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USA: Aktuelle CPI-Zahlen und der Wunsch nach einer Zeitmaschine
11.10.24 10:15
Nord LB
Hannover (www.anleihencheck.de) - Die doch überraschend offensive Zinswende in den USA beruht in starkem Maße auf der Hoffnung eines nachhaltigen Abklingens der Inflationsgefahren im Land der unbegrenzten Möglichkeiten, so die Analysten der Nord LB.
Folglich würden makroökonomische Preisdaten aus den Vereinigten Staaten auch weiterhin im Fokus der internationalen Finanzmärkte bleiben. Im September hätten die Angaben zur Entwicklung der Konsumentenpreise einen eher zahmen Anstieg um 0,2% M/M offenbart. Folglich notiere die Jahresrate dieser Zeitreihe nun bei einem Wert von 2,4% - die fast schon "magische" Marke von 2,0%, die natürlich eine ganz besondere Bedeutung für das FOMC habe, rücke also immer stärker ins Blickfeld. Allerdings hätten viele Marktbeobachter offenkundig auf noch etwas klarere Disinflationstendenzen gehofft. Aus dieser Perspektive betrachtet, möge bei der Analyse der aktuellen US-Inflationsdaten sogar von einer gewissen Enttäuschung gesprochen werden.
Bei der Kernrate der US-Konsumentenpreise habe sich im September ein Zuwachs um 0,3% M/M gezeigt. Somit steige die Jahresrate dieses wichtigen Indikators für die Inflationsentwicklung in den Vereinigten Staaten sogar leicht auf einen Wert von immerhin 3,3% an. Auch diese Nachricht sei zwar unerfreulich, sie dürfe mit Blick auf ihre ökonomische Bedeutung aber wohl noch nicht überbewertet werden.
Ein prüfender Blick auf die Details der am 10. Oktober 2024 gemeldeten Zahlen zeige zunächst ein Zulegen der US-Konsumentenpreise im Bereich Nahrungsmittel um 0,4% M/M. Die Jahresrate dieser auch für die Politiker in Washington sehr wichtigen Zeitreihe notiere damit nun bei 2,3%.
Mit Blick auf das Segment Wohnen habe sich sogar ein Zuwachs von 0,2% M/M offenbart. Die kalkulatorischen Mieten für in Eigennutzung befindlichen Wohnraum hätten dabei um 0,3% M/M zugelegt.
Im Energiebereich würden sich dagegen weitere Entlastungen zeigen. So seien die Benzinpreise - als relativ wichtiger Faktor für die Lebenshaltungskosten in den USA - im September um beachtliche 4,1% M/M gefallen. Diese Nachricht habe natürlich auch eine hohe Bedeutung für die Einzelhandelsumsätze im Bereich der Tankstellen.
Das FOMC-Sitzungsprotokoll habe dezente Hinweise auf zuletzt eher kontroverse Diskussionen innerhalb der Notenbank geliefert. Nach den US-Inflationsdaten vom 10. Oktober 2024 könnte sich der eine oder andere hochrangige Fed-Offizielle mittlerweile vielleicht wünschen, anlässlich des letzten Treffens der Notenbanker doch nur für einen kleinen Zinsschritt nach unten gestimmt zu haben - zumal die jüngst veröffentlichten Arbeitsmarktzahlen positiv überrascht hätten.
Die Konsumentenpreise in den USA hätten im Berichtsmonat September um immerhin 0,2% M/M zugelegt. Die Kernrate dieser Zeitreihe sei sogar um 0,3% M/M angestiegen. Diese Zahlen könnten bei einigen Fed-Offiziellen leichte Sorgen auslösen. Diese hochrangigen US-Notenbanker könnten sich nun durchaus den Zugang zu einer Zeitmaschine wünschen. Wäre diese Technologie verfügbar, würden die Analysten bei der jüngsten Zinsentscheidung in Washington wohl eine größere Zahl an Stimmen für eine vorsichtigere Zinswende gesehen haben! (Ausgabe vom 10.10.2024) (11.10.2024/alc/a/a)
Folglich würden makroökonomische Preisdaten aus den Vereinigten Staaten auch weiterhin im Fokus der internationalen Finanzmärkte bleiben. Im September hätten die Angaben zur Entwicklung der Konsumentenpreise einen eher zahmen Anstieg um 0,2% M/M offenbart. Folglich notiere die Jahresrate dieser Zeitreihe nun bei einem Wert von 2,4% - die fast schon "magische" Marke von 2,0%, die natürlich eine ganz besondere Bedeutung für das FOMC habe, rücke also immer stärker ins Blickfeld. Allerdings hätten viele Marktbeobachter offenkundig auf noch etwas klarere Disinflationstendenzen gehofft. Aus dieser Perspektive betrachtet, möge bei der Analyse der aktuellen US-Inflationsdaten sogar von einer gewissen Enttäuschung gesprochen werden.
Bei der Kernrate der US-Konsumentenpreise habe sich im September ein Zuwachs um 0,3% M/M gezeigt. Somit steige die Jahresrate dieses wichtigen Indikators für die Inflationsentwicklung in den Vereinigten Staaten sogar leicht auf einen Wert von immerhin 3,3% an. Auch diese Nachricht sei zwar unerfreulich, sie dürfe mit Blick auf ihre ökonomische Bedeutung aber wohl noch nicht überbewertet werden.
Mit Blick auf das Segment Wohnen habe sich sogar ein Zuwachs von 0,2% M/M offenbart. Die kalkulatorischen Mieten für in Eigennutzung befindlichen Wohnraum hätten dabei um 0,3% M/M zugelegt.
Im Energiebereich würden sich dagegen weitere Entlastungen zeigen. So seien die Benzinpreise - als relativ wichtiger Faktor für die Lebenshaltungskosten in den USA - im September um beachtliche 4,1% M/M gefallen. Diese Nachricht habe natürlich auch eine hohe Bedeutung für die Einzelhandelsumsätze im Bereich der Tankstellen.
Das FOMC-Sitzungsprotokoll habe dezente Hinweise auf zuletzt eher kontroverse Diskussionen innerhalb der Notenbank geliefert. Nach den US-Inflationsdaten vom 10. Oktober 2024 könnte sich der eine oder andere hochrangige Fed-Offizielle mittlerweile vielleicht wünschen, anlässlich des letzten Treffens der Notenbanker doch nur für einen kleinen Zinsschritt nach unten gestimmt zu haben - zumal die jüngst veröffentlichten Arbeitsmarktzahlen positiv überrascht hätten.
Die Konsumentenpreise in den USA hätten im Berichtsmonat September um immerhin 0,2% M/M zugelegt. Die Kernrate dieser Zeitreihe sei sogar um 0,3% M/M angestiegen. Diese Zahlen könnten bei einigen Fed-Offiziellen leichte Sorgen auslösen. Diese hochrangigen US-Notenbanker könnten sich nun durchaus den Zugang zu einer Zeitmaschine wünschen. Wäre diese Technologie verfügbar, würden die Analysten bei der jüngsten Zinsentscheidung in Washington wohl eine größere Zahl an Stimmen für eine vorsichtigere Zinswende gesehen haben! (Ausgabe vom 10.10.2024) (11.10.2024/alc/a/a)


