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Türkische Anleihen im Februar nur wenig verändert


18.03.14 15:36
Raiffeisen Capital Management

Wien (www.anleihencheck.de) - Nachdem in der Türkei vorübergehend Ruhe auf der politischen Front eingekehrt war, kamen Ende Februar erneut Korruptionsvorwürfe auf, diesmal gegenüber Premierminister Erdogan selbst, so die Experten von Raiffeisen Capital Management in ihrem aktuellen "emreport".

Das innenpolitische Ansehen des noch vor kurzem fast unangreifbar geltenden Premiers habe in den letzten Monaten enorm gelitten, umso gespannter würden lokale Wahlen in der Türkei Ende März erwartet, um Aufschluss über die tatsächlich noch vorhandene Zustimmungsrate für die regierende AKP zu bekommen.

Das größte Risiko und die wirtschaftliche Achillesferse des Landes bleibe die Finanzierung des viel zu hohen Leistungsbilanzdefizits. Das Land sei auf permanente, hohe Kapitalzuflüsse angewiesen. Schon ihr Ausbleiben wäre problematisch, von Nettoabflüssen ganz zu schweigen. Die Lira sowie türkische Anleihen seien daher zu Beginn des Jahres starkem Druck ausgesetzt gewesen.

Währungsinterventionen und eine massive Zinsanhebung der türkischen Notenbank um 4,25% hätten die Lira zwar vorerst stabilisiert, sie hätten aber keinen Trendwechsel herbeiführen können. Die Währung bleibe damit anfällig für weitere Abwertungsschübe. Die schwache Währung verschlechtere zudem die Inflationsaussichten durch höhere Importpreise.

Türkische Anleihen seien im Laufe des Februars nur wenig verändert gewesen. Für Konjunktur und Banken dürfte die Zinsanhebung aber alles andere als positiv sein. Der türkische Aktienmarkt habe sich im Februar nach den starken Kursrückgängen der Vormonate stabilisiert; der Aktienindex in Istanbul sei zum Monatsende kaum verändert gewesen. (Ausgabe März 2014) (18.03.2014/alc/a/a)