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Turbulenzen auf britischem Anleihemarkt bleiben bestehen


12.10.22 15:30
XTB

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Das GBP erlebt heute Morgen eine erhöhte Volatilität, da Medienberichte die Unsicherheit über die Zukunft des Anleihekaufprogramms der Bank of England verstärken, so die Experten von XTB.

Das GBP habe gestern Abend eine gewisse Schwäche verzeichnet, nachdem der Gouverneur der Bank of England, Bailey, erklärt habe, dass er weiterhin an der geplanten Beendigung des neuen Anleihekaufprogramms am kommenden Freitag festhalte. Die Financial Times habe jedoch heute Morgen einen Artikel veröffentlicht, in dem es geheißen habe, Bailey habe Bankern gegenüber geäußert, dass das QE-Programm wahrscheinlich bis Ende des Monats verlängert werde. Dies habe einen Kursanstieg am GBP-Markt ausgelöst. Die Bank of England habe den Bericht der FT jedoch zurückgewiesen und heute Morgen eine Erklärung abgegeben, wonach die Anleihekäufe wie geplant beendet würden.

Die Turbulenzen auf dem britischen Anleihemarkt würden bestehen bleiben, und es bestehe die Gefahr eines panikartigen Verkaufs britischer Anleihen, sollte die BoE ihre Unterstützung zurückziehen. Eine Verlängerung bis Ende Oktober erscheine sinnvoll, da die Regierung die Ankündigung eines mittelfristigen Haushalts vorgezogen habe, der Ende dieses Monats vorgelegt werden solle. Es sei daran erinnert, dass die Ankündigung eines neuen Haushaltsplans, der massive Steuersenkungen ohne Finanzierung vorsehe, einen Ausverkauf auf dem britischen Anleihemarkt ausgelöst habe.

Der mittelfristige Haushalt werde die Finanzierungsquellen aufzeigen und könnte die Bedenken der Marktteilnehmer zerstreuen. Apropos Steuerpläne: Das GBP habe heute Morgen weiteren Auftrieb durch Medienberichte erhalten, wonach Premierministerin Truss beschließen könnte, noch mehr der angekündigten Steuersenkungspläne zu streichen.

Ein Blick auf GBP/USD im H1-Chart zeige, dass das Paar derzeit versuche, über die 50-Stunden-Linie und die Widerstandszone, die mit dem 38,2%-Retracement der am 26. September 2022 eingeleiteten Aufwärtsbewegung markiert sei, auszubrechen. Doch selbst ein Durchbruch darüber würde die abwärts gerichtete Tendenz des Marktes nicht verändern. Ein Durchbruch über 1,1105 wäre erforderlich, da dort die obere Grenze der lokalen Marktgeometrie zu finden sei. (12.10.2022/alc/a/a)