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Türkische Anleihen im März die stärksten der Region


15.04.14 13:45
Raiffeisen Capital Management

Wien (www.anleihencheck.de) - Die Gemeinderatswahlen in der Türkei haben trotz der immer massiveren Korruptionsvorwürfe eine weiterhin hohe Unterstützung für die regierende Partei AKP von Premier Erdogan gezeigt, so die Experten von Raiffeisen Capital Management in ihrem aktuellen "emreport".

Die Finanzmärkte hätten sich erleichtert angesichts der damit in Aussicht gestellten Rückkehr von politischer Stabilität gezeigt. Im Sommer stünden die (ersten) Präsidentschaftswahlen an, bei denen erwartet werde, dass der Premier Erdogan und Präsident Gül die Posten tauschen würden; vorgezogene Parlamentswahlen seien vom Tisch. Türkische Anleihen seien im März im Zuge dessen die stärksten der Region gewesen.

Unterschätzt werde von den Märkten aber möglicherweise das Risiko in Bezug auf einen etwaigen Kriegseintritt der Türkei in Syrien. Ende März sei ein Gesprächsmitschnitt hochrangiger türkischer Militärs und Politiker bekannt geworden, bei dem über die mögliche Schaffung von Kriegsvorwänden diskutiert worden sei, die einen Militäreinsatz der Türkei in Syrien begründen könnten. Interessanterweise habe Premier Erdogan nicht den Inhalt dementiert, sondern stattdessen die Veröffentlichung verurteilt.

Wirtschaftlich bleibe das größte Risiko die Finanzierung des viel zu hohen Leistungsbilanzdefizits. Währungsinterventionen und eine massive Zinsanhebung der türkischen Notenbank zu Jahresbeginn hätten letztlich die Lira stabilisiert, Lokalwährungsanleihen seien auf attraktiven Niveaus.

Die schwache Währung verschlechtere zwar die Inflationsaussichten durch höhere Importpreise, andererseits führe die signifikante Zinserhöhung zu einem starken Rückgang des Kreditwachstums und wirke mittelfristig der Inflation damit entgegen. Zudem unterstütze diese Entwicklung eine Bereinigung der Ungleichgewichte auf der Leistungsbilanzseite. Der türkische Aktienmarkt habe sich kräftig um rund 11% erholt und diese Erholung auch in der ersten Aprilwoche fortgesetzt. (Ausgabe April 2014) (15.04.2014/alc/a/a)