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Türkische Notenbank setzt wichtiges Zeichen


17.09.18 10:45
BNP Paribas

Paris (www.anleihencheck.de) - Das dürfte sich Recep Tayyip Erdogan sicherlich anders vorgestellt haben. Am Donnerstag hat die türkische Notenbank den Leitzins überraschend stark angehoben - und zwar um stattliche 6,25 Prozentpunkte auf nun 24,0 Prozent, so die Analysten der BNP Paribas stellen in ihrer aktuellen Ausgabe von "Märkte & Zertifikate weekly".

Laut dem Finanzdienstleister Bloomberg hätten Analysten im Vorfeld lediglich eine Zinserhöhung auf 21 Prozent erwartet. Um das Wachstum hoch zu halten, habe Präsident Erdogan in der Vergangenheit mehrfach betont, dass die Zinsen möglichst niedrig bleiben müssten.

Die Türkei kämpfe seit Monaten mit einer abwertenden Landeswährung und einer hohen Inflation; im August sei die Teuerungsrate auf 18 Prozent geklettert. Problematisch sei zudem, dass die Türkei auch ein hohes Leistungsbilanzdefizit aufweise und somit besonders stark auf ausländische Investoren angewiesen sei. Hinzu kämen hohe im Ausland aufgenommene Kredite, deren vollständige Bedienung im Zuge einer anhaltenden Lira-Abwertung eher fraglich erscheine. Die kräftige Leitzinserhöhung der Notenbank sei daher wohl ein richtiger Schritt gewesen. Zum einen, um ihre Unabhängigkeit zu demonstrieren und somit das Vertrauen ausländischer Investoren möglichst schnell wiederzuerlangen. Und zum anderen, um die Lira-Talfahrt und den Inflations-Höhenflug zu stoppen. Direkt nach der Zinserhöhung habe die Lira bereits ordentlich Boden gutgemacht. Wie nachhaltig diese Aufwertung sei, bleibe aber abzuwarten. (Ausgabe vom 14.09.2018) (17.09.2018/alc/a/a)