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USA: Arbeitsmarktdaten lassen zügigere Zinssenkungen zu


06.03.26 15:54
Nord LB

Hannover (www.anleihencheck.de) - Die Februar-Zahlen vom US-Arbeitsmarkt haben eindeutig negativ überrascht, so die Analysten der Nord LB.

Die ADP-Daten hätten bereits dezente Hinweise in diese Richtung geliefert, die nun gemeldeten Zahlen der offiziellen Statistik würden aber eine doch sehr nachhaltige Schwäche offenbaren. Zwar seien Verzerrungen durch Streikaktivitäten im Gesundheitsbereich zu attestieren, dennoch würden die aktuellen Angaben– mit einem Abbau von immerhin 92.000 Beschäftigungsverhältnissen – durch eine fast schon bemerkenswerte Verschlechterung der Lage charakterisiert bleiben. Auch die separat erhobene Arbeitslosenquote liefere im Februar keine erfreulichen Signale. Bei dieser Zeitreihe zeige sich ein Anstieg auf 4,4%.

Der prüfende Blick auf die Details der Zahlen zu den neu geschaffenen Stellen zeige zunächst einen spürbaren Rückgang von Beschäftigungsverhältnissen im Gesundheitssektor. Die ökonomische Relevanz dieser Nachricht sollte aber nicht überbewertet werden; hier würden sich vor allem die Auswirkungen von Streikaktivitäten offenbaren. In der Industrie seien im Februar 12.000 Jobs abgebaut worden, was eindeutig eine negative Überraschung dargestellt habe. Staatliche Stellen hätten in der Summe 6.000 Arbeitsplätze abgebaut; dabei seien bei Bundesbehörden immerhin 10.000 Beschäftigungsverhältnisse verloren gegangen. Das Wirken von DOGE halle an dieser Stelle also noch etwas nach.

Die durchschnittlichen Stundenlöhne hätten auch im Berichtsmonat Februar wieder um erfreuliche 0,4% M/M zulegen können. Diese Entwicklung helfe den privaten Haushalten ganz eindeutig, wieder etwas größere Spielräume für zukünftigen Konsum zu erhalten.

Die aktuellen Zahlen vom US-Arbeitsmarkt würden den Anhängern baldiger Zinssenkungen in den Vereinigten Staaten zweifellos dabei helfen, ihre Auffassung mit neuen Argumenten zu untermauern. Die heutigen Angaben könnten in der Tat eine taktische Bedeutung haben (und würden zügige Anpassungen beim Leitzinsniveau in den USA wohl schon wieder etwas wahrscheinlicher machen) – aus strategischer Sicht habe sich aber kaum etwas verändert. So bleiben die Analysten der Nord LB bei ihrer Auffassung, dass das obere Band der Fed Funds Target Rate bis zum Ende des 3. Quartals 2026 auf einen Wert von 3,00% fallen sollte. Der Weg sei eben nicht immer das Ziel!

Für den Februar seien in den Vereinigten Staaten ziemlich unerfreuliche Arbeitsmarktdaten gemeldet worden. Zwar habe es verzerrende Effekte gegeben, was die Interpretation der Zahlen etwas erschwere, die Angaben seien aber in der Summe schon als nicht positiv zu bezeichnen. Diskussionen im FOMC könnten nun noch etwas kontroverser werden. In jedem Fall stehe die US-Notenbank unter einem spürbaren Handlungsdruck. (06.03.2026/alc/a/a)