldpolitik in den führenden Industrienationen immer näher. Das exakte Timing der globalen Leitzinswende bleibe zwar ungewiss, die Wahrscheinlichkeit, dass der Senkungszyklus in den kommenden zwei bis vier Quartalen einsetze, sei bereits jetzt schon hoch. Aus Sicht der Analysten der National-Bank AG sei es dabei jenseits der Frage nach 25 Basispunkten mehr oder weniger viel entscheidender, dass sich der Anstieg der Inflation als temporäre Episode erweise, die gemäß auch der jüngsten Studien bzw. Analysen der FED immer eindeutiger den Verwerfungen der Pandemie zuzuordnen sei. Damit könne den Thesen einer strukturellen Verschiebung des Inflations-Tradeoffs aufgrund struktureller geoökomischen Verwerfungen vermutlich eine Absage erteilt werden, so wie die Analysten der National-Bank AG das seit langem bereits erwartet und in ihren Publikationen in Aussicht gestellt hätten.
Wir sehen für die USA noch maximal einen Zinsschritt nach oben, analog in der Eurozone, so die Analysten der National-Bank AG. Aus Sicht der Analysten der National-Bank AG könne jetzt jeder US-Datenpunkt den finalen Durchbruch nach unten - also den "Game-Changer" - bei der US-Notenbank bringen, da die Daten so eindeutig nach unten weisen würden. Auf Jahressicht würden die Analysten die Renditen für die 10-jährigen Bundesanleihen mit einer zunehmenden Abwärtsbias nunmehr auf rund 2,1% taxieren, die Projektionen für die US-amerikanischen 10-jährigen Benchmark-Sätze sähen sie weiterhin bei Werten um 3,3% auf Sicht der nächsten zwölf Monate. (Ausgabe vom 16.06.2023) (19.06.2023/alc/a/a)
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| Kurs | Vortag | Veränderung | Datum/Zeit | |
| 2,70 % | 1,90 % | 0,80 % | +42,11% | 23.04./22:00 |
| ISIN | WKN | Jahreshoch | Jahrestief | |
| 2,70 % | 1,80 % | |||


