Erweiterte Funktionen

Türkei: Märkte rechnen zunehmend mit einer Zinssenkung


02.07.19 10:00
Deutsche Bank

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - In der Türkei stieg der Einkaufsmanagerindex für das Verarbeitende Gewerbe zwar an, lag mit 47,9 Punkten aber noch immer unter der Expansionsschwelle von 50, berichtet die Deutsche Bank AG in einer aktuellen Ausgabe "MÄRKTE am Morgen".

Eine sinkende Teuerungsrate könnte der Zentralbank den Spielraum für eine geldpolitische Konjunkturstütze verschaffen. Für die morgen erscheinende Inflation im Juni werde ein Rückgang auf 16,1 Prozent erwartet. Die Märkte würden auf der Notenbanksitzung Ende Juli daher zunehmend mit einer Zinssenkung rechnen. Die Währungshüter würden bei ihrer Entscheidung auch mögliche Effekte auf die Lira in Betracht ziehen. Diese habe sich zuletzt stabil gezeigt, die Wechselkursschwankungen seien derzeit auf dem niedrigsten Stand seit März. Ob dies so bleibe, werde voraussichtlich stärker von geopolitischen als von ökonomischen Faktoren abhängen.

Zuletzt habe der geplante Kauf eines russischen Raketenabwehrsystems zu Sanktionsdrohungen seitens der USA geführt. Nach dem Treffen zwischen Trump und Erdogan am Rande des G20-Gipfels habe sich der US-Präsident jedoch bereit gezeigt, diese noch einmal zu überdenken. Falls es dennoch zu Sanktionen der USA komme, würden diese voraussichtlich schwächer ausfallen als zuvor befürchtet. Die Lira habe gegenüber dem Euro in der Folge gestern etwa 2,5 Prozent aufgewertet. (02.07.2019/alc/a/a)