Tschechien: Inflationstrend ist für die Notenbank schwer abschätzbar


22.04.25 13:30
Oberbank

Linz (www.anleihencheck.de) - Die tschechische Notenbank hat als Inflationsziel einen Wert von zwei Prozent definiert, so Oberbank in ihrem aktuellen Tageskommentar zu den internationalen Finanzmärkten.

Der Spitzenwert aus dem Jahr 2022 mit 18% sei zum Glück Geschichte. Im März 2025 habe der Tiefstwert bereits bei 2% gelegen. Zwischenzeitlich habe sich die Inflation bei 2,7% eingependelt. Die tschechische Notenbank stehe vor einer schwierigen Entscheidung. Sollte man den Leitzins von derzeit 3,75% weiter senken oder in eine Zinspause übergehen? Der Zollstreit könnte deutliche Auswirkungen auf die künftigen Handelsströme haben und zu einem Warenüberangebot in Europa führen. Das wäre ein Deflationsrisiko und spreche für weitere Zinssenkungen. Die tschechische Wirtschaft selbst würde davon durch günstige Investitionskosten profitieren.

Im Gegenschluss sei die Sorge der Notenbank (nicht nur der Tschechischen), dass der aufkeimende Protektionismus und die Deglobalisierungstendenzen heimische Produkte verteuere und sich die Inflation über dem Zielwert von 2% festfahre.

Die tschechische Notenbank sei gut beraten, auf eindeutigere Signale rund um das Thema Inflation zu warten und mit Zinsschritten vorläufig zu pausieren.

Das Währungspaar EUR/CZK sehen wir man über 25,000 mit Chancen auf Spitzenwerte von 25,400, so Oberbank. (22.04.2025/alc/a/a)