UK: Erhöhte Inflation versus geringeres Wachstum


27.03.25 10:15
Postbank Research

Bonn (www.anleihencheck.de) - Auch Daten zur Industrie- und Bauproduktion hätten im Januar enttäuscht.

Nachdem die Inflationsrate im Januar von 2,5 auf 3,0 Prozent stärker als erwartet angestiegen sei, die Kernrate von 3,2 auf 3,7 Prozent und die Dienstleistungsinflation von 4,4 auf 5,0 Prozent gesprungen seien, habe es im Februar etwas Erleichterung gegeben. Die Raten seien von 3,0 auf 2,8 bzw. von 3,7 auf 3,5 Prozent gefallen, während die Dienstleistungsinflation bei 5,0 Prozent verharrt sei. Der Preisauftrieb bleibe jedoch zu hoch, um robust an der Zinsschraube zu drehen.

Im Rahmen der März-Sitzung der BoE sei der Leitzins erwartungsgemäß bei 4,5 Prozent belassen worden. Das Ergebnis der Sitzung sei etwas "falkenhafter" als im Vorfeld an den Märkten erwartet worden, da nur eine von neun Stimmen für eine weitere Senkung plädiert habe. Bis Ende 2025 seien kumulierte Zinssenkungen in Höhe von 42 Basispunkten an den Swapmärkten eingepreist. Aus Marktsicht blieben die Stagflationsrisiken für die Bank of England somit relevant.

Da Großbritannien vermutlich weniger von den US-Importzöllen betroffen wäre als die Eurozone, habe sich das Pfund zuletzt leicht erholen können. Bestätigten sich die aktuellen Markterwartungen an den Swapmärkten und senke die EZB 2025 die Leitzinsen zurückhaltender als noch vor Kurzem erwartet worden sei, könnte das Pfund bis Ende September leicht in Richtung EUR/GBP 0,85 abwerten. (Währungsbulletin April 2025) (27.03.2025/alc/a/a)