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USA: Auslandsverschuldung weiter bei netto 8.000 Mrd. USD
17.04.18 09:45
fairesearch
Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Beim Blick auf die amerikanischen Schulden netto gegenüber dem Rest der Welt werden die handelsprotektionistischen Maßnahmen von Präsident Trump verständlicher, so Dr. Eberhardt Unger von "fairesearch".
Die Schulden würden hauptsächlich aus dem chronischen Defizit der US-Handels- und Leistungsbilanz stammen. Ob dieses Defizit aber mit Einfuhrzöllen abgebaut werden könne, sei sehr umstritten.
Die Netto-Investmentposition der USA sei genauso schockierend wie die Inlandsverschuldung aller Sektoren in den USA. Die Differenz zwischen den Auslandsguthaben und Verbindlichkeiten, die Auslandsverschuldung, liege bei fast USD 8 Billionen nahe Höchststand und habe sich seit 2008 vervierfacht. Sie mache die USA zum größten Schuldner gegenüber dem Rest der Welt.
Die Netto-Investment-Position habe sich zum Jahreswechsel auf minus USD 7.845 Mrd. vermindert. Ein Quartal zuvor habe es sich noch auf minus USD 7.739 Mrd. gestellt (Quelle: Bureau of Economic Analysis). Diese Verminderung um USD 106 Mrd. stamme aus einem Anstieg amerikanische Auslandsguthaben um USD 727 Mrd. und einem gleichzeitigen Anstieg der US-Verbindlichkeiten um USD 833 Mrd. Die amerikanischen Auslandsguthaben hätten sich zum Jahreswechsel auf USD 27,633 Billionen erhöht. Die US-Verbindlichkeiten seien auf USD 35,479 Billionen gestiegen. (Update am 27. Juni 2018).
An den Devisenmärkten werde eine Währung mit einem solchen fundamentalen Hintergrund üblicherweise sehr vorsichtig bewertet. Da sie abwertungsverdächtig sei, würden die Märkte einen Zinsaufschlag gegenüber anderen Währungen mit besseren Fundamentals verlangen. Dieser Aufschlag solle das Abwertungsrisiko ausgleichen. Am Euro könne man zwar auch Kritik üben, aber die Staatsverschuldung in % des BIP sei niedriger als in den USA, die Leistungsbilanz weise einen Überschuss aus, und die Auslandsposition sei in etwa ausgeglichen.
Doch wie könnten die Auslandsverschuldung und das Defizit in der Leistungsbilanz abgebaut werden? Das klassische Mittel zur Beeinflussung internationaler Handelsströme sei die Währungspolitik. Handelsbarrieren und Strafzölle, wie sie im Konflikt China/USA diskutiert würden, seien nicht nur verpönt, sie würden beiden Seiten schaden, weil sie unverzüglich mit Gegenmaßnahmen gekontert würden. So nähme es kein Wunder, wenn die US-Administration bald wieder begänne, den USD schwächer zu reden. Präsident Trump habe schon zu Beginn seiner Amtszeit darauf hingewiesen, dass der USD seiner Meinung nach überbewertet sei. Tatsächlich habe die US-Valuta - von vorübergehenden zwischen Erholungen abgesehen - seitdem einen Abwärtstrend eingeschlagen. Der TWEX, der handelsgewichtete Dollar-Index gegenüber den wichtigsten Währungen, habe rund 10% nachgegeben. Stärker noch sei der Rückgang gegen den Euro gewesen. Hier stieg der Euro, bzw. sank der US-Dollar von EUR 1 = USD 1,04 auf USD 1,23, so die Experten von "fairesearch". Weitere Devisenturbulenzen stünden bevor.
Aus fundamentaler Sicht sei der USD überbewertet. Seine gegenwärtige Stärke stamme zum wesentlichen Teil aus den geopolitischen Spannungen und dem Zinsspread. Letzteres sollte nicht überschätzt werden, da eine abwertungsverdächtige Währung zur Abdeckung des Devisenrisikos stets höhere Zinsen bieten müsse. Die USA seien der größte Schuldner der Welt. Und der USD sei kein "sicherer Hafen"! Die angebliche Lokomotivfunktion der US-Volkswirtschaft für die Welt zeige sich jedenfalls nicht in der Außenwirtschaft. Eine Volkswirtschaft mit der höchsten Staatsverschuldung (steige von USD 20 Billionen in Richtung USD 30 Billionen), dem größten Leistungsbilanzdefizit (rund USD 400 Mrd.) und der höchsten Auslandsverschuldung (netto ca. USD 8 Billionen) in der Welt könne ökonomisch kaum "vorbildlich" sein. Der USD-Wechselkurs könnte sich nach Überwindung der gegenwärtigen Konsolidierungsphase weiter in Richtung 1,30 pro EUR bewegen. Mit hoher Volatilität müsse gerechnet werden. (Ausgabe vom 16.04.2018) (17.04.2018/alc/a/a)
Die Schulden würden hauptsächlich aus dem chronischen Defizit der US-Handels- und Leistungsbilanz stammen. Ob dieses Defizit aber mit Einfuhrzöllen abgebaut werden könne, sei sehr umstritten.
Die Netto-Investmentposition der USA sei genauso schockierend wie die Inlandsverschuldung aller Sektoren in den USA. Die Differenz zwischen den Auslandsguthaben und Verbindlichkeiten, die Auslandsverschuldung, liege bei fast USD 8 Billionen nahe Höchststand und habe sich seit 2008 vervierfacht. Sie mache die USA zum größten Schuldner gegenüber dem Rest der Welt.
An den Devisenmärkten werde eine Währung mit einem solchen fundamentalen Hintergrund üblicherweise sehr vorsichtig bewertet. Da sie abwertungsverdächtig sei, würden die Märkte einen Zinsaufschlag gegenüber anderen Währungen mit besseren Fundamentals verlangen. Dieser Aufschlag solle das Abwertungsrisiko ausgleichen. Am Euro könne man zwar auch Kritik üben, aber die Staatsverschuldung in % des BIP sei niedriger als in den USA, die Leistungsbilanz weise einen Überschuss aus, und die Auslandsposition sei in etwa ausgeglichen.
Doch wie könnten die Auslandsverschuldung und das Defizit in der Leistungsbilanz abgebaut werden? Das klassische Mittel zur Beeinflussung internationaler Handelsströme sei die Währungspolitik. Handelsbarrieren und Strafzölle, wie sie im Konflikt China/USA diskutiert würden, seien nicht nur verpönt, sie würden beiden Seiten schaden, weil sie unverzüglich mit Gegenmaßnahmen gekontert würden. So nähme es kein Wunder, wenn die US-Administration bald wieder begänne, den USD schwächer zu reden. Präsident Trump habe schon zu Beginn seiner Amtszeit darauf hingewiesen, dass der USD seiner Meinung nach überbewertet sei. Tatsächlich habe die US-Valuta - von vorübergehenden zwischen Erholungen abgesehen - seitdem einen Abwärtstrend eingeschlagen. Der TWEX, der handelsgewichtete Dollar-Index gegenüber den wichtigsten Währungen, habe rund 10% nachgegeben. Stärker noch sei der Rückgang gegen den Euro gewesen. Hier stieg der Euro, bzw. sank der US-Dollar von EUR 1 = USD 1,04 auf USD 1,23, so die Experten von "fairesearch". Weitere Devisenturbulenzen stünden bevor.
Aus fundamentaler Sicht sei der USD überbewertet. Seine gegenwärtige Stärke stamme zum wesentlichen Teil aus den geopolitischen Spannungen und dem Zinsspread. Letzteres sollte nicht überschätzt werden, da eine abwertungsverdächtige Währung zur Abdeckung des Devisenrisikos stets höhere Zinsen bieten müsse. Die USA seien der größte Schuldner der Welt. Und der USD sei kein "sicherer Hafen"! Die angebliche Lokomotivfunktion der US-Volkswirtschaft für die Welt zeige sich jedenfalls nicht in der Außenwirtschaft. Eine Volkswirtschaft mit der höchsten Staatsverschuldung (steige von USD 20 Billionen in Richtung USD 30 Billionen), dem größten Leistungsbilanzdefizit (rund USD 400 Mrd.) und der höchsten Auslandsverschuldung (netto ca. USD 8 Billionen) in der Welt könne ökonomisch kaum "vorbildlich" sein. Der USD-Wechselkurs könnte sich nach Überwindung der gegenwärtigen Konsolidierungsphase weiter in Richtung 1,30 pro EUR bewegen. Mit hoher Volatilität müsse gerechnet werden. (Ausgabe vom 16.04.2018) (17.04.2018/alc/a/a)


