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Tschechien: Vorläufig keine Zinssenkung


01.09.25 09:17
Oberbank

Linz (www.anleihencheck.de) - Die tschechische Krone (CZK) hat seit April gegenüber dem Euro deutlich an Wert gewonnen - rund 3%, so Oberbank in ihrem aktuellen Tageskommentar zu den internationalen Finanzmärkten.

Im Frühjahr habe der Wechselkurs noch bei etwa 25,250 gelegen, aktuell notiere er bei rund 24,550. Diese Entwicklung sei vor allem auf die geldpolitische Haltung der Tschechischen Nationalbank (CNB) und die solide wirtschaftliche Lage des Landes zurückzuführen. Die CNB habe ihren Leitzins seit Mitte des Jahres bei 3,50% belassen und damit signalisiert, dass der Zinssenkungszyklus möglicherweise bereits beendet sei. Diese "Zinsstabilität" sei ein wichtiger Faktor für die Stärke der Krone, denn während andere Industrieländer ihre Zinsen weiter senken würden, bleibe Tschechien bei einem vergleichsweise hohen Zinsniveau. Gleichzeitig zeige sich die tschechische Wirtschaft robust. Die Wachstumsprognosen für 2025 lägen bei rund 2,1%, getragen von einer stabilen Inlandsnachfrage und einer engen Verflechtung mit der deutschen Industrie. Besonders die steigenden Verteidigungsausgaben in Europa könnten Tschechien als verlängerte Werkbank der Industrie zugutekommen.

Der Arbeitsmarkt bleibe stabil, die Arbeitslosenquote habe zuletzt bei 4,4% gelegen. Auch die Inflation entwickele sich dynamisch: Im April habe sie noch bei 1,80% gelegen, zuletzt sei sie auf 2,70% gestiegen. Das spreche gegen weitere Zinssenkungen und stütze die Krone zusätzlich. Insgesamt würden zwei zentrale Faktoren für die jüngste Aufwertung sprechen: die Aussicht auf stabile Zinsen und die positiven wirtschaftlichen Perspektiven, insbesondere durch die Ankurbelung der Industrie infolge steigender Verteidigungsausgaben. Vor diesem Hintergrund rechne Oberbank mit einer weiterhin festen Krone und sehen das Währungspaar EUR/CZK in einer Bandbreite von 24,450 bis 24,700. (01.09.2025/alc/a/a)