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UK: Zinswende der Bank of England dürfte näher rücken


16.07.24 11:45
Postbank Research

Bonn (www.anleihencheck.de) - Das BIP von Großbritannien entwickelte sich mit einem Anstieg um 0,4 Prozent im Mai erneut besser als mit 0,2 Prozent im Marktkonsens erwartet, so die Analysten von Postbank Research.

Am Arbeitsmarkt habe der Lohndruck mit einem Anstieg um 5,9 Prozent zum Vorjahr im April auf einem hohen Niveau verharrt.

Der Gesamt-PMI sei im Juni von 53,0 auf 52,3 Punkte gesunken. Der Dienstleistungssektor habe von 52,9 Punkten auf 52,1 zurückgesetzt, der Industrie-PMI sei leicht von 51,2 auf 50,9 Punkte gesunken - beide würden somit im Expansionsbereich bleiben.

Die Inflationsrate sei im Mai erwartungsgemäß auf 2,0 Prozent gesunken, die Kerninflationsrate von 3,9 auf 3,5 Prozent. Mit 5,7 Prozent bleibe die Dienstleistungsinflation jedoch auf hohem Niveau.

Die Einzelhandelsumsätze hätten im Mai die Prognosen spürbar geschlagen, die Nationalen Hauspreise im Juni ebenfalls.

Der Regierungswechsel dürfte keine signifikante Änderung der Wirtschaftspolitik bringen.

Die BoE sollte über den Sommer hinweg die Leitzinsen noch bei 5,25 Prozent belassen. Via Overnight Index Swaps werde eine erste Zinssenkung bereits im August für möglich gehalten (50% Wahrscheinlichkeit), aber erst für November voll eingepreist.

Die Renditen zehnjähriger britischer Staatsanleihen (Gilts) seien im Mai parallel zu denen der US-Pendants von 4,30 bis auf 4,00 Prozent gesunken. Aktuell würden sie bei 4,11 Prozent notieren. Auf Sicht von sechs Monaten dürften sie erneut bei 4,15 Prozent notieren. (Ausgabe Zinsbulletin Juli 2024) (16.07.2024/alc/a/a)